Bericht zum Berliner Bäderkonzept beschlossen

Pressemitteilung vom 18.02.2020

Aus der Sitzung des Senats am 18. Februar 2020:

Der Senat hat heute auf Vorlage von Innen- und Sportsenator Andreas Geisel den Bericht an das Abgeordnetenhaus „Bäderkonzept überarbeiten – Öffentliche Daseinsvorsorge als Leitbild“ beschlossen. Das Abgeordnetenhaus hatte den Senat aufgefordert, das „Berliner Bäderkonzept 2025“ zu überarbeiten.

Der Bericht an das Abgeordnetenhaus umfasst die folgenden wesentlichen Punkte:

Verlässlichkeit schaffen
Derzeit werden Regelöffnungszeiten der Schwimmhallen montags bis freitags von 6.30 Uhr bis 21.30 Uhr und an Wochenenden von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr angeboten. Aus Sicht der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) haben sich diese Zeiten bewährt. Einige Schwimmhallen bieten nunmehr auch Öffnungszeiten bis 22.00 Uhr und längere Wochenendöffnungszeiten an. Erweiterte Wochenendöffnungszeiten an weiteren Standorten in den Wintermonaten befinden sich – ebenso wie die Bereitstellung von Hallenbädern in den Sommermonaten – in der Prüfung.

Über die Verlängerung der Saison bei Sommer- und Freibädern wird – wie bereits im vergangenen Jahr – jährlich standortbezogen entschieden.

Soziale Eintrittspreise sichern
Die Anfang 2018 in Kraft getretenen Tarife wurden sozial und diskriminierungsfrei gestaltet. Anforderungen von Familien, von in Ausbildung befindlichen Personen und sozial schwachen Bevölkerungsgruppen wurden berücksichtigt. Die Reaktionen der Kundinnen und Kunden fielen überwiegend positiv aus. Auswertungen der Sommersaison 2019 zeigen, dass die mit der Tarifsatzung verfolgte Zielstellung erreicht wurde und rund 65 Prozent der Besuche mit der Familienkarte „Badespaß“, mit den günstigeren Sammelkarten, zum Ermäßigungstarif sowie unentgeltlich (für Kinder unter fünf Jahren) erfolgten.

Neben den Sondertarifen für Kinder und Familien sind die BBB Partner des Berliner Ferienpasses und des Berliner Familienpasses, die ebenfalls die Bädernutzung zu Sonderkonditionen bis hin zur kostenfreien Nutzung ermöglichen.

Sichere und gute Arbeitsplätze garantieren
Der Vorstand der BBB hat dem Aufsichtsrat ein Personalentwicklungskonzept vorgestellt. Berücksichtigung finden darin u.a. Personalbedarfe, die Stärkung der Arbeitgebermarke sowie Gesundheits- und Wissensmanagement. Es sollen die notwendigen finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Bäder über eine ausreichende Besetzung verfügen, um Urlaube sowie Krankentage ausgleichen und alle Bäder geöffnet halten zu können. Bereits für 2019 standen aufgrund des verabschiedeten Nachtragshaushaltsgesetzes 2018/2019 mehr Personalmittel zur Verfügung, sodass die BBB zusätzliches Personal für den Badbetrieb einstellen konnten.

Die BBB nutzen bei der Ausbildung Kooperationen mit den Berliner Wasserbetrieben, mit dem IT-Dienstleistungszentrum Berlin und der Wohnungsgesellschaft Stadt und Land.

Bäderinfrastruktur langfristig erhalten und weiterentwickeln
Gemeinsames Ziel des Landes Berlin und der BBB ist es, die nachhaltige Sicherstellung eines attraktiven berlinweiten Bäder-Angebots zu gewährleisten, das im Sinne der Daseinsvorsorge den öffentlichen Interessen entspricht und den Bedürfnissen aller Berlinerinnen und Berliner – auch vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt – gerecht wird.

Um die Bedingungen für Menschen mit Behinderung zu verbessern, verbinden die BBB grundhafte Sanierungen auch mit der Herstellung von Barrierefreiheit, soweit dies die örtlichen Bedingungen zulassen und die Maßnahmen in vertretbarem Umfang finanziert werden können.

Zudem werden auch Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität, der Ausstattung und des Angebots für Familien und Kinder im Rahmen der Umsetzung von Sanierungen geprüft.

Die BBB haben einen Zehn-Jahres-Fahrplan für Sanierungen von Schwimmbädern erstellt, der jährlich aktualisiert wird. Darüber hinaus wird fortlaufend die Reihenfolge der erforderlichen Sanierungsarbeiten – abhängig von Prioritäten und dem zur Verfügung stehenden Budget – überprüft und angepasst.

Durch qualifizierte personelle Verstärkungen werden die BBB ihre Kompetenzen auf diesen Gebieten ausbauen. Daneben wird auch in diesem Bereich die Zusammenarbeit mit den Berliner Wasserbetrieben (BWB) genutzt, durch die technische Beratung seitens der BWB und kontinuierlichen Erfahrungsaustausch.

Vielfältigen Interessen gerecht werden
Die BBB sind verpflichtet, mindestens 50 Prozent der Wasserkapazitäten in Hallenbädern für das öffentliche Schwimmen zur Verfügung zu stellen. Außerdem sind ausreichende Zeiten für das Schulschwimmen anzubieten sowie dem Vereinssport zur unentgeltlichen Nutzung bereitzustellen.

Das 2015 verabschiedete Bäderkonzept 2025 hatte den Gedanken einer nutzerorientierten Bäderstruktur und dabei die Nutzergruppen räumlich getrennt: Neben Mischbädern sind Öffentlichkeitsbäder und Schul-, Kurs- und Vereinsbäder geschaffen worden. Problematisch hieran ist, dass es dadurch in manchen Gebieten zwar ein Schul-, Kurs- und Vereinsbad, aber so gut wie keine Angebote für die Öffentlichkeit gibt. Die BBB schlagen daher im Einzelnen vor zu prüfen, ob in diesen Gebieten ein tageweiser Wechsel oder ein Wechsel in Zeitblöcken zwischen Schulen/Vereinen und der Öffentlichkeit möglich ist. Bei einem Neubau oder einer Sanierung von Schwimmbädern wird zukünftig darauf geachtet, dass durch geeignete Maßnahmen (z.B. zwei 25-Meter-Becken, die akustisch voneinander getrennt sind) eine Beeinträchtigung des öffentlichen Badebetriebes vermieden wird.

Zur Erweiterung ihrer Angebote verfolgen die BBB grundsätzlich die Trends bei der Entwicklung im Schwimmbadbereich und prüfen deren Eignung und Umsetzbarkeit in ihren Schwimmbädern. Dies gilt für die Weiterentwicklung des Kursangebotes, bei Ausstattungsmerkmalen und im Rahmen von Kooperationen mit Dritten (z. B. mit Sport- und Jugendverbänden).

Servicequalität verbessern
Das Beschwerdemanagement und die Kundenbetreuung der BBB sind mit dem Kundenzentrum in der Schwimmhalle Fischerinsel, der Hotline und der Möglichkeit, die Kontaktplattform auf der Homepage der BBB zu nutzen, gut aufgestellt. Um eine größere Erreichbarkeit zu gewährleisten, wurde die Nutzung sozialer Medien intensiviert und hierfür die Abteilung Unternehmenskommunikation personell verstärkt. Die gestiegene Präsenz in den sozialen Medien stößt bei Kundinnen und Kunden auf positive Resonanz. Die seit Anfang 2018 verfügbare BBB-App wird stetig weiterentwickelt. Seit April 2019 wird ein Gästemagazin herausgegeben, das vierteljährlich sowohl digital als auch in Papierform erscheint. Zur besseren Kommunikation durchzuführender Sanierungsmaßnahmen sowie zum Ausbau der Transparenz über die Leistungen und Verfügbarkeiten der Bäder wurden Plakate und Postkarten mit Baustelleninfos erstellt und verteilt, Anzeigen geschaltet (Print und soziale Medien) sowie Beilagen in Tageszeitungen, Advertorials zum Thema Baumaßnahmen in Bezirkszeitungen und Hinweisschilder/-folien an den betroffenen Bädern erstellt.

Landeszuschüsse bedarfsgerecht bereitstellen und sinnvoll verwenden
Für die Zukunftsfähigkeit der Berliner Bäder von entscheidender Bedeutung ist eine langfristig verlässliche und auskömmliche Finanzierung des Leistungsangebotes sowie der Bäderinfrastruktur. Zu diesem Zweck beabsichtigen das Land Berlin, die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) als Betreiberin der Bäder und die BBB Infrastruktur GmbH & Co. KG (BBB Infra) als Eigentümerin der Bäderliegenschaften einen Bädervertrag zu schließen.