Serviceorientiertes Personalmanagement: Berlin strebt Erneuerung technischer Systeme an

Pressemitteilung vom 05.05.2020

Aus der Sitzung des Senats am 5. Mai 2020:

Das Land Berlin arbeitet mit dem Projekt „Serviceorientiertes PersonalManagement“ (SPM) daran, bestehende technische Systeme wie die Integrierte PersonalVerwaltung (IPV) zu erneuern. Eine entsprechende Vorlage von Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz hat der Senat heute zur Kenntnis genommen. Diese wird dem Rat der Bürgermeister nun zur Stellungnahme unterbreitet.

Das Projekt SPM wurde im zweiten Halbjahr 2019 von der Senatsfinanzverwaltung initiiert. Es dient dem Ziel, das Fachverfahren IPV neu zu gestalten und alle benötigten Funktionen des Personalmanagements bedarfsgerecht abzubilden. Zunächst geht es darum, die rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und fachlichen Fragen gemeinsam mit allen Senats- und Bezirksverwaltungen zu erörtern und abschließend zu klären.

Die Projektleitung liegt bei der Senatsfinanzverwaltung. Diese verantwortet, plant und steuert das Projekt und behält die Kosten und Termine im Blick. Ein Fachgremium steht der Projektleitung beratend zur Seite. Hinzu kommt ein Lenkungsgremium, das der Projektleitung als Entscheidungs-, Eskalations- und Berichtsgremium dient. Ein Entscheidungsgremium fungiert als übergeordnete, strategische Eskalationsinstanz.

Aufgrund des angestrebten landesweiten Einsatzes der Systemlösung werden die Senats- und Bezirksverwaltungen paritätisch einbezogen. Senatsseitig sind das neben der Senatsfinanzverwaltung die größten personalführenden Verwaltungen: das Landesverwaltungsamt, die Polizei Berlin, die Berliner Feuerwehr und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Auf Vorschlag der Amtsleiterrunde Personal werden die Bezirksämter Neukölln, Treptow-Köpenick, Tempelhof-Schöneberg, Reinickendorf und Marzahn-Hellersdorf berücksichtigt.

Die Konzeption für IPV begann vor mehr als 20 Jahren. Damals stand die Ablösung der verschiedenen Insellösungen für die abrechnungsrelevanten Aspekte bei den Dienstkräften des unmittelbaren Berliner Landesverwaltungsdienstes im Fokus. Das hatte zur Folge, dass die Stammdatenverwaltung und Entgeltabrechnung systemtechnisch vereinheitlicht und standardisiert wurden. Mit behördenspezifischen Weiterentwicklungen wurde der Funktionsumfang des Systems ausgebaut, aber auch die ursprünglich definierte Zielgruppe erweitert. Dennoch bildet das heutige System viele Funktionsbausteine des Personalmanagements nicht ab. Zum landesweiten Standard entwickelte sich nur die Entgeltabrechnung mit der Stammdatenverwaltung. Bis heute sind die vollständigen Personaldaten aus dem IPV-System nur mit Medienbrüchen abrufbar.

Die Senatsfinanzverwaltung trägt im Rahmen des Berliner E-Government-Gesetzes vom Mai 2016 die Verantwortung, in den Politikfeldern Finanzen und Personal Verwaltungsabläufe zu optimieren. Vor diesem Hintergrund werden regelmäßig technische und prozessuale Verbesserungspotenziale identifiziert. Für das Projekt SPM sind im aktuellen Doppelthaushalt 1,2 Mio. € für 2020 und 7,5 Mio. € für 2021 veranschlagt. Außerdem bestehen für die Jahre 2022 bis 2024 bereits Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 42,5 Mio. €.