Müller übergibt Leon Schwarzbaum Bundesverdienstkreuz

Pressemitteilung vom 11.07.2019

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, überreicht am 12. Juli 2019 um 13.00 Uhr in seinem Amtszimmer das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an den Auschwitzüberlebenden Leon Schwarzbaum (Wort-Bild-Termin). Die Aushändigung erfolgt im Namen des Bundespräsidenten.

Müller: „Leon Schwarzbaum ist 98 Jahre alt. 1943 wurde in Auschwitz seine gesamte Familie umgebracht. Auschwitz ist auch eine der Stationen seines Leidenswegs. Die anderen waren Buchenwald, Berlin-Haselhorst und der Todesmarsch, auf dem ihn am 5. Mai 1945 in der Nähe von Schwerin amerikanische Soldaten befreit haben. Leon Schwarzbaum war vom Grauen und durch den Verlust aller Menschen, die ihm lieb gewesen sind, schwer traumatisiert. Erst im hohen Alter, nach dem Tod seiner Frau, fiel sein Entschluss, über all das zu sprechen, in Schulen zu gehen, zu berichten und sich für einen Film zur Verfügung zu stellen.“

Der Regierende weiter: „Wir danken Leon Schwarzbaum dafür, dass er als Zeitzeuge erzählt, was er erlebt und erlitten hat. Die Anerkennung durch die Auszeichnung kann nur ein schwaches Zeichen unseres Dankes sein für einen Mann, der sagt: ‚Es ist unbegreiflich, was Menschen gelitten haben und was Menschen ausgehalten haben. Was Menschen Menschen antun können, das begleitet mich mein ganzes Leben.‘ Was wir Leon Schwarzbaum, seinen Angehörigen und allen Opfern des Holocaust schuldig sind, das ist, dass wir nie vergessen und dass wir als Staat und Zivilgesellschaft dafür sorgen, dass auch Generationen nach uns niemals vergessen.“

Leon Schwarzbaum wurde 1921 in Hamburg geboren und lebt in Berlin.