Verdienstorden des Landes Berlin verliehen

Verdienstorden des Landes Berlin verliehen
Bild: Landesarchiv
PIA, 01.10.2016

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat heute im Großen Festsaal des Roten Rathauses an zehn verdiente Bürgerinnen und Bürger den Verdienstorden des Landes Berlin verliehen.

Müller: „Ich freue mich, am Berliner Verfassungstag Bürgerinnen und Bürger ehren zu dürfen, die sich in herausragender Weise um unsere Stadt verdient gemacht haben. Wir verbinden mit dieser Ehrung auch den Dank für ihr besonderes Engagement um das Gemeinwohl.“

Mit dem Berliner Landesorden werden geehrt: Wolfgang Apel, Mo Asumang, Michael Ballhaus, Margot Friedländer, Brigitte Kupferschmidt, Ahmad Mansour, Udo Marin, Kaweh Niroomand, Lea Rosh und Fetsum Sebhat.

Wolfgang Apel, von 1993 bis 2011 Präsident und danach Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, engagiert sich auch im Vorstand des Berliner Tierschutzvereins. Seit 1988 ist er ehrenamtlich im Vorstand und seit 2000/2001 als Präsident tätig. In diese Zeit fiel auch 1998 die Grundsteinlegung des größten Tierheims Europas, das 1999 eröffnet wurde.

Monika Asumang studierte Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste Kassel und ist international als Sprecherin, Moderatorin und Schauspielerin tätig. 2004 gründete sie die MA Motion Filmproduktion GmbH und wandte sich als Regisseurin dem Dokumentarfilm zu. In allen Tätigkeitsbereichen widmet sie sich insbesondere dem Thema Rassismus.

Michael Ballhaus gilt als einer der bedeutendsten Kameraleute des deutschen und internationalen Films. Seit Ende der 1960er war er der Stammkameramann von Rainer Werner Fassbinder. Seit den 80er Jahren lebte er in Hollywood und wurde schon bald zu einem der gefragtesten Kameramänner. 2007 zog er sich aus Hollywood zurück und lebt in Berlin. Besonders widmet er sich der Förderung und Ausbildung junger Kameraleute. Wegen einer Erkrankung konnte Ballhaus nicht am Festakt teilnehmen.

Margot Friedländer wurde 1921 in Berlin geboren. Sie wurde 1944 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, überlebte den Holocaust und emigrierte danach in die USA. Im Alter von 89 Jahren kehrte Margot Friedländer 2010 wieder in ihre alte Heimat Berlin zurück. Seit ihrer Rückkehr besucht sie Schulen und andere Einrichtungen vor allem in Berlin und Brandenburg und berichtet über ihr Leben.

Brigitte Kupferschmidt ist Mitbegründerin und Leiterin der Selbsthilfegruppe für krebserkrankte Frauen der Diakonie-Station Spandau. Ihre seit 1980 bestehende Selbsthilfegruppe war die erste ihrer Art in Berlin. Sie gibt den Betroffenen Halt und Kraft. In ihr finden sie Raum, um sich mit anderen auszutauschen.

Ahmad Mansour beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Radikalisierung junger Muslime und engagiert sich in zahlreichen Projekten wie Hayat und Heroes für Demokratie und Toleranz. Über Berlin hinaus hat er sich als Autor und Berater einen Namen gemacht.

Udo Marin ist seit dem Jahr 1999 Geschäftsführer des Verbands Berliner Kaufleute und Industrieller. Maßgeblich hat er daran mitgewirkt, diesen traditionsreichen Berliner Kaufmannsclub zu einem der bedeutendsten Netzwerke von Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik in der Hauptstadt auszubauen. Zugleich setzt er sich für ein gesellschaftlich verantwortliches Unternehmertum in Berlin ein, das sich für das Gemeinwohl engagiert.

Kaweh Niroomand, in Teheran geboren und seit 1965 in Berlin lebend, ist ein Volleyballer durch und durch. Nach seiner erfolgreichen Laufbahn als aktiver Spieler wurde er zunächst Trainer. Heute ist er Manager der BR Volleys. Kaweh Niroomand hat maßgeblich dazu beigetragen, den Verein zu professionalisieren und so die Basis für den Aufstieg der Mannschaft an die Spitze der Volleyball-Bundesliga gelegt. Kaweh Niroomand ist zudem Sprecher der Initiative der Berliner Proficlubs und Gründungsmitglied der „Sportmetropole Berlin“.

Lea Rosh ist Fernsehjournalistin, Autorin und Publizistin. Sie studierte nach dem Abitur Geschichte, Soziologie und Publizistik an der FU Berlin und war anschließend zunächst journalistisch beim damaligen RIAS-Hörfunk tätig und später beim NDR.1979 wechselte sie zum ZDF, wo sie als erste Frau im deutschen Fernsehen eine politische Sendung (“Kennzeichen D”) moderierte. Sie war und ist sowohl in ihrem beruflichen Leben als auch als Privatperson eine stets streitbare Kämpferin für eine lebendige Erinnerungskultur in Deutschland. Seit 1995 ist Lea Rosh Vorsitzende des „Förderkreises zur Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas“.

Fetsum Sebhat ist Sänger und Komponist und lebt in Berlin. Er wurde als Kind eritreischer Eltern geboren, die während des Unabhängigkeitskrieges über Ägypten nach Stuttgart flohen, wo Fetsum Sebhat aufwuchs. Dort gehörte der Musiker bald zu den lokalen Größen und ging z.B. mit den Söhnen Mannheims auf Tour. Fetsum Sebhat organisierte am 5. Juni 2016 ein Benefizkonzertes in der Waldbühne unter dem Motto „Your Voice for Children“. Mehr als 20.000 Menschen besuchten das Festival, mit dem ein Zeichen der Solidarität mit Geflüchteten und für eine ernsthafte Bekämpfung von Fluchtursachen gesetzt wurde.