Müller besucht Einsatzgruppenversorger „Berlin“

Meldung vom 09.08.2018

Im Roten Rathaus steht ein kleines Modell des Einsatzgruppenversorgers (EGV) „Berlin“. Derzeit liegt das Marine-Patenschiff des Landes Berlin in der Deutschen Bucht und hat Gäste aus der Patenschafts-Stadt: Der Regierende Bürgermeister stattet der „Berlin“ und ihrer Besatzung einen Besuch ab.

Der Regierende: „Gerade in diesen Tagen erreichen uns wieder verstärkt Nachrichten von menschlichen Tragödien, die sich vor den Küsten Europas im Mittelmeer abspielen. Wir alle wissen, dass dort jeden Tag Menschen um ihr Leben kämpfen und viele von ihnen sterben. Der Einsatzgruppenversorger Berlin und Ihre Partnerschiffe haben im Rahmen der Operation ‚Sophia‘ in den letzten Jahren bei der Seenotrettung im Mittelmeer Großartiges geleistet. Mehrere Tausend Menschen verdanken der Besatzung ihr Leben. Dafür möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken. Wir sind sehr stolz auf das Schiff, das den Namen unserer Stadt trägt.“

Michael Müller und seine Begleitung kommen mit dem Hubschrauber. Der Bundeswehr-Helikopter startet vom Marinefliegerstützpunkt Nordholz, bringt den Regierenden Richtung Nordsee und landet auf hoher See auf der „Berlin“. Kapitän und Besatzung begrüßen Müller, danach folgen eine Führung durch das Schiff und abends wird mit der Mannschaft gegrillt. Die Berliner Delegation übernachtet auf dem Schiff . Am Freitag erleben die Gäste mehrere Übungen, darunter eine Seenotrettung.

Der Einsatzgruppenversorger „Berlin“ ist seit 2001 Patenschiff der Stadt Berlin und mit einer Größe von rund 20.000 BRT neben der baugleichen „Frankfurt“ das größte Schiff der Deutschen Marine. Der EGV dient der Versorgung anderer Marineverbände mit Lebensmitteln, Betriebsstoffen und Munition.

Das Schiff ist mit einem Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ) ausgestattet. Das MERZ ist ein hochfunktionales, modernes medizinisches Behandlungszentrum, das der Leistungsfähigkeit eines deutschen Kreiskrankenhauses entspricht.

Schiff und Besatzung waren bereits bei mehreren großen humanitären Einsätzen gefordert. Nach dem großen Tsunami 2005 lag die „Berlin“ vor der indonesischen Banda Aceh, um den Ausfall eines völlig zerstörten Krankenhauses auszugleichen. Die Besatzung versorgte Hunderte von Verletzten und half beim Wiederaufbau. In jüngerer Vergangenheit war das Schiff im Mittelmeer im Rahmen der Operation „Sophia“ im Einsatz und hat dort tausende Menschen aus Seenot gerettet.

Die „Berlin“ ist 174 Meter lang, läuft 20 Knoten und hat eine Antriebsanlage mit einer Leistung von 14.357 PS. Zur Besatzung gehören rund 160 Personen. Heimathafen ist Wilhelmshaven.

Ein Modell des Schiffes kann seit Juli im Roten Rathaus besichtigt werden. Weitere Informationen zu den Öffnungszeiten des Roten Rathauses und den aktuellen Ausstellungen unter https://www.berlin.de/rbmskzl/service/berliner-rathaus/besichtigung/artikel.9104.php.