Fortsetzung des Personalpolitischen Aktionsprogramms: Maßnahmen für eine moderne, leistungsfähige Verwaltung haben sich in der Corona-Krise bewährt

Pressemitteilung vom 25.08.2020

Aus der Sitzung des Senats am 25. August 2020:

Das Personalpolitische Aktionsprogramm soll bis 2021 fortgesetzt werden. Es sieht verbindliche Maßnahmen für eine moderne, leistungsfähige Verwaltung vor. Diese haben sich insbesondere in der Corona-Krise bewährt. Das betrifft vor allem:

  • den kontinuierlichen Ausbau des Online-Angebots,
  • den verstärkten Einsatz mobiler und flexibler Arbeitsformen sowie
  • die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf.

Einen entsprechenden Bericht hat der Senat heute auf Vorlage von Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz beschlossen. Dieser wird dem Abgeordnetenhaus nun zur Kenntnisnahme übermittelt.

Der Senat legt seit 2017 personalpolitische Schwerpunkte für den unmittelbaren Landesdienst in Aktionsprogrammen fest. Der aktuelle Bericht informiert über Arbeitsschwerpunkte des Personalmanagements bis 2021 und gibt Auskunft über die erzielten Fortschritte in der ersten Jahreshälfte. Beispielsweise erhalten alle, die beim Land Berlin künftig ein Pflichtpraktikum absolvieren, eine Vergütung in Höhe von 400 Euro. Weiterhin wichtig sind auch einheitliche Standards für Auswahlverfahren und einheitliche Stellenbewertungen, um die Stellenbesetzung zu beschleunigen. Die Durchschnittsdauer eines Verfahrens betrug 2019 bereits dreieinhalb Monate. Anfang 2015 dauerte ein Stellenbesetzungsverfahren durchschnittlich noch etwas mehr als fünf Monate. Corona-bedingt waren die personalpolitischen Herausforderungen besonders groß.

Dr. Kollatz: „Die Corona-Pandemie hat die Leistungsfähigkeit der Berliner Verwaltung in den vergangenen Monaten auf eine harte Probe gestellt. Die Krisenbewältigung, insbesondere in der Frühphase im März und April, hat uns enorme Kräfte abverlangt. Für die hohe Einsatzbereitschaft und das starke Engagement in dieser Zeit möchte ich allen Landesbeschäftigten und den Beschäftigten unserer Partner besonders danken.“

Die Senatsfinanzverwaltung musste Corona-bedingt in kürzester Zeit zahlreiche arbeits-, dienst und personalvertretungsrechtliche Aspekte regeln. Hinzu kamen regelmäßige Informationen zur Steuerung des Präsenzbetriebes der Berliner Verwaltung. Außerdem hatten viele Bereiche zusätzliche Personalbedarfe signalisiert. Diese wurden weitgehend innerhalb der jeweiligen Dienststellen kompensiert.

„Trotz der Corona-Pandemie haben wir unsere ambitionierten personalpolitischen Ziele nicht aus dem Blick verloren. Die Verwaltung ist digitaler unterwegs als je zuvor. Ein Grund hierfür ist auch unser gutes Krisenmanagement. Die technische Ausstattung der Beschäftigten und der Ausbau der mobilen Arbeitsfähigkeit hatten oberste Priorität, um die Leistungsfähigkeit der Berliner Verwaltung aufrechterhalten. Daran wollen wir mit einheitlichen Lösungen anknüpfen. Denn wir werden den gestiegenen Anforderungen an die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf nur mit dem landesweiten Einsatz mobiler, flexibler Arbeitsformen gerecht. Gleichzeitig steigern wir damit die Arbeitszufriedenheit und setzen ein wichtiges Signal für potenzielle Nachwuchs- und Fachkräfte“, so Dr. Kollatz.

Digitale Kommunikation noch wichtiger

Die Corona-Krise hat die enorme Bedeutung digitaler Kommunikation deutlich gemacht. Das betrifft vor allem die Informations- und Jobangebote im Internet. Die Senatsfinanzverwaltung hat das Online-Angebot deutlich ausgebaut, um potenzielle Bewerberinnen und Bewerber gezielter anzusprechen und das Interesse an einer beruflichen Karriere im Land Berlin zu wecken.

Das Berliner Karriereportal bleibt das Herzstück aller Initiativen des landesweiten Personalmarketings. Seit dem 12. August steht mit dem Relaunch eine flache, klare Navigationsstruktur zur Verfügung, die allen Zielgruppen eine schnelle Orientierung zu den beruflichen Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten bietet. Zentrales Element ist der einheitliche Stellenmarkt, der alle freien Stellen des unmittelbaren Landesdienstes enthält. Das neue Portal verfolgt einen konsequenten Mobile-First-Ansatz, der auf die Nutzung auf mobilen Endgeräten ausgelegt ist. Auch die digitale Barrierearmut wird im Entwicklungsprozess besonders berücksichtigt. Zum Karriereportal: https://www.berlin.de/karriereportal/

Parallel dazu wird sich das Land Berlin als Arbeitgeber stärker in den sozialen Karrierenetzwerken positionieren. Diese Online-Kommunikation dient dem Employer Branding und bildet den Ausgangspunkt für das Recruiting. Die positive Wahrnehmung des Landes Berlin als sicherer, perspektivreicher Arbeitgeber soll damit maßgeblich gefördert und die Reichweite des Karriereportals erweitert werden.

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten verschiedene Job- und Karrieremessen im Präsenzformat abgesagt werden. Dies betraf insbesondere den Tag des dualen Studiums an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, die Girls-&-Boys-Days oder den landesweiten Verwaltungskongress. Als Folge sind digitale Formate stärker in den Fokus gerückt. Erste positive Erfahrungen wurden zum Beispiel bei der Jobmesse Sticks & Stones Digital im Juni 2020 gesammelt. Die Teilnahme an digitalen Job- und Karrieremessen soll künftig verstärkt werden.

Digital sollen künftig auch Beihilfeanträge abgewickelt werden. Die Beihilfe-App befindet sich derzeit im Testbetrieb und soll planmäßig im dritten Quartal 2020 landesweit zum Einsatz kommen. Parallel läuft der interne Testbetrieb „Beihilfeantrag online“ mit den Beihilfeberechtigten des Landesverwaltungsamts Berlin problemlos und stabil. Aufgrund des umfangreichen technischen Anpassungsbedarfs beim IT-Dienstleistungszentrum wird das Projekt allerdings erst 2021 abgeschlossen sein.

Flexible Arbeitsmodelle unterstützen Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die digitale Kommunikation ist auch für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von herausragender Bedeutung. Die Corona-Krise hat dies noch einmal verdeutlicht. Zur Aufgabe hat sich der Berliner Senat aber auch schon bisher die möglichst reibungslose Verbindung von Arbeits- und Privatleben gemacht. Aufbauend auf den Erfahrungen der einzelnen Dienststellen sollen in diesem Jahr landeseinheitliche Standards konkretisiert und möglichst verbindlich formuliert werden. 2021 soll dann ein Zertifizierungsverfahren für ein landeseigenes Gütesiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ entwickelt werden.

Eine hohe Arbeitszeitflexibilität, ein großzügiger Gleitzeitrahmen, individuelle Teilzeitmodelle oder alternierende Telearbeit vereinfachen das Zusammenspiel von Familie und Beruf. Diese Arbeitsformen fördern die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und fördern deren Identifikation mit dem Arbeitgeber. Gleichzeitig ist dieses Angebot ein wesentliches Kriterium bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber.

Die Rahmendienstvereinbarung zum landesweiten Einsatz mobiler Endgeräte aus dem Jahr 2009 soll durch eine zeitgemäße Rahmendienstvereinbarung abgelöst werden. Bis Ende 2020 sollen die Eckpunkte mit dem Hauptpersonalrat abgestimmt und die Neuregelung auf den Weg gebracht werden. Die für die Informations- und Kommunikationstechnik zuständige Senatsverwaltung für Inneres und Sport erarbeitet derzeit bereits ein Konzept, das als Standardausstattung der Büroarbeitsplätze künftig mobile Endgeräte und Dockingstationen vorsieht.

Das Abgeordnetenhaus hatte am 12. Dezember 2019 beschlossen, dass das Personalpolitische Aktionsprogramm 2019/20 bis 2021 fortgeschrieben werden soll. Gleichzeitig soll regelmäßig über die Fortschritte in der Haupt- und Bezirksverwaltung berichtet werden. Das betrifft vor allem das Personalmanagement. Hierzu gehören: Stellenbesetzungsverfahren, E-Recruiting, Wissens- und Gesundheitsmanagement. Das Personalmarketing, die Nachwuchskräftegewinnung sowie die Förderung der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf bilden weitere Schwerpunkte.

Informationen zum Personalpolitischen Aktionsprogramm 2019/2020 unter www.berlin.de.