„Gmar chatima tova“! Müller spricht den Berliner Jüdinnen und Juden zu Jom Kippur seine besten Wünsche aus und ruft die Stadtgesellschaft zu Zivilcourage auf

Pressemitteilung vom 18.09.2018

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Zum höchsten jüdischen Feiertag am 19. September wünscht der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, allen Berliner Jüdinnen und Juden „Gmar chatima tova“, eine „gute Einschreibung“ ins Buch des Lebens, das nach jüdischem Glauben Gott an Rosch haSchana öffnet und am Jom Kippur besiegelt.

Michael Müller sagte: „Morgen feiern Jüdinnen und Juden weltweit das Versöhnungsfest, 10 Tage nach dem Neujahrsfest, Rosch haSchana. Das jüdische Jahr hat gerade begonnen. Ich wünsche mir, dass es ein gutes Jahr wird und dass Sie alle in Frieden und Freiheit und in der Gewissheit und Selbstverständlichkeit feiern können, dass Sie, liebe Berlinerinnen und Berliner jüdischen Glaubens, ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft sind.“

Der Regierende weiter: „Es ist ein großes Geschenk, dass wir in Berlin jüdisches Leben und eine jüdische Gemeinde haben. Das Zivilisationsversagen in diesem Land, der Holocaust, ist gerade erst ein Menschenalter her. Dass es nach diesem Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts Jüdinnen und Juden gegeben hat, die auf eine Zukunft in Deutschland setzten, die eine Gemeinde aufgebaut haben, ist ein großes Geschenk an uns alle. Zwei von Ihnen, die Deutschland, die Berlin nicht aufgeben wollten, haben erst kürzlich die Berliner Ehrenbürgerschaft im Rathaus angenommen: Inge Deutschkron und Margot Friedländer. Aber es gibt so viele mehr, die diesen Mut hatten und uns damit die Chance einer Versöhnung, wie sie heute an Jom Kippur gefeiert wird, gegeben haben.“

Michael Müller: „Jüdisches Leben in Berlin ist ein Teil der vielfältigen und bunten Metropole und wir werden niemandem gestatten, das noch einmal in Frage zu stellen oder zu diskreditieren. Wir werden es nicht zulassen, dass Antisemiten, Judenhasser und neue Nazis durch unsere Straßen laufen, Menschen bedrohen oder verletzen. Und wir werden es nicht zulassen, dass die Brandstifter und die Zündler, die schon längst nicht mehr nur in Springerstiefeln und Bomberjacken, sondern in Kostüm und Anzug mit Krawatte auftreten, unsere Gesellschaft spalten, ausgrenzen, diffamieren, relativieren und leugnen. Sie dürfen keine politische Verantwortung bekommen und dafür müssen wir alle sorgen, nicht nur bei Wahlen, sondern auch bei Demonstrationen, am Arbeitsplatz, in den Schulen und überall dort, wo Menschen zusammenkommen.