Michael Müller verleiht den Berliner Landesorden

Pressemitteilung vom 24.09.2020

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Senat würdigt hervorragende Verdienste um das Land Berlin traditionell am Jahrestag des Inkrafttretens der Berliner Verfassung von 1950 mit der Verleihung des Verdienstordens des Landes Berlin. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, zeichnet am Donnerstag, 1. Oktober 2020, 19.00 Uhr, im Großen Saal des Roten Rathauses zehn Bürgerinnen und Bürger, die sich in besonderem Maße um Berlin verdient gemacht haben, mit dem Verdienstorden des Landes Berlin aus (Wort-Bild-Termin – um Anmeldung unter presse-information@senatskanzlei.berlin.de bis Dienstag, 29. September 2020, 12.00 Uhr, wird gebeten. Aus den bekannten Gründen kann es nur eine begrenzte Berichterstattung geben).

Michael Müller: „Es ist mir auch in diesem, mit besonderen Umständen verbundenen Jahr eine große Freude, am Tag der Berliner Verfassung, die vor genau siebzig Jahren in Kraft getreten ist, Bürgerinnen und Bürger mit dem Landesorden ehren zu dürfen und so ihr Wirken zum Wohle unserer Stadt zu würdigen. Sie haben sich in außerordentlichem Maße in unterschiedlichen Bereichen für Berlin engagiert. Dafür gebührt ihnen unser aller Dank.“

Ausgezeichnet werden Uschi Brüning, Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Prof. Dr. Bonaventure Ndikung, Petra Rosenberg, Jürgen Röhr, Elke Schilling, Jocelyn Smith, Dr. Helga Voth, Jutta Weitz und Siegfried Zoels.

Uschi Brüning ist eine deutsche Jazz-, Soul-Sängerin und Songautorin. Ihre musikalische Ausbildung absolvierte sie ab 1969 in der Musikschule Friedrichshain. Seit 1970 arbeitete sie als Berufssängerin und ging im selben Jahr auf ihre erste DDR-Tournee mit dem Günther-Fischer-Quintett und Manfred Krug, später mit ihrer eigenen Band. 1975 unterschrieb sie den Aufruf gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann und geriet dadurch in das Visier des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.

Sie gilt als die führende Jazzsängerin im Osten Deutschlands und war bereits vor 1989 eine von wenigen Musikerinnen, die über die Grenzen der DDR hinaus bekannt wurde. Sie hat in ihrem Schaffen als Musikerin in Berlin, in der DDR und auch im wiedervereinigten Deutschland einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung des Jazz und der – auch in der DDR – ansonsten von Männern dominierten Jazzszene geleistet.

Prof. Dr. Karl Max Einhäupl war von 2008 bis 2019 Vorstandsvorsitzender der Charité. In seiner Amtszeit wurden erfolgreich Strukturmaßnahmen zur Konzentrierung von Ressourcen in Forschung, Lehre und Krankenversorgung umgesetzt, die die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Charité maßgeblich verbessert haben. Von herausragender Bedeutung für Berlin sind die großen Bauprojekte der Charité, die in der Amtszeit von Prof. Einhäupl begonnen wurden.

Nach langjährigen Vorarbeiten und Verhandlungen zwischen der Charité und dem Deutschen Herz-Zentrum Berlin (DHZB) wurde eine tragfähige Grundlage für die Errichtung eines Universitären Herzzentrums Berlin (UHZB) entwickelt. Des Weiteren wurden unter seiner Leitung mehrere Projekte initiiert, in deren Rahmen die Haltung der Charité zur Verantwortung der medizinischen Wissenschaft und hinsichtlich der Geschichte der Charité im Nationalsozialismus öffentlich wahrnehmbar zum Ausdruck gebracht wird, z. B. 2015 und 2017 Ausstellungen „Wissenschaft in Verantwortung – Auf dem Weg zu einem GeDenkOrt.Charité”, 2018 Eröffnung des Erinnerungswegs „REMEMBER – Zur künstlerischen Gestaltung des Erinnerungswegs auf dem historischen Gelände der Charité“.

Prof. Dr. Bonaventure Ndikung hat als Kurator, künstlerischer Leiter und Berater für verschiedene internationale Ausstellungsprojekte oder Festivals in Deutschland, Frankreich, England und Kamerun gearbeitet. Herausragende Veranstaltungen in Berlin waren zuletzt 2012 die Kooperationen mit der 7. Berlin Biennale sowie seine Arbeit als Curator-at-Large bei der documenta 14 und als Ko-Kurator der Galerie Wedding. Des Weiteren hat er in verschiedenen Projekten im In- und Ausland gewirkt.
Hauptanliegen des Kurators, Autors und Kritikers ist es, einen dezentralisierenden und egalisierenden Kunst- und Kulturbegriff bei Produzenten wie auch Rezipienten, v.a. der westlichen Hemisphäre, zu etablieren. Aus diesem Grund gründete der international renommierte Kurator und Theoretiker den Projektraum SAVVY Contemporary, um sich dem postkolonialen Diskurs und interkulturellen Dialog anzunehmen. Mit seiner Arbeit trägt Prof. Dr. Bonaventure Ndikung außerordentlich zur Entwicklung Berlins zu einer weltoffenen, bunten und solidarischen Metropole bei.

Petra Rosenberg kämpft seit vielen Jahren für die Anerkennung der Sinti und Roma und setzt die Arbeit ihres Vaters Otto Rosenberg fort, der sein Leben lang für die Achtung der etwa 70.000 Sinti und Roma mit deutscher Staatsbürgerschaft kämpfte. Bereits in der Schule lernte sie das erste Mal, was es heißt, eine Sinteza zu sein. Weniger von den Mitschülern, als vielmehr von Lehrkräften wurde sie als „Zigeunerin“ schikaniert.

Nach dem Tod ihres Vaters 2001 wurde sie in den Vorstand des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V. gewählt und übernahm 2005 das Amt der ersten Vorsitzenden. Zudem leitet sie auch die Beratungsstelle des Vereins. In dieser Eigenschaft berät sie Menschen, die unter Verfolgung litten oder unter Diskriminierung leiden und hilft bei der Wahrnehmung von Rechten, z.B. hinsichtlich der Versorgung von NS-Opfern nach dem Gesetz über politisch, rassisch, religiös Verfolgte (PrVG) oder der Berücksichtigung von kulturellen Besonderheiten bei der Bearbeitung von Anträgen auf Sozial- und Jugendhilfeleistungen. Konsequent und erfolgreich bemüht sich Petra Rosenberg um eine Zusammenarbeit mit den Interessenvertretungen anderer gesellschaftlicher Minderheiten.

Sie hat sich dadurch ein vergleichbar hohes Ansehen wie ihr Vater bei all denen erworben, die sich darum bemühen, aus der Geschichte Lehren für heute und für das künftige Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen zu ziehen. Dies wird deutlich durch die regelmäßige Teilnahme von Vertreterinnen und Vertretern anderer Opfergruppen bei den jährlichen Gedenkfeiern am Ort des Zwangslagers Marzahn auf dem dortigen Parkfriedhof und am Otto-Rosenberg-Platz, als auch dadurch, dass ihr der Vorsitz des Beirats der Senatsverwaltung für Inneres für die Anerkennung und Versorgung von Verfolgten übertragen wurde. Ihre zugewandte, offene und gleichzeitig konfliktfähige Art trägt wesentlich zu Lösungen durch Vermittlung zwischen Behörden und Betroffenen bei.

Jürgen Röhr gründete 2007 die „Selbsthilfegruppe Schusswaffenerlebnis“ und organisiert seitdem ehrenamtlich und eigeninitiativ Selbsthilfeseminare mit bundesweiter Beteiligung. Die Selbsthilfegruppe wendet sich an Polizisten mit Schusswaf-fenerlebnissen oder ähnlich gravierenden Ereignissen mit Todeserfahrung. Aus-schlaggebend hierfür war ein Vorfall im Jahr 2003 während eines Polizeieinsatzes, bei dem er versuchte, sich einem bewaffneten Straftäter, der zuvor bereits einen Menschen durch Schüsse getötet und einen weiteren schwer verletzt hatte, zu nähern und diesen zu überwältigen. Er wurde von diesem durch einen gezielten Schuss in den Bauchbereich lebensgefährlich verletzt. In Folge des Dienstunfallgeschehens wurde er 2006 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Seither wurden mehr als 300 betroffene Kolleginnen und Kollegen sowie deren Angehörige betreut. Die Leidtragenden erhalten dabei die Gelegenheit, im Kreise anderer Betroffener über das im Zusammenhang mit einem Schusswaffengebrauch Erlebte zu reden und voneinander zu lernen, mit den belastenden Erinnerungen, Träumen, Schuldgefühlen und Ängsten umzugehen, sowie Ressourcen zu finden und auszubauen, um zu lernen, dass das Leben weiter lebenswert ist.

Röhr ist nicht nur Organisator und Leiter des Seminars, sondern „das Herz“ dieser Gruppe. Seine Bereitschaft, Hilfestellung zu geben oder auch nur zuzuhören, geht über die Möglichkeiten einer Behörde hinaus, so dass ihm ein hohes Maß an Vertrauen und Anerkennung nicht nur innerhalb der Gruppe zuteil wird, sondern weit über die Landes- und sogar Bundesgrenzen hinaus. Das hohe Interesse an einer Seminarteilnahme von Betroffenen auch außerhalb des Landes Berlins, ja sogar ausländischer Teilnehmer belegt, dass die Tätigkeit Röhrs offensichtlich eine Lücke auf dem Gebiet der Verarbeitung belastender Erlebnisse schließt.

Elke Schilling ist eine vielseitig engagierte Bürgerin unserer Stadt. Sie hat sich in unterschiedlichen Bereichen engagiert und Verantwortung übernommen. Während ihres Einsatzes hat sie wichtige Anstöße gegeben, um gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen.

In der Begegnung mit älteren Menschen erfuhr sie von Einsamkeit und Isolation, was sie dazu brachte, gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern den Verein Silbernetz e.V. zu gründen, deren Vorsitzende sie ist. Seit Heiligabend 2017 betreibt Silbernetz eine Telefon-Hotline, bei der einsame Senioreninnen und Senioren anrufen können, um sich mit geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu unterhalten. Wenn sie es wünschen, wird ihnen ein „Silbernetz-Freund“ zugeteilt, der sich einmal in der Woche zu einem verabredeten Zeitpunkt meldet. Bei Bedarf bietet Silbernetz auch Informationen über Angebote in der Nachbarschaft oder Zugang zu professioneller Hilfe.

Auch dank des unermüdlichen Werbens um Unterstützung durch Elke Schilling gelang es Silbernetz in der Corona-Krise, die Telefon-Hotline für Nutzerinnen und Nutzer aus dem ganzen Bundesgebiet auszudehnen.

Über ihre Arbeit bei Silbernetz e.V. hinaus engagiert sich die Diplom-Mathematikerin bei den Berliner Bürgerplattformen. Mit ihrem beharrlichen und engagierten Einsatz trägt sie dazu bei, den in den vier Berliner Bürgerplattformen organisierten über 60 zivilgesellschaftlichen Gruppen in Treptow-Köpenick, Wedding/Moabit, Neukölln und Spandau Gehör zu verschaffen und ihre Ideen in die Gestaltung Berlins einzubringen.

Jocelyn Smith ist Jazz- und Opernsängerin und lebt seit 1984 in Berlin. Die Stadt ist seitdem ihr Lebens- und Arbeitsmittelpunkt. Von hier aus absolvierte sie bis 1996 mit ihrer Band „The Married Men“ diverse Tourneen durch Mitteleuropa. Seitdem war Jocelyn Smith sowohl als Backing-Sängerin als auch als Solistin an zahlreichen Projekten im Bereich der U- und E-Musik beteiligt und hat mit bedeutenden Künstlern wie zum Beispiel Falco, Udo Jürgens, der Gruppe Tangerine Dream und den Berliner Philharmonikern (unter der Leitung von Sir Simon Rattle) bei Konzerten oder Plattenproduktionen zusammengearbeitet.

Ihr musikalisch soziales Engagement zeigt Jocelyn Smith seit 2006 in der Chorarbeit. Sie erteilt ehrenamtlichen Gesangsunterricht im Kreuzberger Zentrum für Gesundheit und Kultur gegen Armut und soziale Ausgrenzung „Gitschiner 15“. Das Zentrum „Gitschiner 15“ ist ein Projekt der ev. Kirchengemeinde Heilig Kreuz-Passion. Bei diesem Projekt geht es außer um Kunst und Kultur auch um die Integration von Obdachlosen. Jocelyn Smith ist mit ihrem außergewöhnlichen Laien-Chor in den vergangenen Jahren schnell ein fester Bestandteil des Zentrums geworden. Chöre wie dieser tragen maßgeblich dazu bei, die Musik als Kulturgut lebendig zu erhalten und sie zu fördern als wichtigen Bestandteil des gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Seit 2008 unterstützt Jocelyn Smith ferner mit ihrem Musikprojekt „Higher Love: Kinder singen für Kinder“ das Aktionsbündnis Landmine.de. Sie setzt sich für ein weltweites Verbot von Streumunition und Landminen ein. Hierzu gründete sie im Juli 2008 den gemeinnützigen Verein Yes We Can e.V., der sich für den nachhaltigen Schutz und die Hilfe von Kriegsopferkindern stark macht und dessen Vorsitzende sie ist.

Unter ihrer Leitung sangen am 21. Dezember 2016 mehrere hundert Menschen am Breitscheidplatz „We are the world“. So sollte ein Zeichen gegen Angst und Hass gesetzt werden. Die Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Terroranschlages auf dem Breitscheidplatz wurden 2017 und 2019 von ihr musikalisch begleitet.

Dr. Helga Voth ist bereits vor der Wende im Bereich der Frauen- und Ge-schlechterforschung engagiert gewesen und gründete gemeinsam mit anderen Wissenschaftlerinnen der Humboldt Universität noch Ende 1989 das “Zentrum in-terdisziplinärer Frauenforschung” (ZiF), die einzige derartige Einrichtung der DDR. Ziel von Dr. Voth und ihren Mitstreiterinnen des ZiF war es, die an überwiegend patriarchalischen Wahrnehmungs- und Denkstrukturen orientierten Wissen-schaftskonzepte der Hochschullandschaft der DDR aufzubrechen, die Art der Wis-senschaftsproduktion zu verändern und die „Geschlechterneutralität“ der Wissenschaft durch Frauenforschung in Frage zu stellen.

Später wechselte Dr. Helga Voth in die Senatsverwaltung für Frauen und Gleichstellung. Dort verantwortete sie maßgeblich die Schaffung des Berliner Programms für die Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre (BCP), das im Jahr 2001 beschlossen wurde. Mit diesem Programm sollten bestehende strukturelle Hemmnisse bei der Durchsetzung von Chancengleicheit für Frauen in Forschung und Lehre überwunden und der Frauenanteil in allen wissenschaftlichen Qualifizierungsstufen und bei den jeweiligen Abschlüssen, insbesondere in naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen, erhöht werden. Mit Helga Voth als maßgeblich verantwortlicher Expertin und Katalysatorin bei der Fortschreibung des Förderansatzes in den Reihen der Berliner Ministerialverwaltung, zeigte sich das BCP als wichtiges, richtungsweisendes und erfolgreiches Instrument, um die Möglichkeiten beruflichen und wissenschaftlichen Erfolgs der Frauen in der Hochschullandschaft zu stärken. Sie steht für die beste Verbindung von wissenschaftlicher Expertise und vorbildlicher, engagierter und profilierter Arbeit in Verwaltung und Wissenschaft. Ohne Dr. Helga Voth wären die Berliner Hochschulen nicht so modern und leistungsfähig, wie sie es derzeit sind.

Jutta Weitz hat sich in herausragendem Maße um Berlin und insbesondere in der Nachwendezeit um die Kunst- und Kulturszene im Bezirk Mitte verdient gemacht. Als junge Berufstätige war Jutta Weitz zunächst bei der Ostberliner Konzert- und Gastspieldirektion (KGD) und anschließend im Prater beschäftigt, damals einem der größten Kreiskulturhäuser in der DDR. Seit 1988 arbeitete Jutta Weitz in der Kommunalen Wohnungsverwaltung (KWV) in Berlin-Mitte, dort war sie zuständig für betriebliche Kulturarbeit. Im Juli 1990 ging aus der KWV die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) hervor, Frau Weitz wechselte in die Gewerberaumabteilung der WBM.

In den Folgejahren vermittelte Jutta Weitz zum Wohle des Bezirkes und der Betroffenen zahlreiche Gewerbeflächen und Immobilien an interessierte Kulturschaffende. Sieentwickelte die Idee, diese Flächen für die Kulturszene zur temporären Nutzung anzubieten. Um die 4.000 Gewerberäume wurden in den Jahren bis 2007 für kulturelle und andere Zwischennutzungen vermietet, etliche von Jutta Weitz‘ Klienten der ersten Stunden sind geblieben: darunter etwa das Haus Schwarzenberg, das Kino Acud, die Sophiensäle oder die Kalkscheune. Jutta Weitz war 2018 unter den Finalistinnen des Listen to Berlin Awards der Berlin Music Commission, die mit diesem Preis herausragende Verdienste um die Förderung und Entwicklung der Berliner Musikszene auszeichnet.

Jutta Weitz‘ Engagement geht in beeindruckender und vorbildhafter Weise über ein selbstverständliches Maß hinaus. Weitz hat mit ihrem Ideenreichtum dazu beigetragen, dass Berlin ein weltweit außergewöhnlich beachteter Ort kulturellen Schaffens wurde und kontinuierlich einen besonderen Anziehungspunkt für Kulturschaffende und Touristen aus aller Welt darstellt. Jutta Weitz hat sich durch ihren herausragenden Einsatz in besonderer Weise um das Land Berlin verdient gemacht.

Siegfried Zoels hat sich durch sein vielfältiges Engagement unter anderem als Bezirkspolitiker, als Mitbegründer und Geschäftsführer des Vereins „Fördern durch Spielmittel“ und als langjähriger Vorstandvorsitzender der Robert-Havemann-Gesellschaft Verdienste um das Land Berlin erworben.

Als junger Berufstätiger war er Hilfspfleger und Fürsorger in der Kinderpsychiatrie im heutigen Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge und baute in dieser Funktion eine familienorientierte Sozialarbeit auf. Zoels war von 1973 bis 1986 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Amt für industrielle Formgestaltung (AiF). Zwischen 1986 und 1989 führte er freischaffend im Verband Bildender Künstler der DDR, AG Design & Rehablitation, die Erarbeitung des behindertengerechten Stadtplans Marzahn durch. Im Dezember 1989 saß er als Delegierter des „Neuen Forum“ mit am Runden Tisch. 1990 leitete er den UNESCO-Workshop „Toys for Children`s Rehabilition“ im Bauhaus Dessau. Von 1990 bis 1992 war Siegfried Zoels stellvertretender Bezirksbürgermeister und Stadtrat für Familie, Jugend und Sport im Bezirk Prenzlauer Berg. Im März 1991 wurde Zoels Mitbegründer des Vereins „Fördern durch Spielmittel. Spielzeug für behinderte Kinder“, später auch Geschäftsführer. Dabei blieb er politisch weiterhin in der Bezirksverordnetenversammlung und in weiteren bezirklichen Gremien des Bezirks Prenzlauer Berg aktiv. Mit Zoels Verein „Fördern durch Spielmittel“ wurden in zahlreichen internationalen Workshops und als Partner des UNESCO-Programms „Bildung für Kinder in Not“ etliche Spielzeugideen für Kinder mit Behinderung entwickelt; für diese Arbeit wurde Siegfried Zoels 2005 mit dem Verdienstorden am Bande der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Darüber hinaus initiierte der Verein mehrere Betriebe, die Menschen mit Behinderung ausbilden und beschäftigen.

Siegfried Zoels hat sich durch seinen Einsatz in der Berliner Kommunalpolitik und für Menschen mit Handicaps in Berlin und weltweit Verdienste erworben.