Grußbotschaft von Rosinenbomber-Pilot Halvorsen an die Stadt Berlin

Meldung vom 12.05.2020

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Gail S. Halvorsen, inzwischen 99 jähriger legendärer Pilot der Luftbrücke, hat angesichts des Jahrestags zum Ende der Berlin-Blockade eine Grußbotschaft an die Stadt Berlin verfasst. Halvorsen war es, der den Einfall hatte, die an Not und Hunger leidenden Kinder im zerbombten West-Berlin während der Berlin-Blockade durch an kleine Fallschirme geknotete Schokolade einen kleinen Moment kindliche Leichtigkeit zu schenken.

Außerdem hat der legendäre Rosinenbomber-Pilot Halvorsen einen Brief an seine “Freundinnen und Freunde in Berlin” geschrieben:

„Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Müller,
liebe Freundinnen und Freunde in Berlin,

auch wenn wir in diesem Jahr in unserer Bewegung eingeschränkt sind und die alljährliche Veranstaltung zum Gedenken des Endes der Luftbrücke in Tempelhof nicht stattfinden wird: Das Gedenken und die Dankbarkeit in unseren Herzen kennen keine Grenzen.

Anlässlich des Jahrestags der Berliner Luftbrücke am 12. Mai, möchte ich der deutschen Bevölkerung und ganz besonders den Berlinerinnen und Berlinern meine tiefe Dankbarkeit zuteilwerden lassen. Die eigentlichen Heldinnen und Helden der Luftbrücke mussten die Berlinerinnen und Berliner sein – Männer, Frauen und Kinder. Ohne ihr Wissen, was Freiheit bedeutet, ohne ihren unbeugsamen Willen und ihre disziplinierte Reaktion, wäre die Luftbrücke sicher gescheitert. Sie waren diejenigen, die abends in zerbombte Häuser zurückkehrten, ohne Licht, Heizung oder ausreichend zu essen.

Zu Beginn der Luftbrücke schoben die Berlinerinnen und Berliner die Rückkehr in ein normales Leben bewusst zugunsten einer besseren Zukunft auf. Sie verliehen unseren Bemühungen Bedeutung. Wir gedenken all derer, die ihr Leben geopfert haben, um einen ehemaligen Feind zu versorgen; sie gaben ihr Leben für das Leben anderer. Mögen wir diese Opfer und die großen Anstrengungen der Berliner Bevölkerung und der Alliierten Freunde, die Freiheit Berlins zu verteidigen, niemals vergessen.

In tiefer Dankbarkeit

Gail S. Halvorsen, Berliner Rosinenbomber“

Der Brief im Originaltext:

To Governing Mayor Müller and my dear friends in Berlin,

Although our movements are restricted this year and the annual Luftbrücke commemoration will not take place at Tempelhof, our thoughts and the gratitude in our hearts know no boundaries.

At this anniversary of the Berlin Airlift on May 12, I wish to send my deep gratitude to the German people and to the Berliners especially. The
overriding heroes and heroines of the Airlift had to be the Berliners— men, women and children. Without their knowledge of what freedom meant and their indomitable spirit and principled response, the Airlift would have surely failed. They were the ones that went home at night to bomb-damaged rooms without lights, heat, or enough to eat.

At the beginning of the blockade the Berliners consciously postponed the return to an easier life for something better later. They gave meaning to our efforts. We remember those who gave the ultimate sacrifice to feed a former enemy-they gave their lives that others might live. May we never forget these sacrifices and the great effort given by Berliners and Allied friends to keep Berlin free.

With deep gratitude,
Gail S. Halvorsen, Berlin Candy Bomber”