Müller zum 13. August 2019

Pressemitteilung vom 12.08.2019

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, erklärt zum 58. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 2019:

„Unsere Stadt ist am 13. August 1961 mit dem Beginn des Baus der Berliner Mauer und der Sperranlagen Ort eines welthistorischen Einschnitts gewesen. Wie an der Bernauer Straße mit der Gedenkstätte, mit dem Mauerrest am Abgeordnetenhaus oder mit der weltbekannten Glienicker Brücke besitzt Berlin viele authentische Orte, an denen Menschen aus ganz Deutschland und aus aller Welt nachempfinden wollen, was Teilung, Mauer und Stacheldraht bedeutet haben. Das ist gut und richtig, denn so tragen wir dazu bei, dass das Geschehen von damals niemals in Vergessenheit gerät. Dabei geht es um weit mehr als um das Erleben von Authentizität. Denn die Mauer hat über Jahrzehnte tief in das Schicksal unserer Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger eingegriffen, und sie hat Opfer gefordert und über viele Menschen schweres Leid gebracht, dessen Folgen bis heute wirken. Daran vor allem erinnern wir jedes Jahr, wenn wir an der Bernauer Straße zum Gedenken an den 13. August 1961 zusammenkommen.“

Müller weiter: „Gerade im 30. Jahr der Friedlichen Revolution und der damit verbundenen Überwindung der Teilung durch den Mauerfall am 9. November 1989 dürfen wir trotz der Erinnerung an Jubel und Freude von damals nicht die Toten und die Opfer der Mauer vergessen. Beide Erinnerungen gehören zusammen. Die Botschaft Berlins als ‚Stadt der Freiheit‘ lautet, dass der Wille der Menschen, frei zu leben, durch Mauern niemals bezwungen werden kann. Aber unsere Botschaft ist auch, dass Menschen immer wieder für und um ihre Freiheit kämpfen müssen. Der 13. August mahnt uns, dass Freiheit verloren gehen kann, und zwar für unabsehbare Zeit, wie es den Zeitgenossen damals erschienen ist. Die Lehre gerade für uns als Angehörige nachfolgender Generationen lautet, dass wir den Wert der Freiheit schätzen und dass wir uns bewusst sind, dass Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat verteidigt werden müssen. Das schulden wir nicht zuletzt denen, die an der Berliner Mauer ihr Leben verloren haben, und denen, die ihr Leben lang auf vielfältige Weise unter der Teilung und deren Folgen gelitten haben und leiden.“

Am 13. August 2019 um 11.30 Uhr nimmt der Regierende Bürgermeister an der Andacht zum 58. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer in der Kapelle der Versöhnung (Bild-Termin; Bernauer Straße 4, 10115 Berlin) sowie anschließend an der Kranzniederlegung an der Mauergedenkstätte (Bild-Termin; Bernauer Str. 111, 13355 Berlin) teil. Für diese beiden Termine ist eine Anmeldung ist bei der Pressestelle der Stiftung Berliner Mauer unter presse@stiftung-berliner-mauer.de: bis Montag, 12. August 2019, 12 Uhr erforderlich.) Um 13.00 Uhr ist Müller bei der Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung an der Peter-Fechter-Gedenkstele (Bild-Termin; Zimmerstraße 27, 10969 Berlin).