Berliner Senat beschließt strategisches Entwicklungskonzept für das Flughafengebäude Tempelhof

Pressemitteilung vom 11.08.2020

Aus der Sitzung des Senats am 11. August 2020:

Der Flughafen Tempelhof soll in den kommenden Jahren ein zukunftsweisender, beispielhafter und gemeinwohlorientierter Begegnungs- und Austauschort für Berlin, Deutschland und die ganze Welt werden. Eine Stadt in der Stadt, bunt und vielfältig, mit Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft, öffentlicher Infrastruktur, Büronutzung, Großevents und Kleinkultur, Dauermietern und temporären Nutzern.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher: „Der heutige Senatsbeschluss ist ein politischer Meilenstein für den Erhalt, die Sanierung und die schrittweise Öffnung des einzigartigen Baudenkmals. Die künftigen Nutzungen sollen der Architektur und der vorhandenen Raumstruktur entsprechen. Die Vision für das Flughafengebäude verbindet bereits getroffene Setzungen mit partizipativ erarbeiteten Überlegungen für eine zukunftsweisende Nutzung.“

Für die Umsetzung der Entwicklungsaufgaben wird der Auftrag der Tempelhof Projekt GmbH neu gefasst. Die Gesellschaft konzipiert und entwickelt die schrittweise Öffnung von THF für kulturelle, touristische, kreativwirtschaftliche und experimentelle Nutzungen und die Entwicklung von Flächen für Verwaltungen.

Die Tempelhof Projekt GmbH hat auf Basis der Erkenntnisse der Grundlagenermittlung zum baulichen Zustand des Gebäudes in den vergangenen Monaten eine Strategie für die Entwicklung des Flughafens erarbeitet. Das Entwicklungskonzept, die „Vision 2030+“ steckt einen flexiblen Rahmen für die schrittweise Umsetzung des Entwicklungsziels.

Im Kern des Senatsbeschlusses stehen vorerst neben der Erhaltung und Sanierung die Schaffung von Büroflächen und die Fertigstellung der geförderten Projekte, wie Kopfbau West mit dem Fluglotsentower, mit der Dachterrasse – Deck 360° und der Ausstellungsebene „Big Box“ bis Ende 2021 sowie des ersten Bauabschnitts der Dachgalerie 2024. Die Erdgeschosse werden nach und nach mit publikumsbezogenen Nutzungen belegt und öffentlich zugänglich gemacht. Für temporäre Veranstaltungen sollen Ehrenhof, Haupthalle, überdachtes Vorfeld und vier Hangars genutzt werden. In den drei weiteren Hangars werden kulturelle und mediale Dauernutzungen etabliert.

Der bauliche Zustand des über achtzig Jahre alten Gebäudes erfordert schnellstmögliche Baumaßnahmen. Die Sanierung und Herstellung der Betriebs- und Verkehrssicherheit wird schrittweise erfolgen und die nächsten 15 Jahre in Anspruch nehmen.

Gegenwärtig haben die bereits laufenden Sanierungsarbeiten in den von der Polizei angemieteten Flächen Priorität. Mittelfristig ist die Verlagerung der langjährig am Standort ansässigen Verkehrslenkung Berlin eine zwingende Voraussetzung für die bauliche Umsetzung der Dachgalerie.