Müller zum Internationalen Tag gegen Rassismus – Dank für Schenkung der Arthur-Langerman-Sammlung an Berlin

Pressemitteilung vom 20.03.2019

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, erklärt zum Internationalen Tag gegen Rassismus (21. März 2019):

„Rassismus und Antisemitismus, Fremden- und Islamfeindlichkeit nehmen in unserer Welt in einem alarmierenden Maß zu. Das schreckliche Attentat vor wenigen Tagen in Neuseeland hat uns die Konsequenzen einmal mehr vor Augen geführt. Die Bekämpfung solcher mit Ablehnung demokratischen Zusammenlebens verbundenen freiheitsfeindlichen und intoleranten Weltbilder in den Köpfen und der durch solche Ideologien motivierten Taten ist zentrale zivilgesellschaftliche und politische Aufgabe. Von unserem Erfolg in dieser Auseinandersetzung hängt unsere freie, tolerante und offene Lebensweise ab. Wir wollen, dass alle Menschen egal welcher Herkunft, religiösen Überzeugung und kulturellen Prägung friedlich und in Freiheit miteinander leben und sich entfalten können.“

Der Regierende Bürgermeister weiter: „Berlin sieht sich in dieser Auseinandersetzung auch und gerade historisch verpflichtet. Für Berlin, das sich als Stadt der Freiheit begreift und das zugleich die Stadt ist, von der aus die Vernichtung des europäischen Judentums geplant, organisiert und durchgeführt worden ist, hat dieser vitale Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus deshalb höchste Priorität. Vor acht Tagen, am 12. März, hat der Senat sein weiterentwickeltes Konzept zur Bekämpfung des Antisemitismus beschlossen. Berlin bekommt einen Antisemitismus-Beauftragten, der Ansprechsperson sein wird und bei dem alle Maßnahmen in Bildung und Jugendarbeit, bei Justiz und Polizei, und in Wissenschaft und Forschung zusammenlaufen.“

Wissenschafts- und Forschungssenator Müller: „Berlin lässt den wichtigen und richtigen Bekenntnissen gegen Antisemitismus und Rassismus und für friedliches Zusammenleben aller Menschen konkrete Taten folgen. Damit wir mehr über antisemitische Einstellungen wissen und auf dieser Grundlage solche menschenverachtenden Haltungen besser bekämpfen können, leistet das in unserer Stadt an der Technischen Universität angesiedelte Zentrum für Antisemitismusforschung seit langer Zeit unverzichtbare Arbeit. Auch hier tut unsere Stadt künftig noch mehr als bisher. Die Berliner Hochschulpolitik stärkt diese renommierte Institution durch Berufungen und durch Investitionen auch für den neuen Standort in der Kaiserin-Augusta-Allee.“

Müller: „Im Rahmen unseres Antisemitismus-Konzepts finanziert der Senat an diesem Standort die Errichtung des Arthur Langerman-Archivs. Berlin ist zutiefst dankbar, dass Arthur Langerman unserer Stadt heute am Vorabend des Internationalen Tags gegen Rassismus ermöglicht hat, diese einzigartige Schenkung öffentlich zu machen. Seine Sammlung visueller antisemitischer Artefakte ist die größte und bedeutendste ihrer Art auf der ganzen Welt. Sie ist ein unschätzbarer Fundus für die Forschung. Für Arthur Langerman ist es eine schwere und zugleich sehr bewusste Entscheidung, seine Sammlung nach Berlin zu geben – vor 75 Jahren wurden seine Eltern nach Auschwitz deportiert, seine Mutter überlebte die Hölle von Birkenau, er selbst überlebte als kleines Kind in Heimen und bei Pflegefamilien. Seine Schenkung ist eine große menschliche Geste, und sie ist eine Verpflichtung für Berlin.“

Der Regierende Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller, hat heute um 11 Uhr auf einer Veranstaltung mit Studierenden und in Anwesenheit von Arthur Langerman in der TU gesprochen und war bei der Übergabe der Sammlung anwesend.

Der Internationale Tag gegen Rassismus und die mit diesem Datum verbundenen Aktionswochen nehmen Bezug auf das Massaker von Sharpeville in der Republik Südafrika vom 21. März 1960. Das Apartheid-Regime setzte gegen eine Massendemonstration Polizeikräfte ein, die bei Niederschlagung des Protestes gegen ein diskriminierendes Passgesetz 69 Demonstranten erschoss. Die Vereinten Nationen erklärten den 21. März im Jahre 1966 zum „Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung“.