Psychosoziale Versorgung geflüchteter Menschen verbessern

Pressemitteilung vom 21.07.2020

Aus der Sitzung des Senats am 21. Juli 2020:

Der Senat hat heute auf Vorlage der Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Dilek Kalayci den Bericht an das Abgeordnetenhaus „Psychosoziale Versorgung Geflüchteter verbessern: Übergangsstrukturen stärken, Regelsysteme öffnen!“ beschlossen.

Der Bericht stellt die vielfältigen Maßnahmen dar, die der Senat seit dem vermehrten Zuzug von geflüchteten Menschen ab dem Jahr 2015 zu ihrer Inklusion in das Regelsystem der psychosozialen und psychiatrischen Versorgung ergriffen hat. Es wird festgestellt, dass durch die gezielten Maßnahmen das Regelsystem dahingehend unterstützt und gestärkt werden konnte, dass die anfänglich hohe Belastungssituation verringert und die interkulturelle Kompetenz in den Einrichtungen weiter gesteigert werden konnte. Im Ergebnis gelang es, die bestmögliche psychosoziale, psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung für geflüchtete Menschen sicherzustellen.

Senatorin Dilek Kalayci: „Alle Berlinerinnen und Berliner, die Hilfe benötigen, sollen von den Leistungen unseres engmaschigen psychosozialen und psychiatrischen Versorgungssystems gleichermaßen profitieren – das ist mein Anspruch. Die Bemühungen, die Versorgungsangebote kultursensibel zu gestalten und für alle zugänglich zu machen, dürfen nicht aufhören, weil zurzeit weniger geflüchtete Menschen nach Berlin kommen. Unsere Stadt ist eine Migrationsgesellschaft. Damit ist klar, dass die interkulturelle Öffnung der Regelsysteme eine Daueraufgabe und ständige Herausforderung ist.“

Der Senat verfolgt das Ziel, die vielen wertvollen Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren bei der Versorgung geflüchteter Menschen gewonnen wurden, für die weitere interkulturelle Öffnung der Regelversorgung nachhaltig zu sichern. Der Landesbeauftragte für Psychiatrie hat sich deshalb der Aufgabe angenommen, den fachlichen Austausch mit wichtigen Akteuren der psychosozialen, psychotherapeutischen und psychiatrischen Versorgung auf Landesebene im Rahmen eines Runden Tisches zu koordinieren.

Auch die Übernahme des Projekts „TransVer – Kompetenzzentrum Ressourcen Netzwerk zur interkulturellen Öffnung“ in Landesförderung durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung soll dieses Ziel befördern. Durch Beratungen und Fortbildungen soll die interkulturelle Kompetenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erhöht und interkulturelle Organisationentwicklungen angeregt werden.

Neue Ansätze wie die aufsuchende psychosoziale Beratung, die sich besonders bewährt haben, werden weiterhin gefördert und in die Regelfinanzierung übernommen. Auch beim wichtigen Thema der Sprachmittlung hält das Land Berlin Angebote vor, die von Einrichtungen des Gesundheitssystems teils kostenfrei abgerufen werden können.