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Müller empfing Pandas in Berlin

PIA/dpa, 24.06.2017

Es fehlte nur noch der rote Teppich: Berlin hat seinen beiden neuen Pandabären bei der Ankunft aus China einen offiziellen Empfang am Flughafen bereitet. Die beiden Staatsgäste erwarten fernöstliche Höflichkeit: Ruhe, bitte. Dann zeigen sie sich. Mit niedlichen schwarzen Ohren, neugierigen Blicken aus runden Knopfaugen – und manchmal auch etwas knurrig.

Fünf Jahre nach dem Tod des hochbetagten Bären Bao Bao hat Berlin wieder zwei Pandas aus China für den Zoo bekommen. Zum Empfang von Meng Meng (Träumchen) und Jiao Qing (Schätzchen) am Flughafen stehen Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und der chinesische Botschafter Shi Mingde bereit. Geschlagene zwei Stunden warteten sie mit der internationalen Presse, darunter auch chinesische Medien, in einer leeren Frachthalle auf die schwarz-weißen Bären.

Dann werden sie in den Boxen in die Halle gefahren. Jiao Qing knurrt erst einmal den Botschafter an und rollt sich dann auf den Rücken, um sich desinteressiert am Bauchfell zu zupfen. Meng Meng bewahrt Contenance und richtet sich neugierig in ihrer Transportbox mit Plexiglasfenster auf. Chinas Botschafter Shi Mingde spricht von einem guten Tag für die deutsch-chinesischen Beziehungen. „Pandabären sind heilig in China“, sagt er. „Ich hoffe, dass sich die beiden verlieben, und ihre Liebe Früchte trägt.“ Meng Meng kratzt sich bedächtig am Kopf.

Dann geht es weiter in den Zoo. Am 5. Juli, kurz vor Beginn des G20-Gipfels in Hamburg, folgt dort ein Staatsakt mit Chinas Präsident Xi Jinping und Bundeskanzlerin Angela Merkel zur offiziellen Begrüßung.

Dass die Ankunft zweier Panda-Bären wie ein Staatsakt inszeniert wird und dem Fernsehen des rbb eine lange Sondersendung wert ist, mag verwundern. Doch nur noch rund 2000 der Tiere leben in China. Sie sind Botschafter für den Artenschutz und China wählt sehr genau aus, wer Pandas bekommt. Der Berliner Zoo ist der einzige in Deutschland, der die Bären nun wieder zeigen kann. Die Anforderungen aus China, das unterstrich auch Michael Müller, waren immens.

Der Zoo baute ein neues Panda-Gehege mit Pagoden, Kletterspielplatz und Verbindungstunnel für fast zehn Millionen Euro. Die Leihgebühr für die vierbeinigen Gäste beträgt 15 Jahre lang eine Million Dollar im Jahr. Das kann der Zoo stemmen, weil er Sponsoren hat und tierliebende Berlinerinnen und Berliner, die einer der ältesten Aktiengesellschaft der Stadt ihr Vermögen vermachen.

Der Ruf des Zoos reicht nicht erst seit Eisbär Knut weit über die Stadt hinaus. Der Berliner Zoo hat den Zuschlag auch deshalb bekommen, weil er Erfahrung mit Pandas hat sowie Renomee in der Wissenschaft. Und Politiker, die hartnäckig verhandelten, darunter den Regierenden Bürgermeister.

Zoodirektor Andreas Knieriem ist ein humorvoller, bedächtiger Mann, der die Panda-Ankunft freundlich organisiert hat und auch mal zugreift, wenn es am Käfig klemmt. „Ich habe noch nie einen Staatsakt für Bären vorbereitet“, sagt er. „Aber es ist eine wunderbare Aufgabe.“ Auch Knieriem kann dem Charme der Bärchen kaum widerstehen. „Sie sprechen einfach meine Kuschelhormone an.“

Keine Frage also, dass Meng Meng und Jiao Qing nicht nur First Class mit Tierarzt und Pfleger an Bord in einer Frachtmaschine anreisten und noch eine Tonne Bambus für den ersten kleinen Hunger zwischendurch mitbekamen. Die Piloten landeten extra sanft und hielten danach deutsche und chinesische Fahnen aus dem Fenster. Der Kapitän meinte, dass er schon Kunstwerke und Bargeld geflogen hat,
aber noch nie so niedliche Tiere.

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