Sonderkommission Ausbildungsplatzsituation beschließt Qualitätsoffensive zur Stärkung betrieblicher Praktika

Pressemitteilung vom 16.05.2018

(ACHTUNG SPERRFRIST: Sitzungsende!)

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Bei der heutigen Sitzung der Sonderkommission „Ausbildungsplatzsituation und Fachkräftesicherung“ (Soko) wurden vor dem Hintergrund der nach wie vor bestehenden Probleme auf dem Berliner Ausbildungsmarkt insbesondere Themen zur Verbesserung der Ausbildungssituation Jugendlicher erörtert.

Der Senkung der Jugendarbeitslosigkeit (Berlin im März 2018: 9,2%, Bund: 4,8%) kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.
Die Anstrengungen sind dabei insbesondere auf einen gelingenden Übergang von der Schule in die Arbeitswelt gerichtet. Die Attraktivität der dualen Ausbildung kann durch betriebliche Praktika nachhaltig gestärkt werden.

Der Senat, die Spitzenvertreterinnen und Spitzenvertretern von Wirtschaftsverbänden, Kammern, Gewerkschaften und der Bundesagentur für Arbeit haben sich daher heute auf eine gemeinsame Qualitäts-, Quantitäts- und Kommunikationsoffensive zur Stärkung betrieblicher Praktika verständigt.

Praktika für Schülerinnen und Schüler der allgemein-bildenden Schulen in der Sekundarstufe I und II sind wichtig für die Berufsorientierung sowie beim Übergang in duale Ausbildung. Für die Wirtschaft bieten Praktika eine Chance, sich zu präsentieren und die Möglichkeit, Auszubildende zu rekrutieren. Mit Blick in die Zukunft und die Herausforderungen der wachsenden Stadt müssen die Praxisplätze aber qualitativ und quantitativ gestärkt werden. In Berlin als wachsender Stadt wird zudem die Zahl der Ausbildung nachfragenden jungen Menschen weiter steigen und sich somit auch der Bedarf an vorherigen Betriebspraktika erhöhen.

Eckpunkte der gemeinsamen Qualitätsoffensive sind u.a.:

  • eine Bestandsanalyse zum Gesamtsystem aller betrieblichen Praktika,
  • die Analyse der Bedarfslage und -planung aus Sicht der Schulen und der Betriebe,
  • Bedingungen für das Gelingen einer guten Praktikumsvor – und Nachbereitung,
  • die Entwicklung bedarfsgerechter Praktikumsformate und Mengengerüste,
  • die Prüfung zeitlicher Flexibilisierung von Praktika,
  • eine berlinweite Transparenz des Gesamtsystems (alle Praktikatypen, alle Berufe),
  • eine Optimierung des Matchingprozesses der Akteure aus Schulen und Unternehmen.

Die Qualitätsoffensive zur Stärkung betrieblicher Praktika wird im Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) weiter geführt. Bestehende Strukturen im Land Berlin wie die Jugendberufsagentur und das Landeskonzept Berufs- und Studienorientierung werden bei der Entwicklung und Umsetzung einbezogen.