Familienbildung mit besonderer Wirkkraft – Senat beschließt Landesprogramm zur Sicherung von Stadtteilmüttern

Pressemitteilung vom 04.06.2019

Aus der Sitzung des Senats am 4. Juni 2019:

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, die erfolgreich evaluierte Arbeit der sogenannten Stadtteilmütter langfristig zu sichern. Statt der bisherigen, teilweise unsicheren Finanzierung über verschiedene Förderwege, wird die Arbeit der Stadtteilmütter nun über ein Landesprogramm auf ein festes Fundament gestellt.

„Unter dem Dach eines neuen Landesprogramms können wir Stadtteilmütter in allen Bezirken verankern. Sie finden die richtigen Worte, bauen Hemmschwellen ab und sorgen für mehr Teilhabe. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir jetzt für einen stabilen Rahmen zur Qualifizierung und Finanzierung gesorgt haben“, sagt Familiensenatorin Sandra Scheeres.

Die sogenannten Stadtteilmütter sind Mütter mit Migrationshintergrund, die andere Mütter zu Erziehungsfragen, Kindergesundheit und vielen anderen Themen rund um die Familie beraten. Sie werden seit 2006 in Berlin ausgebildet und eingesetzt. Ziel ist, die Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund zu verbessern. Die Stadtteilmütter sind wichtige Ansprechpartnerinnen für Familien aus einem ähnlichen Kulturkreis und übernehmen eine Lotsenfunktion, um Zugangsbarrieren zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten im Sozialraum abzubauen. Dafür besuchen sie Mütter zu Hause, informieren zur Sprachförderung, zu Angeboten in Familienzentren, zur Kinderbetreuung oder zum Schulsystem. Scheeres: „Das ist Familienberatung mit besonderer Wirkkraft. Die vielfach gelobte Arbeit der Frauen verbessert nachweislich die Einbindung von Müttern und Kindern in Kita und Sozialraum, vermittelt Kompetenzen und stärkt zugleich auch die Integration der beratenden Mütter. Zahlreiche Städte und Kommunen haben mittlerweile das erfolgreiche Modell übernommen.“

Trotz der nachgewiesenen positiven Wirkung stand bislang die Arbeit der Stadtteilmütter in Berlin stets auf unsicheren Füßen, denn für Qualifizierung und Bezahlung mussten immer wieder neue Finanzierungswege gesucht werden. Obwohl in allen Bezirken Bedarf an dieser Art der niedrigschwelligen Familienbildung besteht, war es bislang nicht gelungen, das Angebot an Stadtteilmütter entsprechend auszuweiten.
Scheeres: „Genauso wichtig ist es jedoch, dass wir für eine sozialversicherungspflichtige Entlohnung dieser wichtigen Arbeit gesorgt haben“. Mit dem Start für das neue Landesprogramm zum 1. Januar 2020 werden Stadtteilmütter einsatzbegleitend qualifiziert und nach Landestarifvertrag bezahlt. Neben den bislang erprobten Einsatzfeldern im Rahmen von Hausbesuchen und an Familienzentren sollen sie zusätzlich auch an Kitas und Schulen, in Familienbüros und Erziehungsberatungsstellen eingesetzt werden.