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Berlin fördert die Mehrsprachigkeit an den Schulen

Pressemitteilung vom 04.09.2018

Aus der Sitzung des Senats am 4. September 2018:

Heute hat der Senat auf Vorlage der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres, einen Bericht an das Abgeordnetenhaus über die Förderung der Mehrsprachigkeit an Schulen beschlossen.

Senatorin Scheeres: „Die Berliner Schule wird internationaler. Mittlerweile gibt es 136.000 Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache. Wir werden das mehrsprachige Angebot für Türkisch und Arabisch ausweiten. Zudem errichten wir einen weiteren Standort der Staatlichen Europa Schule Berlin an der Lemgo-Schule in Kreuzberg mit der Sprachenkombination Deutsch-Spanisch.“

Für ein Konzept hat die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie alle öffentlichen Berliner Schulen befragt. Diese meldeten, dass sie einen erhöhten Bedarf für Arabisch und Türkisch haben und sich den Ausbau herkunftssprachlichen Unterrichts wünschen.

Viele der Schulleitungen wünschten sich, dass insbesondere staatliche Angebote als Alternative zum sogenannten Konsulatsunterricht geschaffen werden. Erste staatliche Angebote begannen an 21 Grundschulen. Diese haben seit dem 2. Schulhalbjahr 2017/18 ein AG-Angebot „Herkunftssprache Türkisch“ für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1-3 eingerichtet. Der Start der Pilotphase erfolgte in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln. Kinder mit türkischer Familiensprache können seitdem an einer zweistündigen Arbeitsgemeinschaft Türkisch teilnehmen, die zusätzlich zum Regelunterricht angeboten wird.

Zum Schuljahr 2018/19 hat Berlin das Angebot ausgebaut. Weitere 24 Schulen – nun auch in Spandau und Reinickendorf – bieten erstmalig Türkisch an. Es bestehen zum laufenden Schuljahr im Land Berlin 88 Angebote an 45 Grundschulen.

Außerdem existiert seit dem Schuljahr 2014/2015 das Berliner Pilotprojekt „Herkunftssprache Arabisch“ an der Wedding-Grundschule, Schule am Fliederbusch, Erika-Mann-Grundschule und der Carl-Bolle-Grundschule. Ab diesem Schuljahr 2018/2019 beteiligen sich zwei weitere Grundschulen: die Löwenzahn- und die Silberstein-Grundschule. Damit lernen nun 201 Schülerinnen und Schüler in 17 Lerngruppen.

Die Carl-Bolle-Grundschule startet darüber hinaus ein sogenanntes Sprachenband für Türkisch, Arabisch, Bosnisch und Serbisch, welches diese Herkunftssprachen dann für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Ganztags zur gleichen Unterrichtszeit anbietet.

Zurzeit wird herkunftssprachlicher Unterricht auch von Konsulaten in Form des sogenannten Konsulatsunterrichts angeboten. Darüber hinaus fungieren verschiedene Vereine und Verbände als Träger von Samstagsschulen, an denen herkunftssprachlicher Unterricht, z.B. in Tamil, Ungarisch oder Italienisch, angeboten wird.