Berlin übernimmt Verantwortung für seine koloniale Vergangenheit

Pressemitteilung vom 23.06.2020

Aus der Sitzung des Senats am 23. Juni 2020:

Der Senat hat heute auf Vorlage des Senators für Kultur und Europa, Dr. Klaus Lederer, den Zwischenbericht an das Abgeordnetenhaus „Berlin übernimmt Verantwortung für seine koloniale Vergangenheit“ beschlossen.

Der Bericht gibt eine Übersicht über die bislang umgesetzten und geplanten Maßnahmen. Von zentraler Bedeutung für den weiteren Prozess wird die von der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe) eingesetzte zivilgesellschaftliche Koordinierungsstelle sein. Getragen von dem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis Decolonize Berlin e.V., wird sie die notwendigen Aufgaben und Prozesse auf dem Weg zur Konzeption und Umsetzung eines gesamtstädtischen Aufarbeitungskonzepts definieren, initiieren sowie begleiten und insbesondere die dauerhafte und adäquate Teilhabe aller relevanten Akteurinnen und Akteure sicherstellen.

Das Land Berlin hat damit eine einzigartige Form für die gemeinsame Arbeit an der Aufarbeitung des Kolonialismus entwickelt. Dabei ist die Zivilgesellschaft fest und institutionell abgesichert in die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Verwaltungen, Einrichtungen und weiteren Akteuren eingebunden.

Senator Dr. Lederer: „Ich freue mich sehr, dass es mit diesem Bericht einen guten Ausgangspunkt für die weitere Auseinandersetzung mit der (post)kolonialen Vergangenheit und Gegenwart Berlins gibt. Der Bericht zeigt, was – insbesondere von der Zivilgesellschaft, die dieses Thema durch ihre jahrelange Arbeit auf die Agenda gesetzt hat, zunehmend aber auch von Berliner Verwaltungen und Einrichtungen – schon geleistet wurde und wird. Er zeigt aber auch deutlich, was noch zu tun ist. Wir stehen am Anfang und das Thema wird uns noch lange begleiten.“