Landeseigene Unternehmen machen Fortschritte beim systematischen Nachhaltigkeitsmanagement

Pressemitteilung vom 10.09.2019

Aus der Sitzung des Senats am 10. September 2019:

Die Beteiligungsunternehmen des Landes Berlin verzeichnen Fortschritte beim Aufbau eines systematischen Nachhaltigkeitsmanagements. Das geht aus einem Zwischenbericht an das Abgeordnetenhaus hervor, den der Senat heute auf Vorlage von Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz beschlossen hat.

Das Abgeordnetenhaus hatte in seiner Sitzung am 13. September 2018 beschlossen, dass das Land Berlin auf ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagement hinwirken soll. Diese Regelung bezieht sich auf Anstalten und Körperschaften öffentlichen Rechts sowie Gesellschaften privaten Rechts mit mindestens 50 Beschäftigten, an denen das Land die Mehrheit der Unternehmensanteile hält. Dies betrifft nach Analyse des aktuellen Beteiligungsportfolios des Landes 23 Unternehmen.

Zum systematischen Nachhaltigkeitsmanagement zählt die Benennung von Nachhaltigkeitsbeauftragten und die Festlegung von Zuständigkeiten innerhalb der Geschäftsführung, die Bestimmung der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte, die Aufstellung von Nachhaltigkeitsleitlinien, ein jährlich fortzuschreibendes und zu veröffentlichendes Nachhaltigkeitsprogramm mit konkreten Zielen und Maßnahmen sowie ein zweijährliches Berichtswesen. Die Berichterstattung umfasst neben ökonomischen und ökologischen Aspekten auch gesellschafts- und sozialpolitische Angaben. Insbesondere mit Blick auf § 1 a des Landesgleichstellungsgesetzes finden die Förderung und Quote von Frauen sowie deren Gleichstellung Berücksichtigung.

Der Zwischenbericht basiert auf einer Abfrage in den 23 landeseigenen Unternehmen zum 30. Juni 2019. Danach sind in rund 87 Prozent der Unternehmen Nachhaltigkeitsbeauftragte benannt und bei fast allen Firmen die Zuständigkeiten innerhalb der Geschäftsführung festgelegt worden. Auch die Bestimmung wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekte wurde bei rund 91 Prozent der Unternehmen bereits angegangen. Die Unternehmen arbeiten daran, Leitlinien aufzustellen und Programme mit konkreten Zielen und Maßnahmen zu entwickeln. Der Prozess zur zweijährlichen Berichterstattung ist bei 96 Prozent der Unternehmen angelaufen.

Damit die Ergebnisse vergleichbar sind, sollen die landeseigenen Unternehmen bei ihrer Berichterstattung den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) als Standard verwenden und auch die standardisierte sogenannte DNK-Erklärung abgeben.

Von 23 größeren landeseigenen Unternehmen hatten mit den Stadtreinigungsbetrieben, den Wasserbetrieben, der degewo, der GESOBAU, der HOWOGE, der Investitionsbank Berlin, STADT UND LAND und der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte bereits acht Unternehmen vor dem Abgeordnetenhausbeschluss eine DNK-Erklärung abgegeben. Mittlerweile hat mehr als die Hälfte der Unternehmen diese Erklärung abgegeben beziehungsweise in Aussicht gestellt. Zu den acht genannten Unternehmen sind noch die Berliner Verkehrsbetriebe, das IT-Dienstleistungszentrum Berlin, die Messe Berlin, die Gewobag, Vivantes und die Charité hinzugekommen. Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres werden die Erklärungen vollständig auf den Homepages dieser Unternehmen sowie in der Datenbank des Büros des Deutschen Nachhaltigkeitskodex abrufbar sein.

Die Veröffentlichung des Nachhaltigkeitsberichts über die Landesunternehmen soll nach Auswertung der DNK-Erklärungen voraussichtlich noch in diesem Jahr erfolgen. Der Nachhaltigkeitsbericht wird diese DNK-Erklärungen der Unternehmen in ein einheitliches Format bringen sowie eine Einführung in das Thema Nachhaltigkeit und zusammenfassende Analysen zu den einzelnen Nachhaltigkeitsaspekten bei den Landesunternehmen beinhalten.