Senat beschließt Strategie zur Förderung von Bienen und anderen Bestäubern in Berlin

Pressemitteilung vom 16.04.2019

Aus der Sitzung des Senats am 16. April 2019:

Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, einen Bericht an das Abgeordnetenhaus über Strategien für Bienen und andere Bestäuber in Berlin beschlossen. Das Abgeordnetenhaus hatte den Senat im Mai 2018 aufgefordert, eine berlinweite Strategie zum Schutz und zur Förderung von Bienen und anderen Bestäubern zu entwickeln.

Ziel ist es, die Lebensräume für Wildbienen und andere Bestäuber dauerhaft zu verbessern und auch die qualifizierte Imkerei in Berlin zu unterstützen. Berlin als „bestäuberfreundliche Stadt“ ist zudem ein Ziel, das in die Richtlinien der Regierungspolitik aufgenommen wurde. Grund sind aktuelle Forschungsergebnisse über den dramatischen Rückgang der Insektenfauna.

„Den Bienen geht es nicht gut in Deutschland – dabei brauchen wir sie und andere Bestäuber dringend, um die Artenvielfalt zu fördern und zu sichern“, erklärte Senatorin Günther. Berlin habe eine hohe Zahl unterschiedlicher Wildbienenarten. „Wenn wir wollen, dass dies so bleibt, müssen wir dringend etwas dafür tun.“

Zu den Maßnahmen der Bienenstrategie zählen etwa die Ausstattung von Grünflächen mit geeigneten Nistplätzen für Wildbienen und mit bestäuberfreundlichen Neubepflanzungen wie Linde, Weißdorn oder Schlehe. Auch das Pilotprojekt „Berlin blüht auf“, an dem sich bisher drei Bezirke beteiligen (Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg), soll auf die ganze Stadt ausgedehnt werden. In dem Projekt werden öffentliche Flächen beispielhaft naturnah, etwa als Wildblumenwiese, gestaltet – auch um als Anregung für Gärten, Balkone und andere kleine und kleinste Grünflächen zu dienen.

Die Berliner Bienenstrategie wurde von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in enger Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung erarbeitet und zielt auch auf den Schutz der Honigbiene, einer domestizierten Form der Wildbiene. Um ihre Bestäubungsleistung zu erhalten, sollen etwa Mindeststandards für die imkerliche Qualifikation entwickelt und ein Monitoring zur Bienenseuche „Amerikanische Faulbrut“ eingerichtet werden. Auch das Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf soll stärker gefördert werden. Verbraucherschutzsenator Dr. Dirk Behrendt, zuständig für Tierschutz und Landwirtschaft, sagte: „Bienen finden in der Stadt, anders als auf dem häufig monokulturellen Land, genügend Vielfalt vor. Doch diese Vielfalt ist bedroht.“ Die Bienenstrategie wirke dem entgegen. „Berlins Parks und Kleingärten sind auf Bienen und andere Bestäuber angewiesen.“

Tatsächlich sind aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung in den Flächenländern insbesondere Wildbienen stark gefährdet und einige Arten kaum noch vorzufinden. Aber auch die Honigbiene leidet aufgrund fehlender Habitate unter erschwerten Lebensbedingungen. Gerade Ballungsräume wie Berlin bieten wegen ihres günstigen Mikroklimas und ihrer kleinräumigen Struktur ein hohes Potenzial für eine große Insektenvielfalt. Daraus ergibt sich, auf den ersten Blick ungewöhnlich für eine Großstadt, auch eine besondere Verantwortung für die Erhaltung und Förderung einer artenreichen Bestäuberfauna.