Raus mit dem Öl: Berliner Heizungsaustauschprogramm startet

Pressemitteilung vom 04.06.2019

Aus der Sitzung des Senats am 4. Juni 2019:

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung auf Antrag von Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, die Beauftragung der Investitionsbank Berlin (IBB) zur Umsetzung des Berliner Heizungsaustauschprogramms beschlossen. Damit steht ein innovatives Projekt, das den Wechsel auf klimafreundliche Technik im Gebäudesektor befördern soll, vor dem Start.

Senatorin Regine Günther: „Wir stärken mit unserem Austauschprogramm für Ölheizungen ambitionierten Klimaschutz in Gebäuden. Die CO2-Emissionen aus diesem Bereich lassen sich so deutlich senken. Berlin kompensiert mit dem Förderprogramm zugleich die völlig verzerrten Steueranreize des Bundes, die ausgerechnet besonders klimaschädliche Ölheizungen bevorzugen. Der Bund muss endlich die Privilegierung von CO2-intensiven Energieträgern beenden.“

Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, klimaneutral zu werden: Bis 2050 sollen laut Berliner Klimaschutzprogramm (BEK) mindestens 85 Prozent der berlinweiten CO2-Emissionen gegenüber 1990 eingespart werden.
Das Heizungsaustauschprogramm der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz soll schnell und zielgerichtet den Ersatz von Ölheizungen durch umwelt- und klimafreundliche Technik unterstützen, möglichst mit erneuerbaren Energien, also etwa durch Wärmepumpen, Holzpelletkessel oder Solarthermie. Bei voller Wirkung des Programms und mit Umstellung auf allein erneuerbare Energien könnten rund 30.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.

Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden können künftig bei der IBB Zuschüsse für den Austausch ihrer alten Heizung gegen eine energieeffiziente und CO2-einsparende Alternative beantragen. Außerdem werden energetische Beratungen zu Gebäudesanierung und Energieeinsparung gefördert. Für den Einsatz erneuerbarer Energien werden zusätzlich finanzielle Anreize gesetzt. Das Programm steht noch unter dem Vorbehalt einer Freigabe durch den Landesrechnungshof bezüglich der technischen Abwicklung.

Für die Förderung stellt der Senat zum Doppelhaushalt 2020/2021 bis zu 6 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesem Geld könnte der Austausch von mindestens 1.200 Heizungen auf erneuerbare Energieträger gefördert werden. Derzeit gibt es in Berlin noch rund 66.000 Ölheizungen, der Verbrauch von Heizöl im Wohnungsbereich ist für den Ausstoß von 1,2 Mio. Tonnen CO2 (Stand 2016) verantwortlich – das sind gut 6 % der gesamten Berliner CO-Emissionen (20,1 Millionen Tonnen, Stand 2016).