Steuerungskreis Industriepolitik tagte im CityLAB – Unterstützung der Berliner Bewerbung um die Internationale Automobil-Ausstellung

Pressemitteilung vom 02.12.2019

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Heute Mittag ist unter Leitung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, der Steuerungskreis Industriepolitik (SKIP) zu seiner 18. Sitzung im CityLAB am Platz der Luftbrücke zusammengekommen. Aufgabe des aus den wichtigen Akteuren der Industriepolitik zusammengesetzten SKIP ist die Stärkung der industriellen Potenziale Berlins.

Schwerpunkte der heutigen Sitzung waren Fragen der Fachkräftegewinnung für den Industriestandort Berlin, dabei unter anderem die Sonderkommission Ausbildung und das Duale Studium, Empfehlungen zur Problematik der Flächenerschließung für Industriebetriebe sowie die gemeinsame Arbeit im kommenden Jahr. Ferner haben die Beteiligten ihre gemeinsame Unterstützung für Berlins Bewerbung um die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) erklärt; der Text ist am Ende dieser Presseerklärung im Wortlaut dokumentiert.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller erklärt zur 18. Sitzung des SKIP: „Die gute Zusammenarbeit im bei mir angesiedelten Steuerungskreis Industriepolitik hat dazu geführt, viele industrielle Potenziale der Stadt zu sichern. Es ist uns auch gelungen, den Industriestandort Berlin durch enge Koppelung mit unserer hervorragenden Wissenschafts- und Forschungslandschaft attraktiv für neue Ansiedlungen und wichtige Entscheidungen zu machen. Tesla und Siemensstadt 2.0 sind hier nur zwei Beispiele aus der letzten Zeit. Wir sehen auch, dass die Automotive-Branche in Berlin mit vielen modernen Mobilitätsangeboten bis hin zum Bundespiloten zum Autonomen Fahren eine immer größere Rolle spielt. Diese große Chance Berlins als Stadt der Zukunftsmobilität unterstreichen auch die im Steuerungskreis zusammengeschlossenen Partner. Ich freue mich sehr darüber, dass die im SKIP sitzenden Gewerkschaften, Kammern und Verbände unsere Berliner Bewerbung zur IAA 2.0 mit ihrem Aufruf unterstützen.“

Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Die Berliner Industrie entwickelt sich positiv mit deutlich mehr Dynamik als der Bundestrend. Jetzt gilt es, Berlin als Standort für innovative Industrie noch stärker zu etablieren. Wichtig für die Entwicklung und Neuansiedlung von Unternehmen ist dabei ein ausreichendes Flächenangebot. Mit dem Step Wirtschaft 2030 zeigen wir, dass das Land Berlin die Belange der Wirtschaft in der Stadtentwicklungspolitik klar im Blick hat. Wir übernehmen Verantwortung, um der wachsenden Berliner Wirtschaft gute und zukunftssichere Rahmenbedingungen zu bieten.“

Christian Hoßbach, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Berlin-Brandenburg: „Die Berliner Industrie hat einen hohen Bedarf an Fachkräften, das unterstreichen auch die jüngsten Ansiedlungserfolge Siemens und Tesla. Berlin wächst, ist attraktiv für Zuzug und hat eine große Schul- und Hochschullandschaft. Damit das mögliche industrielle Wachstum nicht durch Fachkräftemangel gebremst wird, müssen die Unternehmen jetzt stärker in die betriebliche Ausbildung investieren. Gleichzeitig ist es richtig, die vorhandenen Gewerbeflächen verbindlich zu sichern – damit in Berlin auch Platz für Arbeit und wirtschaftliche Entwicklung ist.“

Frank Büchner, Vorsitzender der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg: „Genügend Fachkräfte zu finden, ist für die Industrie in der Hauptstadtregion die zentrale Zukunftsfrage. Die Unternehmen bilden deshalb schon heute deutlich mehr aus. Im Vergleich zu 2013 bieten sie heute ein Drittel mehr Ausbildungsplätze in der Industrie an. Leider bleiben zu viele Stellen unbesetzt. Eine duale Ausbildung ist attraktiv, in vielen Berufen geht es um aktuelle Themen wie Mobilität, Energie und Digitalisierung. Zudem bietet sie gute Karrierechancen und eine attraktive Vergütung. Es ist wichtig, dass die Berliner Schulen und Oberstufenzentren bei der Digitalisierung schneller vorankommen. Dank des Digitalpakts des Bundes mangelt es hier nicht an Geld. Die Politik muss jetzt aber den Schulen bei der Beantragung der Mittel helfen, sonst kommen sie nicht vor Ort an.“

Der Steuerungskreis Industriepolitik wurde im März 2010 zur Beratung von industriepolitischen Themen initiiert. Der Kreis hat seitdem immer wieder industriepolitische Anstöße zu Themen wie Ausbildung, Energie, Elektromobilität sowie dem Masterplan TXL zur Nachnutzung des Flughafens Tegel gegeben. Am Steuerungskreis nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Berliner Wirtschaft, von Gewerkschaften, Wirtschaftsfördereinrichtungen und der Arbeitsagentur sowie von den Senatsverwaltungen für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Arbeit und Bildung teil. Der Regierende Bürgermeister leitet die Sitzungen des Gremiums.

Der Steuerungskreis Industriepolitik hat in seiner heutigen Sitzung eine gemeinsame Erklärung zur Bewerbung der deutschen Hauptstadt um die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) verabschiedet, die folgend im Wortlaut dokumentiert wird:

Berlin und die IAA – das passt! Steuerungskreis Industriepolitik unterstützt die Bewerbung Berlins

Das Land Berlin hat sich Ende November als neuer Messestandort für die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) beworben. Die IAA will sich wandeln zu einer modernen Messe für integrierte Mobilitätsangebote. Diesen Wandel zu einer IAA 2.0 begrüßen wir und unterstützen als Verbände, Kammern und Gewerkschaften das Land Berlin bei seiner Bewerbung. Wir sind sicher, dass Berlin und die IAA gemeinsam die Mobilität der Zukunft gestalten können und von dem IAA-Zuschlag ein weiterer wichtiger Impuls für die Mobilitäts-Industrie in der Stadt ausgehen wird.

Der Steuerungskreis Industriepolitik (SKIP) arbeitet kontinuierlich für das Ziel, dass Berlin seine nach der Wende stark eingebüßten Industriepotenziale wieder ausbaut. Wir können insgesamt Erfolge in der Stabilisierung der Berliner Industrie verzeichnen, auch wenn es immer wieder zu schwierigen Situationen kommt. Und wir können wichtige Erfolge verzeichnen: Vor kurzem getroffene Entscheidungen wie die zur Siemensstadt 2.0 und die Tesla-Ansiedlung in der Metropolregion Berlin-Brandenburg zeigen, dass Berlin wieder stärker in den Fokus industrieller Produktion rückt. Wir sehen darin einen wichtigen Anknüpfungspunkt auch für eine „Berliner“ IAA.

Durch die wissenschaftliche Begleitung des SKIP wurde in der Studie „Industrie in der Stadt“ eindrücklich herausgearbeitet, wie stark die Berliner Potenziale in der ganzen Breite der zur Mobilität zählenden Industriezweige sind. Mit BMW, Mercedes, IAV, Siemens, Stadler, Bombardier und anderen Industriebetrieben, aber auch der Deutschen Bahn, der S-Bahn und der BVG sind schon jetzt führende Unternehmen in oder bei Berlin tätig. Wir sehen hier gute Entwicklungsperspektiven für moderne Wertschöpfung und gute Arbeit bei Industrie und Dienstleistern. Der Steuerungskreis Industriepolitik will die industrielle Seite der Energie- und der Mobilitätswende zum roten Faden seiner Arbeit entwickeln und dies gern auch mit Blick auf die IAA zeigen.

Weltweit sehen wir den starken Trend in die Städte. Die damit verbundenen Herausforderungen an Mobilitätslösungen sind ein weiteres starkes Argument, warum die IAA sich unter den denkbaren deutschen Messestandorten für Berlin entscheiden sollte. Denn hier wird nicht nur geforscht, entwickelt und produziert, hier können Lösungen ausprobiert und gezeigt werden. Die Stadt setzt auf einen modernen integrierten Mix von klimaschonenden und zukunftsträchtigen Mobilitätsarten. Dazu gehören zum Beispiel der gut ausgebaute ÖPNV, der Ausbau von Elektromobilität, die Fahrradstrategie, autonomes Fahren als Modellstadt des Bundes und die vielfältigen Sharingangebote.