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Ab 1. Oktober können Ehrenamts- und Vereinshilfen beantragt werden – neue Studie belegt Notlage der Zivilgesellschaft

Pressemitteilung vom 01.10.2020

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Ab heute, 1. Oktober 2020, können gemeinnützige Vereine und Organisationen „Ehrenamts- und Vereinshilfen zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie“ (Soforthilfe X) beantragen. Sie werden als Zuschuss gewährt, der nicht zurückgezahlt werden muss. In der Regel ist es möglich, bis zu 20.000 Euro zu beantragen. Dafür stellt der Berliner Senat Mittel in Höhe von insgesamt 4,9 Mio. Euro zur Verfügung.

Die Notwendigkeit des Hilfsprogramms für die Zivilgesellschaft belegt die Studie „Corona und freiwilliges Engagement“ des ZiviZ-Instituts, die am 1. Oktober veröffentlicht wird. Zentrale Ergebnisse sind u.a., dass rund ein Viertel der Organisationen Einnahmerückgänge im Bereich Mitgliedschaften vermeldet. Gleichzeitig steigt der Aufwand bei zwei Drittel der Organisationen für den Infektionsschutz.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller: „Die Helferinnen und Helfer in den gemeinnützigen Organisationen haben während der Corona-Krise unschätzbare Dienste geleistet. Jetzt brauchen sie unsere Hilfe, weil Einnahmen aus Spenden, Veranstaltungen oder Kursen wegfallen. Deshalb hat der Senat zusätzlich zu den bisherigen Soforthilfen die Ehrenamts- und Vereinshilfen beschlossen, um den vielen gemeinnützigen Vereinen und Organisationen in ihrer unverschuldeten Notlage zur Seite stehen.“

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin (IBB): „Die Corona-Pandemie hat den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in den vergangenen Monaten enormes abgefordert. Gleichzeitig hat sie gezeigt, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für unsere Gesellschaft ist. Die Ehrenamts- und Vereinshilfen sollen nun eine Förderlücke schließen und können vom 1. Oktober bis 25. Oktober auf der Website der IBB beantragt werden.“

Antragsberechtigt sind Vereine und Organisationen mit Sitz in Berlin, die
  • gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen und als steuerbegünstigt anerkannt sind,
  • in denen ehrenamtliches Engagement eine tragende Rolle spielt,
  • die sich zur Berliner Charta zum Bürgerschaftlichen Engagement und zu einer vielfältigen Gesellschaft bekennen und sich gegen Diskriminierung, Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit stellen,
  • die glaubhaft machen können, dass Liquiditätsengpässe infolge der Corona-Pandemie zu Existenzbedrohung führen.

Die Ehrenamts- und Vereinshilfen werden auf Antrag in Form von Billigkeitsleistungen zum Ausgleich von Härten gewährt. Auf die Gewährung besteht kein Anspruch. Die Liquiditätsengpässe der antragstellenden Organisation müssen ursächlich und nachweisbar auf den Wegfall von Einnahmen durch die Corona-Pandemie zurückzuführen und existenzgefährdend sein.

Die Ehrenamts- und Vereinshilfen werden als eine einmalige, nicht rückzahlbare Leistung als Zuschuss in Form eines Schadensausgleichs gewährt. Diese Billigkeitsleistungen werden nur für existenzbedrohliche Liquiditätsengpässe gewährt, die zwischen dem 17. März und dem 30. September 2020 entstanden sind. In Abhängigkeit von den Gesamtausgaben und der finanziellen Belastung der antragstellenden Organisation werden Mittel in Höhe von grundsätzlich bis zu 20.000 Euro pro Antrag gewährt. Ausnahmen sind in besonders schwerwiegenden Fällen möglich. Billigkeitsleistungen nach diesem Programm können nur bewilligt werden, wenn die Höhe des verbleibenden Liquiditätsengpasses insgesamt mindestens 1000 Euro beträgt.

Weitere Informationen zu den Ehrenamts- und Vereinshilfen sind auf dem Engagementportal bürgeraktiv und der Webseite der Investitionsbank Berlin (IBB) zu finden. Dort finden Sie auch detaillierte FAQs, die zahlreiche Fragen rund um die Antragstellung beantworten.

Das Antragsformular steht auf der IBB-Webseite seit 1. Oktober um 9.00 Uhr ausschließlich digital bereit. Weitere Informationen finden Sie dann auf der ZiviZ-Webseite und auf dem Engagementportal bürgeraktiv.