Kleingartenentwicklungsplan 2030 sichert wertvolles Stadtgrün

Pressemitteilung vom 21.04.2020

Aus der Sitzung des Senats am 21. April 2020:

Der Senat hat heute auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, den Kleingartenentwicklungsplan 2030 (KEP) zur Kenntnis genommen. Er wird nun dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme zugeleitet. Der Plan beschreibt die Entwicklungsperspektive der knapp 880 Kleingartenanlagen Berlins mit ihren insgesamt rund 71.000 Parzellen.

Der zuletzt 2014 fortgeschriebene Kleingartenentwicklungsplan wurde dieses Mal umfassend überarbeitet. Er enthält erstmals eine detaillierte Bestandsanalyse und eine qualitative Bewertung der Berliner Anlagen aus stadtökologischer Sicht. Dies ist vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt mit zunehmender Flächenkonkurrenz und einer hohen Nutzungsintensität von Grünflächen dringend geboten, um Bedarf und Bedeutung kleingärtnerischer Betätigung in der Großstadt zu beschreiben und wertzuschätzen. Der KEP ist dafür in einem umfassenden Beteiligungsprozess im Austausch mit Kleingartenverbänden, Interessenträgern, Politik, Behörden und der Fachöffentlichkeit erarbeitet worden.

Senatorin Günther: „Berlins Kleingärten sind ein ganz besonderes Stück Stadtgrün – unverzichtbar für die Menschen und für eine lebenswerte Stadt. Der neue Kleingartenentwicklungsplan zeigt eindrücklich die herausragende Bedeutung der Berliner Anlagen anhand klarer Bewertungskriterien. Wir geben daher den Kleingartenanlagen auch in einem wachsenden Berlin eine langfristige Perspektive, damit sie der ganzen Stadt dauerhaft zugutekommen können.“

In Berlin gibt es derzeit 877 Kleingartenanlagen mit 70.953 Parzellen auf rund 2.900 ha. Für vier Fünftel dieser Fläche wird im KEP eine hohe bis sehr hohe Bedeutung im urbanen Kontext festgestellt, etwa hinsichtlich der Schutzwürdigkeit für das Stadtklima (Kühlung, Versickerung, Verdunstung) und der wohnortnahen Versorgung mit Grünanlagen bei hoher Bevölkerungsdichte.

Von der Gesamtfläche sind (beziehungsweise werden) insgesamt 82 Prozent dauerhaft gesichert. Für weitere 9,6 Prozent (6.915 Parzellen in 149 Kleingartenanlagen) wird der bislang nur bis Ende 2020 geltende Bestandsschutz auf Landesflächen – trotz wachsenden Flächenbedarfs für den Wohnungsbau – um ein komplettes Jahrzehnt bis 2030 verlängert. Weitere gut sieben Prozent sind private Flächen.

Nach den Anmeldungen der Bezirke werden voraussichtlich nur rund 0,5 Prozent der Gesamtfläche bis 2030 für den steigenden Bedarf an Schulen, Kitas, Sportplätzen oder anderen sozialen Einrichtungen in Anspruch genommen werden müssen – hinzu kommen gegebenenfalls weitere Flächen für soziale und verkehrliche Infrastrukturmaßnahmen, deren Realisierung noch unklar ist.
Alle betroffenen Kleingärtnerinnen und Kleingärtner auf Landesflächen erhalten eine Entschädigung und das Angebot, eine Ersatzfläche zu pachten.