Gedenken an Deportation Berliner Jüdinnen und Juden

Meldung vom 18.10.2017

PIA/dpa, 18. Oktober 2017

Holocaust-Überlebende, Politikerinnen und Politiker, darunter Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, sowie Bürgerinnen und Bürger haben am Bahnhof Grunewald an die Zwangstransporte Berliner Juden in Ghettos und Vernichtungslager erinnert. Vor 76 Jahren, am 18. Oktober 1941, hatte im Nationalsozialismus in Berlin die systematische Verschleppung von Berliner Männern, Frauen und Kindern begonnen; die meisten Transporte per Zug führten in den Tod.

Michael Müller: „Unter den Millionen Menschen, die in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern oder auf andere Weise ums Leben kamen, waren auch rund 50.000 Jüdinnen und Juden aus unserer Stadt.“

Seit 1998 ist das Abfahrtsgleis am Bahnhof Grunewald („Gleis 17“) Gedenkort. Es sei richtig und wichtig, dass sich an authentischen Orten historischen Geschehens ein regelmäßiges Erinnern etabliert habe, so der Regierende Bürgermeister: „Allen Opfern der von Antisemitismus und Rassismus, von Intoleranz und Menschenverachtung getragenen nationalsozialistischen Diktatur sind wir schuldig, unsere Verantwortung für den Fortbestand von Freiheit und Demokratie, von Toleranz und Rechtsstaat wahrzunehmen.“ Dazu gehöre heute auch der Widerstand gegen rechte Populisten. Es gehe darum, dafür zu sorgen,
dass so etwas wie die Shoah nie wieder geschehe.

Die Transporte in Ghettos und Konzentrationslager starteten in Berlin vom Bahnhof Grunewald aus. Mit dem ersten Zug wurden mehr als 1000 Männer, Frauen und Kinder gezwungen, die Stadt zu verlassen. Der letzte Zug in die Arbeits- und Vernichtungslager verließ den Bahnhof am 5. Januar 1945.