Ehemaliger Güterbahnhof Köpenick wird neues Stadtquartier

Pressemitteilung vom 12.05.2020

Aus der Sitzung des Senats am 12. Mai 2020:

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung auf Vorlage der Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, die Verordnung über die förmliche Festlegung des städtebaulichen Entwicklungsbereiches für den ehemaligen Güterbahnhof Köpenick erlassen.

Senatorin Lompscher: „Das Gebiet ist eines von inzwischen 16 neuen Stadtquartieren, die das Land Berlin mit Schwerpunkt Wohnungsbau in den nächsten Jahren realisieren wird. Mit der heute beschlossenen Verordnung sind nunmehr die Rechtsgrundlagen und die Finanzierungsvoraussetzungen für die zügige Planung und Umsetzung des neuen Stadtquartiers auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Köpenick geschaffen.“

Geplant sind hier rund 1.800 Wohnungen, am Wohnungsbau auf den zukünftig landeseigenen Flächen sollen Genossenschaften mit mindestens 20 Prozent beteiligt werden. Daneben werden die vorhandenen kleinteiligen Gewerbebetriebe vor Ort gesichert und neue Arbeitsplätze geschaffen. Zwei Grundschulen und eine Integrierte Sekun¬dar¬schule sollen insbesondere die Schulversorgung in den benachbarten Quartieren des Bezirkes Treptow-Köpe¬nick stärken und hier die sich bereits heute abzeichnenden Defizite ausgleichen.

Mit der Entwicklung des neuen Stadtquartiers werden das übergeordnete Straßennetz durch die geplante Ostumfahrung Bahnhofstraße ebenso wie das Fuß- und Radwegenetz bedarfsgerecht erweitert. Damit können die bestehenden verkehrlichen Engpässe und Barrieren über¬wunden und eine bessere Vernet¬zung mit den benachbarten Stadt¬teilen hergestellt werden. Dabei entsteht ein klimaneutrales und „autoarmes“ Stadtquartier mit Mobility-Stationen und zukunftsweisenden Mobilitäts- und Energieversorgungs¬angeboten.

Die Sicherung und Planung eines Verbundes von – zum Teil öffentlich nutzbaren, zum Teil naturbelassenen – Grün- und Freiflächen gewährleisten den Ausgleich für die mit den geplanten Bau¬maßnahmen verbundenen Eingriffe in den Natur¬haus¬halt. Die Revitalisierung des seit Anfang der 90er Jahre brachliegenden ehemaligen Güterbahnhofsareals ist darüber hinaus mit einer umfassenden Neuordnung des vorhandenen Stadtgefüges verbunden. Parallel zu der geplanten Gebietsentwicklung wird mit dem von der Deutschen Bahn AG geplanten neuen Regionalbahnhof Köpenick unmittelbar am vorhandenen S-Bahnhof die übergeordnete Anbindung des neuen Stadtquartiers an den regionalen Schienenverkehr realisiert.

Senatorin Lompscher: „Die Ziele und Konzepte für das neue Stadtquartier wurden bereits frühzeitig mit den zuständigen Fachverwaltungen, den Trägern öffentlicher Belange und weiteren Akteuren erarbeitet. Dieser Prozess wurde von einem intensiven öffentlichen Diskurs und einer umfassenden Beteiligung der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner sowie der interessierten Öffentlichkeit vor Ort begleitet. Dieser für die künftige Gebietsentwicklung wichtige Beteiligungsprozess wird in den nächsten Jahren fortgesetzt.“

Seit einigen Monaten finden vielfältige und erforderliche Aktivitäten zur Vorbereitung der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme statt. Dazu gehören insbesondere die Beauftragung der Planer nach einer europaweiten Ausschreibung sowie des künftigen Entwicklungsträgers. Kontinuierlich wurden in diesem Zusammenhang auch die Abstimmungen mit der Deutschen Bahn AG zum Ausbau des Regionalbahnhofes sowie mit den Eigentümerinnen und Eigentümern der Schlüsselgrundstücke geführt.