Neue berufliche Perspektiven für erfahrene Beamtinnen und Beamte: Gesetzentwurf zur Einführung der Verwendungsbeförderung auf den Weg gebracht

Pressemitteilung vom 16.06.2020

Aus der Sitzung des Senats am 16. Juni 2020:

Der Senat hat sich ein modernes Personalmanagement zum Ziel gesetzt und schafft mit der Einführung der Verwendungsbeförderung neue berufliche Perspektiven für erfahrene Beamtinnen und Beamte. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde vom Senat heute auf Vorlage von Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz zur Kenntnis genommen. Dieser wird nun dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme vorgelegt.

Erfahrene Beamtinnen und Beamte des ersten Einstiegsamtes der Laufbahngruppe 2 sollen künftig die Möglichkeit haben, in bestimmten Verwendungsbereichen bis in Ämter des zweiten Einstiegsamtes ihrer Laufbahngruppe mit der Wertigkeit der Besoldungs¬gruppe A 14 befördert zu werden.

Senator Dr. Kollatz: „Berlin wächst und die Verwaltung ist bereits mittendrin in einem Generationswechsel. Deshalb ist der Einstellungsbedarf hoch. Es ist mir ein Anliegen, dabei zu einer guten Mischung zu kommen und Führungskräfte teilweise von außen einzustellen und teilweise von innen durch Aufstieg zu gewinnen. Der Aufstieg von innen sichert Erfahrungswissen, Leistungskraft und motiviert. Die Verwendungsbeförderung ist also ein guter und gleichzeitig notwendiger und großer Schritt im Laufbahnrecht. Wir erweitern die Möglichkeiten in der Personalentwicklung und setzen ein wichtiges Signal für erfahrene Beamtinnen und Beamte.“

Umfassende Möglichkeiten zur Personalentwicklung für Beamtinnen und Beamte bietet vor allem das Laufbahnrecht. Dienstkräfte, für die zum Beispiel aus familiären Gründen die zeit- und leistungsintensiven Verfahren und Qualifizierungen für die Regelbeförderung nicht in Betracht kommen, können mit der Einführung der Verwendungsbeförderung im Laufbahngesetz ihre beruflichen Chancen erweitern. Motivierte Kolleginnen und Kollegen werden dadurch für neue Aufgaben qualifiziert.

Die Neuregelung zielt daher zudem darauf ab, offene Führungspositionen und Stellen mit Aufgaben der Laufbahngruppe 2 im zweiten Einstiegsamt, die eine langjährige berufliche Erfahrung erfordern, zu besetzen. Dafür stehen Beamtinnen und Beamte, wie beispielsweise langjährige Spezialistinnen und Spezialisten im Haushaltswesen oder Expertinnen und Experten bei der Vergabe von Aufträgen, in der Bezirks- und Hauptverwaltung bereit. Aufgrund laufbahnrechtlicher Vorgaben ist ihnen aber bisher die Beförderung in Ämter des zweiten Einstiegsamtes der Laufbahngruppe 2 verwehrt.