Mehr Geld für Grundschullehrkräfte zum 1. August 2019

Pressemitteilung vom 18.12.2018

Aus der Sitzung des Senats am 18. Dezember 2018:

Der Senat hat auf Vorlage der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres, die Verordnung zur Änderung der Bildungslaufbahnverordnung und der Lehrkräftezulagenverordnung erlassen.

Mit dem heutigen Senatsbeschluss steht fest, dass fast 6.000 Grundschullehrkräfte zum 1. August 2019 in die Besoldungsgruppe A13 befördert bzw. in die Entgeltgruppe 13 höhergruppiert werden und damit ein höheres Gehalt erhalten können.

Senatorin Scheeres: „Berlin zahlt ab dem kommenden Schuljahr den Grundschullehrkräften mehr Geld. Zugleich wird die Ungleichbehandlung zwischen den ost- und westausgebildeten Lehrkräften beendet. Auch die ehemaligen DDR-Lehrkräfte haben nun die Möglichkeit, sich auf Funktionsstellen wie Stellen für Schulleitungen zu bewerben. Ein richtiger und wichtiger Schritt für eine große Gruppe, die sich jeden Tag engagiert für ihre Schülerinnen und Schüler einsetzt.“

Die Einführung des flächendeckenden Ganztagsbetriebes, der flexiblen Schulanfangsphase und der damit verbundenen Individualisierung von Lernprozessen sowie der Inklusion haben den Anspruch an Lehrkräfte in den letzten Jahren deutlich erhöht. Die Tätigkeit an Grundschulen hat sich in den vergangenen Jahren so stark verändert, dass nicht nur die Ausbildung für Lehrkräfte inhaltlich angepasst und verlängert, sondern 2017 sogar ein neues Amt der Lehrkraft mit dem Lehramt an Grundschulen mit der Besoldungsgruppe A13 geschaffen wurde. Damit hat Berlin bundesweit eine Debatte über die Bewertung der Tätigkeit an Grundschulen ausgelöst.

Nun sollen auch Lehrkräfte mit der nach früherem Lehrkräftebildungsrecht erworbenen Ausbildung zum 1. August 2019 die Befähigung für den Laufbahnzweig „Lehrkraft mit dem Lehramt an Grundschulen“ erlangen können. Die Änderung der Bildungslaufbahnverordnung ermöglicht es, Bestandslehrkräften (sog. L 1-Lehrkräften, LuKs im Beförderungsamt A12 und Sonderschullehrern mit DDR-Ausbildung) die Befähigung für den neuen Laufbahnzweig Lehrkraft mit dem Lehramt Grundschulen anzuerkennen. Voraussetzung ist, dass die Lehrkraft

  1. mindestens vier Jahre an einer öffentlichen Schule, einer genehmigten oder einer staatlich anerkannten Ersatzschule tätig war,
  2. sich in ihrer Tätigkeit bewährt hat und
  3. sich im Umfang von 30 Zeitstunden seit 2004 fortgebildet hat oder als Schulberaterin oder -berater, Seminarleiterin oder -leiter, Fachseminarleiterin
    oder -leiter tätig war oder die erfolgreiche Teilnahme an einem von der für Bildung zuständigen Senatsverwaltung angebotenen ergänzenden oder erweiternden Studium, an einer Qualifikation oder einem Lehrgang nach der Verordnung über die Weiterbildung für Lehrkräfte im Land Berlin nachweist.

Nach der Anerkennung der Befähigung für den Laufbahnzweig mit dem Lehramt an Grundschulen ist die Lehrkraft verpflichtet, sich in den nachfolgenden drei Jahren in einem weiteren Umfang von 30 Zeitstunden in den Bereichen Fachdidaktik, Fachwissenschaft oder Heterogenität fortzubilden. Die Qualifizierungsmaßnahme stellt somit zugleich eine Qualitätsoffensive für die Schulen dar. Diese entspricht den formalen Anforderungen des beamtenrechtlichen Laufbahnrechts, das über die Entgeltordnung auch für tarifbeschäftigte Lehrkräfte gilt.

Den Lehrkräften mit DDR-Ausbildung stehen mit den Maßnahmen neue Funktionsstellen zur Verfügung. Damit die Höhergruppierung/Beförderung bis zum 1. August 2019 erfolgen kann, wird ihnen zeitnah ein Antragsformular übermittelt. Lehrkräfte, die ihren Antrag bis zum 15. Februar 2019 bei der Bildungsverwaltung einreichen, können ihr höheres Gehalt zum 1. August 2019 erhalten. Wie hoch die Gehaltsverbesserung bei jeder/m Einzelnen ausfällt, ist individuell zu prüfen. Die tarifbeschäftigten Lehrkräfte, die eine Zulage zur Stufe 5 erhalten, bekommen diese auch im Fall der Höhergruppierung.

Die Änderung der Bildungslaufbahnverordnung sieht außerdem vor, dass auch die 550 Lehrkräfte mit der LuK-Ausbildung, die sich im Eingangsamt der Besoldungsgruppe A11/Entgeltgruppe E10 befinden, das Beförderungsamt A12/E11 statt wie bisher nach acht Jahren bereits nach sechs Jahren erreichen können. Für sie ist eine einjährige Qualifizierungsmaßnahme vorgesehen. Danach haben auch sie nach Ablauf der laufbahnrechtlichen Wartezeit von einem Jahr die Möglichkeit, einen Antrag auf Höhergruppierung/Beförderung nach A13/E13 zu stellen.