„Made in Germany hat viele Gesichter“ – #FARBENBEKENNEN-Awards 2019 für Geflüchtete mit Gründergeist verliehen

Pressemitteilung vom 01.12.2019

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Sonntag, 1. Dezember 2019, 18.30 Uhr

Am 1. Advent wurde im Roten Rathaus der #FARBENBEKENNEN-Award an engagierte Geflüchtete verliehen. Der Jurypreis für außergewöhnlichen „Gründergeist“ ging an den Mitgründer des FREEARTUS/LAWRENCE Restaurants, Bashar Hassoun. Den Publikumspreis erhielt Beslan Kabartai für die Gründung des Unternehmens Freudy UG. Beide Preise sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Für besonderes Engagement gegen Antisemitismus wurde erstmals ein mit 5.000 Euro dotierter Sonderpreis verliehen. Er ging an die Ehrenamtliche Sandy Albahri von der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.).

PREISVERLEIHUNG 2019
„Mit dem #Farbenbekennen-Award rücken wir engagierte Menschen ins Scheinwerferlicht, die in ihrer neuen Heimat für andere einstehen, Arbeitsplätze schaffen, Menschen miteinander ins Gespräch bringen und die Demokratie stärken. Damit setzen wir dem Hass und den vielen abwertenden Äußerungen über Geflüchtete ein deutliches Zeichen der Anerkennung und des Respekts entgegen. Ich bin stolz darauf, dass in unserer Stadt Berlin solche Geschichten der Freiheit, des Zusammenhalts und des Erfolges von Geflüchteten möglich sind und wir sie gemeinsam feiern!“ Das sagte Sawsan Chebli, Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Initiatorin des Preises, zu Beginn der Gala. Gemeinsam mit Fernseh-Moderator Cherno Jobatey geleitete sie die Gäste durch einen emotionalen Abend mit bewegenden Geschichten und prominenten Gesichtern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, hielt die Festrede und betonte: „Die Preisträger haben den Mut, in ihrer neuen Heimat einen Neuanfang zu beginnen. Sie bringen Ihre Talente aktiv in unsere Gesellschaft ein und lassen damit andere an Ihren Talenten teilhaben. Ihre Ideen und Initiativen tragen zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft wesentlich bei und zeigen, dass Vielfalt ein selbstverständlicher Teil unseres Zusammenlebens ist.“

Die Jury-Mitglieder Dunja Hayali und Rabbinerin Gesa S. Ederberg überreichten als Laudatoren die Auszeichnungen. Rapper und Jurymitglied Eko Fresh sowie die Sängerinnen Avia Shoshani und Noel Kharman setzten musikalische Highlights.

Berlin Partner setzt den Award gemeinsam mit der Senatskanzlei Berlin um und stellt durch das Berlin-Partner-Netzwerk ein Preisgeld. Geschäftsführer Dr. Stefan Franzke: „Wirtschaft in Berlin ist mehr als nackte Zahlen und Bilanzen. Die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Hauptstadt erzählen eine Geschichte – von Zerstörung und Wiederaufbau, von Trennung und der Überwindung schier unüberwindbarer Hürden, von Comebacks und Freiheit in allen Dingen. Wirtschaft in Berlin ist eine Erfolgsgeschichte, und wir sind froh und dankbar, dass die diesjährigen Preisträger diese Geschichte mit uns weiterschreiben.“

PREISTRÄGERINNEN UND PREISTRÄGER 2019
Den Jurypreis erhielt Bashar Hassoun für die Gründung des FREEARTUS/LAWRENCE Restaurants als einen Ort, an dem man mitten in Berlin Damaskus schmecken, riechen, sehen und fühlen kann. Bashar Hassoun verbindet mit dem Restaurant seine neue und seine alte Heimat und somit Welten. Gleichzeitig gibt er Menschen einen Ort des Kennenlernens und schafft Arbeitsplätze für inzwischen 20 Mitarbeitende, viele von ihnen selbst Geflüchtete.

Den Publikumspreis gewann Beslan Kabartai mit seinem Unternehmen Freudy. Vom 23. Oktober bis 13. November konnten die Bürgerinnen und Bürger online über drei von der Jury ausgewählte Nominierte abstimmen. Beslan Kabartai erhielt die meisten Stimmen. Mitten in Brandenburg stellt der 27-Jährige Halloumi, tscherkessischen Käse und Hartkäse sowie Joghurt und Quark nach alten syrischen Rezepten und Herstellungsverfahren her.

Der in diesem Jahr erstmals vergebene Sonderpreis für besonderes Engagement von Geflüchteten gegen Antisemitismus ging an Sandy Albahri, die sich in Projekten der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.) engagiert und sich so aktiv gegen Vorurteile, Antisemitismus und andere Formen der Diskriminierung einsetzt. Dabei arbeitet sie vor allem mit jungen Geflüchteten in Berliner Willkommensklassen zusammen.

DER FARBENBEKENNEN-AWARD
#FARBENBEKENNEN wurde 2017 von Sawsan Chebli ins Leben gerufen. Im Jahr 2018 wurde erstmals der #FARBENBEKENNEN-Award vergeben, um das besondere Engagement von Geflüchteten zu ehren. Unter dem Motto „Gründergeist“ werden 2019 Geflüchtete ausgezeichnet, die selbst eine Initiative, einen Verein oder ein Unternehmen in Berlin gegründet haben und damit ihre neue Heimat mit eigenen Visionen und Ideen mitgestalten. Die #FARBENBEKENNEN-Jury hatte unter allen Bewerbungen einen Jurypreis sowie drei Nominierte für den Publikumspreis bestimmt, für die online bis Mitte November abgestimmt werden konnte. Im Jahr 2019 wurde zudem erstmals ein Sonderpreis für besonderes Engagement Geflüchteter gegen Antisemitismus verliehen. Unterstützt wird #FARBENBEKENNEN 2019 von SAP und KPMG.

Mehr Informationen unter www.farbenbekennen.de.