Franziska Giffey in Paris

Anne Hidalgo-Bm*in von Paris und RBm, Antrittsbesuch im Hôtel de Ville

Anne Hidalgo-Bm*in von Paris und RBm, Antrittsbesuch im Hôtel de Ville

Die Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Frau Franziskla Giffey, besuchte die Berliner Partnerstadt vom 12. bis 14. Juli 2022 in Begleitung des Senators für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Herrn Stephan Schwarz, sowie einer ca. 35-köpfigen Wirtschaftsdelegation unter Leitung des neu gewählten IHK Präsidenten Sebastian Stietzel. Das Thema des Besuchs war „Nachhaltige Stadtentwicklung“.

Arbeitsfrühstück Anne Hidalgo-Bm*in von Paris und RBm mit Ihren Vertretungen

Die Regierende Bürgermeisterin absolvierte im Rahmen ihres zweitägigen Besuchs ein vielfältiges und interessantes Besuchsprogramm. Die Reise stand auch unter im Zeichen des 35-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft von Paris und Berlin in diesem Jahr. Höhepunkte des Besuchs waren die erste Begegnung von Franziska Giffey mit ihrer Pariser Amtskollegin Anne Hidalgo sowie die Teilnahme an der Militärparade aus Anlass des französischen Nationalfeiertags auf der Ehrentribüne des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Quartier Jeunes: RBm mit Jugendlichen aus Berlin und Paris

Quartier Jeunes: RBm mit Jugendlichen aus Berlin und Paris

Darüber hinaus besuchte Franziska Giffey das Quartier Jeunes, eine Jugendbegegnungsstätte der besonderen Art, die es so in Berlin nicht gibt und die durchaus nachahmungswert sein könnte. Dort können sich junge Menschen von 16 bis 30 Jahren über alle Themen, die junge Menschen interessieren oder bewegen, informieren. Fragen zu Wohnungs- oder Arbeitsplatzsuche, Studien- und Sexualberatung, zur Beantragung eines Ausweises oder zur Einrichtung eines Bankkontos können hier geklärt werden.

Franziska Giffey traf hier zwei Jugendgruppen aus Berlin-Marzahn und Paris im Rahmen eines Jugendaustauschprojektes zum Thema „Ökologisches Bauen“.

Morland Mixté Capitale, RBm und der blonde Mann mit dem Prospekt in der Hand ist Christoph Felger, Geschäftsführer von David Chipperfield Architects Berlin

Morland Mixté Capitale, RBm und der blonde Mann mit dem Prospekt in der Hand ist Christoph Felger, Geschäftsführer von David Chipperfield Architects Berlin

Ein weitere wichtiger Programmpunkt war der Besuch des „Morland Mixté Capitale Projekts“, das gerade eröffnete Leuchtturmprojekt der Stadt Paris zum innovativen Stadtumbau, eine Herzensangelegenheit der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo.

“Morland Mixité Capitale” ist das Ergebnis der Sanierung, des Umbaus und der Erweiterung der Gebäude einer ehemaligen öffentlichen Bürogebäudes aus den 60er Jahren durch das Berliner Architekturbüro David Chipperfield. Der vormals introvertierte Komplex wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und in einen lebendigen und offenen Ort mit Campus-Charakter verwandelt, der eine positive Wirkung auf die gesamte Nachbarschaft ausstrahlt. Zwei neue, dem Boulevard und der Seine zugewandte Baukörper, die zwischen den Maßstäben der bestehenden und der benachbarten Gebäude vermitteln, tragen zur Instandsetzung der Stadt bei. Die Baukörper sind über den Boden angehoben, um eine neue öffentliche Achse zu schaffen, die einen Übergang vom Boulevard zur Seine bildet. Tragende, gewölbte Arkaden prägen diese Passage im Erdgeschoss und bilden einen Gegenpol zum strengen Stützenraster des bestehenden Ensembles. Die Arkaden bilden eine einladende Eingangsgeste zum Campus und leiten die Passanten in das Innere des Komplexes.

Der Erhalt und die Weiterentwicklung des Bestandes sichert nicht nur die städtebauliche Kontinuität, sondern ist auch ein wesentlicher Bestandteil des Nachhaltigkeitskonzeptes. Mit großem Respekt vor der vorhandenen Bausubstanz wurde diese, wo immer möglich, instandgesetzt statt ersetzt. Für einen geringen Energie- und Ressourcenverbrauch sorgen unter anderem ein auf Wärmeaustausch basierender Energiekreislauf und eine geschlossene Pflanzenkläranlage für Urban Gardening auf dem Dach. Der Komplex beherbergt ein breites Spektrum an Nutzungen: gehobener und bezahlbarer Wohnraum, ein Hotel, eine Jugendherberge, Büros, Einzelhandel, eine Galerie, eine Markthalle und eine Kindertagesstätte. Die beiden obersten Stockwerke, die nach der Fertigstellung des ursprünglichen Gebäudes nur einige Jahre lang für die Öffentlichkeit zugänglich waren, werden wieder geöffnet und der Öffentlichkeit zurückgegeben. In diesen oberen Etagen befinden sich eine bewohnbare Kunstinstallation von Ólafur Eliasson und Sebastian Behmann vom Studio Other Spaces Berlin, eine Bar und ein Restaurant. Von hier aus können Bewohner*innen und Besucher*innen weite Blicke über die französische Hauptstadt genießen. Das Team David Chipperfield Architects Berlin und der französische Entwickler Emerige gewannen die Ausschreibung für den Komplex am Boulevard Morland. Mit dieser Kooperation wird deutlich, dass Paris und Berlin in sehr vielen Facetten zusammenarbeiten.

Wirtschaftsdelegation mit RBm, Senator Stephan Schwarz, Herrn Felger und IHK Präsident Stiezel

Wirtschaftsdelegation mit RBm, Senator Stephan Schwarz, Herrn Felger und IHK Präsident Stiezel

Ein weiteres Highlight der Reise war die Besichtigung des sanierten Headquarters von Cartier in Paris durch das Berliner Architekturbüro GRAFT. Der Umbau von Le Retiro für Cartier passte sehr gut zum übergeordneten Thema der Delegationsreise „Nachhaltige Stadtentwicklung“. Insbesondere der Umgang mit innerstädtischem Bestand aus verschiedenen Epochen, die Entwicklung innovativer Arbeitswelten und das Bekenntnis zu aufwendig gestalteten halböffentlichen Außenflächen und Dachterrassen machen das Projekt zu einem Musterbeispiel nachhaltiger Stadtentwicklung.

2017 gewann GRAFT einen Wettbewerb für die Umgestaltung eines bestehenden Bürogebäudes der Finanzholding Richemont im Zentrum von Paris, in dem rund 800 Büros in verschiedenen Abteilungen – von der Kreativabteilung bis zur Verwaltung – untergebracht sind. Die Hauptziele des Entwurfs von Graft Berlin waren die Integration aller Teams in der Hauptniederlassung des Unternehmens, die Aufwertung der Arbeitsbereiche, um den neuen Anforderungen an Arbeit und Nachhaltigkeit gerecht zu werden, und die Angleichung der internationalen Designwelt der Marke an den hohen Standard ihrer öffentlichen Präsentationseinrichtungen. Gemeinsam mit Graft Brandlab führte GRAFT eine zweimonatige Recherchephase durch, in der durch umfangreiche Interviews die Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen des Unternehmens ermittelt wurden. Die Ergebnisse der ersten Befragung bildeten die Grundlage für den anschließenden partizipativen Designprozess.

Insgesamt war die Reise ein großer Erfolg, die Beziehungen wurden dadurch nachhaltig verbessert. Es wurde insbesondere vereinbart, das Abkommen über die Freundschaft von Paris und Berlin aus dem Jahre 1987 mit neuen aktuellen Inhalten zu füllen und zu konkretisieren.