Verleihung des Verdienstordens des Landes Berlin

PIA, 01.10.2015

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller verlieh heute im Großen Festsaal des Roten Rathauses an zwölf verdiente Bürgerinnen und Bürger der Stadt den Verdienstorden des Landes Berlin.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller: „Es ist eine gute Tradition, dass wir am Jahrestag des Inkrafttretens der Berliner Verfassung von 1950 Persönlichkeiten, die sich in außergewöhnlicher Weise um unsere Stadt verdient gemacht haben, ehren. Mit der Verleihung des Berliner Landesordens bringen wir unsere Anerkennung und unseren Dank für ihr Engagement für das Gemeinwohl zum Ausdruck.“

Mit dem Berliner Landesorden 2015 wurden geehrt: Christopher Bauder, Marcus Bauder, Frank Ebert, Iris Berben, Barbara Boehm-Tettelbach, Johanna Hassoun, Heinz-Dieter Rosenkranz, Mohamad Taha Sabri, Dr. Hermann Simon, Friederike Sittler, Wim Wenders und Jörg Woltmann.

Christopher und Marcus Bauder sind die Initiatoren der temporären Lichtinstallation „Lichtgrenze“ anlässlich der Feierlichkeiten zum 9. November 2014, dem 25. Jahrestag des Mauerfalls. Die Installation, die entlang der ehemaligen innerstädtischen Mauer in Berlin verlief, erinnerte auf bewegende Weise an die Teilung der Stadt und die Wiedervereinigung vor 25 Jahren.

Frank Ebert von der Robert-Havemann-Gesellschaft ist es zu verdanken, dass das Projekt „Lichtgrenze“ tatsächlich durch die landeseigene Kulturprojekte Berlin GmbH realisiert worden ist. Er konzipierte zudem die begleitende temporäre Open-Air-Ausstellung, die dem Projekt erst die inhaltliche Tiefe verlieh.

Die Schauspielerin Iris Berben ist seit mehr als fünf Jahren Präsidentin der Deutschen Filmakademie und gilt als engagierte und fachkundige Stimme der deutschen Filmbranche. Darüber hinaus setzt sie sich ehrenamtlich gegen Rechtsextremismus und für gute Beziehungen zwischen Deutschland und Israel ein. Ein besonderes Anliegen ist ihr, jungen Menschen, die Erinnerungskultur in Berlin näher zu bringen.

Barbara Boehm-Tettelbach ist ausgebildete Physiotherapeutin und bis zu ihrem Ruhestand im Gesundheitsamt Neukölln tätig gewesen. Seit dem Jahr 2000 betreut sie ehrenamtlich Gäste im Rahmen des Emigrantenprogramms für verfolgte ehemalige Bürgerinnen und Bürger, die ihre Heimatstadt Berlin auf Einladung der Senatskanzlei wieder entdecken. 2006 war sie Mitbegründerin des „Vereins zur Förderung des Gedenkbuches für die Charlottenburger Juden e.V.“

Johanna Hassoun wurde im Libanon geboren, kam als Sechsjährige nach Deutschland und hat seit 2011 die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie ist in Moabit verwurzelt, wo sie u.a. viele Jahre im Mädchen-Kultur-Treff Dünja des Moabiter Ratschlags arbeitete. Beim Lesben- und Schwulenverband leitet sie das Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule. In ihrer Freizeit hilft Johanna Hassoun Flüchtlingen.

Heinz-Dieter Rosenkranz ist Inhaber einer Firma für Spritzgusstechnik mit Niederlassungen in Deutschland und den USA. Seit 2002 lebt er wieder in seiner Geburtsstadt Berlin. Bereits seit den 1950er Jahren sammelt Heinz-Dieter Rosenkranz zeitgenössische Kunst. Einige Berliner Museen zeigen bedeutende Leihgaben aus seiner Sammlung. Als Mitbegründer schuf er u.a. die Voraussetzungen dafür, dass die Stiftung Zukunft Berlin die Temporäre Kunsthalle Berlin verwirklichen konnte. Darüber hinaus engagiert er sich für den Bildungscampus Rütli.

Mohamad Taha Sabri arbeitet ehrenamtlich als Imam im Neuköllner Begegnungszentrum, das die As-Salam-Moschee („Haus des Friedens“) beherbergt. Er hält die Freitagspredigten, ist Ansprechpartner für Gemeindemitglieder in Not und vermittelt bei Konflikten. Er ist davon überzeugt, dass sich der Islam gut mit der deutschen Kultur vereinbaren lässt. Seiner Meinung nach lässt sich das Bekenntnis zu demokratischen Werten aus dem Koran ableiten – Hass, Gewalt und Terrorismus hingegen seien mit dem Koran nicht vereinbar. Um Vorurteile abzubauen, schafft er Räume der Begegnung.

Dr. Hermann Simon war von 1988 bis 2014 Direktor der Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“, die unter seiner Leitung zu einer bedeutenden Begegnungsstätte und renommierten Einrichtung des jüdischen Berlins wurde. Ferner engagiert sich Dr. Simon für das jüdische Krankenhaus und das ehemalige Jüdische Waisenhaus in Pankow und arbeitet er im Synagogenvorstand Rykestraße.

Friederike Sittler hat katholische Theologie, Politik- und Kommunikationswissenschaft studiert und lebt seit 1995 in Berlin. Zunächst arbeitete sie als Redakteurin und politische Berichterstatterin unter anderem beim rbb Inforadio und im ARD-Hauptstadtstudio. 2002 übernahm sie die Leitung der Redaktion Kirche und Religion. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit hat Friederike Sittler “LAIB und SEELE“, eine Aktion der Berliner Tafel e. V., der Kirchen und des rbb, mitinitiiert und befördert.

Der Regisseur und Fotograf Wim Wenders gehört zu den international renommiertesten deutschen Filmemachern. Seit 1996 ist er Präsident der Europäischen Filmakademie. Gemeinsam mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films gründete er 1971 den Filmverlag der Autoren. Seit 2003 ist er Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Zu seinen erfolgreichsten Filmen gehören „Paris, Texas” und „Der Himmel über Berlin”. 2015 erhielt er zudem den Goldenen Ehrenbären der Berlinale für sein Lebenswerk.

Jörg Woltmann ist seit 2006 alleiniger Gesellschafter der Königlichen Porzellan Manufaktur KPM, die ihm das Land Berlin im zweiten Privatisierungsverfahren verkauft hat. Die 1763 gegründete KPM ist das älteste Unternehmen Berlins. Jörg Woltmann konnte eine drohende Insolvenz im Jahr 2006 abwenden und damit nicht nur die hochspezialisierten Arbeitsplätze erhalten, sondern auch durch die Ausbildung junger Fachhandwerker für die Zukunft die Qualität der fast vollständig in Handarbeit entstehenden traditionsreichen Edel-Porzellane sichern.