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Berlin wird Zero Waste City: Neue Wege zur Abfallvermeidung

Pressemitteilung vom 06.10.2020

Aus der Sitzung des Senats am 6. Oktober 2020:

Der Senat hat heute auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, den Bericht zum Thema „Abfallpolitik auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft – Berlin wird Zero Waste City“ beschlossen. Der Bericht geht auf einen Beschluss des Abgeordnetenhauses vom 17. Mai 2018 zurück, in dem der Senat aufgefordert wurde, eine Strategie zur Transformation der Berliner Abfallwirtschaft zu einer modernen Kreislaufwirtschaft unter dem Leitbild „Zero Waste“ zu erarbeiten. Dieses Leitbild setzt bei der Abfallvermeidung an: Abfälle sollen nach Möglichkeit erst gar nicht entstehen und verbleibende Abfälle als Rohstoffe weiterverwertet werden.

In dem Bericht stellt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz eine Vielzahl von Initiativen und Projekten zur Abfallvermeidung und -verwertung dar, die zwischen Herbst 2019 und 2020 vorangebracht und umgesetzt wurden. Mit diesen Projekten werden neue Wege beschritten, um eine breite Öffentlichkeit über die Bedeutung der Abfallvermeidung und Wiederverwendung von Produkten zu informieren und die Berlinerinnen und Berliner zum Mitmachen zu motivieren. Hier arbeitet die Senatsumweltverwaltung u.a. mit der Berliner Stadtreinigung (BSR), Akteurinnen und Akteuren der Abfallwirtschaft sowie diversen Initiativen für Wiederverwendung und Bildungseinrichtungen zusammen.

Die Maßnahmen nehmen verschiedene Zielgruppen in den Blick und erproben neue Lösungsansätze. Nachfolgend einige Beispiele der Aktivitäten:

Kaufhäuser der Zukunft für Berlin

Im Rahmen der Initiative Re-Use Berlin wurde am 9. September für sechs Monate der Pop-Up-Store „B-Wa(h)renhaus“ im Kaufhaus Karstadt am Hermannplatz eröffnet. Erstmals in Deutschland werden hochwertige Gebrauchtwaren in einem etablierten Kaufhaus angeboten. Ziel ist es, die Wiederverwendung von Gebrauchtwaren in der Stadtgesellschaft zu verankern und dauerhaft zu etablieren. Ebenfalls im Rahmen der Initiative Re-Use Berlin eröffnete am 8. August das Gebrauchtwarenkaufhaus NochMall der BSR in Reinickendorf. Weitere Informationen: www.berlin.de/re-use.

Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Bei Nutzung der Biotonne können Haushalte die Menge ihres Restmülls deutlich verringern; aus den Küchen- und Gartenabfällen wird klimaverträgliches Biogas erzeugt. Die Kampagne zur richtigen Nutzung der Biotonne wurde in diesem Jahr mit dem Thema Lebensmittelwertschätzung verknüpft. Der Verein Restlos Glücklich tourte mit einer mobilen Fahrradküche durch die Stadt und zeigte den Berlinerinnen und Berlinern, wie man mit Resten und Lebensmitteln, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, leckere Gerichte zaubern kann. Weitere Informationen: www.berlin.de/biotonne.

Retourenrettung von Textilien

Angesichts der Vielzahl von Retouren, insbesondere im textilen Onlinehandel, wurde dieses Thema gemeinsam mit Partnern der Wirtschaft und Experten der Branche erörtert. Dazu wurden zwei Pilotprojekte durchgeführt, um Lösungsansätze zu erproben. Außerdem fand ein digitaler Fachdialog statt, auf dem der Status Quo analysiert und der Handlungsbedarf konkretisiert wurde. Zahlreiche Akteure haben ihre Bereitschaft bekundet, konstruktiv an Lösungen und Maßnahmen mitzuwirken, um von Seiten der Käuferinnen und Käufer Retouren zu vermeiden und von Seiten der Händlerinnen und Händler eine Weiterverwendung von Retouren sicherzustellen.