Michael Müller zum Tod von Judith Kerr

Pressemitteilung vom 23.05.2019

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, erklärt zum Tod der Berliner Kinderbuchautorin Judith Kerr:

„Judith Kerrs Werke sind Teil unseres kollektiven Gedächtnisses und werden es auch nach ihrem Tod sein. Kerrs persönliches Schicksal ist und bleibt mit ihrer Geburtsstadt Berlin verbunden. Das Mädchen Anna aus ihrem Roman ,Als Hitler das rosa Kaninchen stahl‘ steht nicht nur für Kerrs eigene Lebensgeschichte, die von den Grausamkeiten des nationalsozialistischen Deutschlands und der Flucht der Familie aus Berlin geprägt war.“

Müller weiter: „Mit viel Empathie und schriftstellerischer Kunst ist es Kerr in ihren Werken gelungen, dass auch nachkommende Generationen von Kindern und Jugendlichen mitfühlen können, was es bedeutet, in einer Gesellschaft aufzuwachsen, die ihrer Menschlichkeit beraubt wurde. Judith Kerrs Bücher sind nicht nur jungen Leserinnen und Lesern eine zeitlose und dringend nötige Warnung, für die wir Kerr zu großem Dank verpflichtet sind. Unsere Gedanken sind bei der Familie, den Angehörigen und Freunden von Judith Kerr.“

Aus Anlass des 90. Geburtstags der Tochter des bedeutenden Berliner Theaterkritikers Alfred Kerr gab der damalige Staatssekretär für Kultur, André Schmitz, im Mai 2013 für die Autorin ein Bankett im Berliner Rathaus. Die Judith-Kerr-Grundschule in Schmargendorf ist nach ihr benannt.