BEK-Bericht zeigt Fortschritte beim Klimaschutz Klimanotlage erfordert verstärktes Handeln insbesondere im Verkehrs- und Gebäudesektor

Pressemitteilung vom 03.03.2020

Aus der Sitzung des Senats am 3. März 2020:

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung einen von der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, vorgelegten Monitoringbericht zur Umsetzung des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK 2030) beschlossen. Der Bericht zeigt, welche Fortschritte Berlin im vergangenen Jahr bei der Umsetzung der rund 100 BEK-Maßnahmen zum Schutz des Klimas und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels gemacht hat. Die Umsetzung in den Handlungsfeldern Energieversorgung, Gebäude und Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr erfolgt in Verantwortung der jeweils zuständigen Senatsressorts und unter der Federführung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Beim Kohleausstieg ist Berlin 2019 mit dem Abschluss der Machbarkeitsstudie und der Stilllegung des Kohlekraftwerks Reuter C wichtige Schritte vorangekommen. Die ersten Elektrobusse auf den Straßen, mehr Radwege, zusätzliche Solaranlagen auf öffentlichen Dächern und mehr als 100 neue Trinkbrunnen in der Stadt machen Klimaschutz und Klimaanpassung für die Berlinerinnen und Berliner erlebbar. Neue BEK-Förderprogramme erleichtern den Austausch von klimaschädlichen Ölheizungen und die Nutzung selbsterzeugten Solarstroms. Weitere Maßnahmen, die 2019 umgesetzt wurden, sind der neue Klimabonus beim Wohngeld, die flächendeckende Nutzung der Biotonne und der Start des 1000-Grüne-Dächer-Programms zur Förderung begrünter Dächer.

Senatorin Günther: „Der Bericht zeigt gute Fortschritte bei der Umsetzung des Programms, macht aber auch klar, dass insgesamt noch erhebliche zusätzliche Anstrengungen notwendig sind, um mittels weiterer Maßnahmen die Berliner Klimaziele zu erreichen. Wir brauchen einen beschleunigten Abschied von fossilen Energien, wozu die verstärkte Gebäudesanierung einen erheblichen Beitrag leisten kann.“

Wie notwendig Maßnahmen zur Verringerung der klimaschädlichen Treibhausgase sind, unterstreicht der Berichtsteil zum Klimafolgenmonitoring: Danach zeichnet sich in Berlin innerhalb der letzten Jahrzehnte bereits ein deutlicher Erwärmungstrend ab. Dies geht mit einer Zunahme von Wetterextremen wie Hitze, Trockenheit und Starkregen einher. Im Zuge der fortschreitenden Erderhitzung muss sich daher auch Berlin auf erhebliche Belastungen für Mensch, Umwelt und Infrastrukturen einstellen.

Zur Entwicklung der CO2-Emissionen in Berlin stellt der Bericht fest, dass diese nach den aktuellsten verfügbaren Daten im Zeitraum von 1990 bis 2017 zwar um 34,6 Prozent gesenkt werden konnten. Vor allem in den Bereichen der Gebäudesanierung und Verkehr bleibt die Entwicklung aber deutlich hinter den CO2-Minderungen zurück, die zur Einhaltung der Berliner Klimaschutzziele erforderlich wären. Der vom Verkehrssektor in Berlin verursachte CO2-Ausstoß etwa ist zwischen 2012 und 2017 sogar um 13,2 Prozent gestiegen.

Daher unterstreicht der heute verabschiedete BEK-Monitoringbericht die Notwendigkeit, über die bereits laufenden Maßnahmen hinaus weitere Anstrengungen zur Verringerung der CO2-Emissionen zu unternehmen. Die Klimanotlage erfordert verstärktes Handeln, um das Ziel eines klimaneutralen Berlins (spätestens) 2050 zu erreichen.