Müller beim Gedenken an den 30. Jahrestag des Mauerfalls und der Pogrome im Jahre 1938

Meldung vom 12.11.2019

In zahlreichen Veranstaltungen wurde in der deutschen Hauptstadt vom 8. bis zum 10. November 2019 des Falls der Berliner Mauer vor dreißig Jahren sowie der Pogrome im Jahre 1938 gedacht.

Im Abgeordnetenhaus von Berlin erinnerten dessen Präsident Ralf Wieland, der Regierende Bürgermeister Michael Müller sowie die letzte Präsidentin der Volkskammer der DDR an die historischen Ereignisse im Herbst 1989. Müller wörtlich: „Dass wir heute hier, nur einen Steinwurf von der ehemaligen Mauer entfernt, zum Jubiläum des 30. Jahrestages des Mauerfalls zusammenkommen können, ist ein großes Geschenk. Ein Geschenk, dass wir dem Mut und der Entschlossenheit der ostdeutschen Bürgerinnen und Bürger verdanken. Den Menschen, die 1989 mit Ihren Rufen nach Freiheit, nach Demokratie und freien Wahlen die Mauer immer mehr ins Wanken brachten und sie schließlich sprengten.“

Am Nachmittag des Freitages hielt Müller eine Rede im Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße und mahnte das Geschehene nicht zu vergessen und in der Gegenwart jedem Versuch entgegenzutreten, dass das Leben von Juden in Deutschland bedroht sei: „Mit Scham muss ich immer wieder zur Kenntnis nehmen, dass auch in unserer Stadt auf offener Straße antisemitische Attacken stattfinden. Das alles ist acht Jahrzehnte nach der Pogromnacht und vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte von Holocaust und nationalsozialistischer Diktatur unerträglich. Es ist bitter, dass wir den Schutz von jüdischen Gemeinden, von Schulen und Kindergärten sowie von Synagogen verstärken müssen. Denn ein normaler Alltag für unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sollte anders aussehen.“ Im Anschluss daran legte Müller gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen Kranz im Hof des Gemeindehauses nieder.

Am Sonnabend gedachten der Bundespräsident, der Präsident des Deutschen Bundestages, Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie der Regierende Bürgermeister an der Bernauer Straße den Opfern der Mauer, zu deren Ehren Rosen in der Hinterlandmauer niedergelegt wurden. Am Abend hielt Müller eine Rede vor dem Festkonzert der Staatskapelle Berlin am Brandenburger Tor.

Am Abend des 10. November gedachte der Regierende Bürgermeister gemeinsam mit Abgeordnetenhaus-Präsident Ralf Wieland dem Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Dietmar Woidke, auf der Glienicker Brücke an ihre Öffnung am 10. November 1989.