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Ausbau des ehemaligen Polizeigefängnisses Keibelstraße als Lern- und Erinnerungsort

Pressemitteilung vom 27.02.2018

Aus der Sitzung des Senats am 27. Februar 2018:

Auf Vorlage der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres, hat der Senat heute beschlossen, dass das ehemalige Polizeigefängnis Keibelstraße nicht nur als Lernort, sondern auch als Erinnerungsort ausgebaut und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Schon jetzt wird im 1. Obergeschoss des ehemaligen Polizeigefängnisses ein außerschulischer Lernort eingerichtet. Die Grundertüchtigung des Gebäudes durch die Verwalterin, die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), ist weitgehend abgeschlossen. Darüber hinaus läuft gegenwärtig ein Interessenbekundungsverfahren, um einen Träger zum Betrieb des außerschulischen Lernorts zu finden, der das didaktische Konzept einer Ausstellung erarbeiten und umsetzen wird.

Die Inbetriebnahme des Lernorts ist in der zweiten Jahreshälfte 2018 geplant, sodass zeitgleich bis zu 30 Personen, in der Regel eine Lerngruppe, pädagogische Angebote vor Ort nutzen können. Das werden Angebote sein, die der freie Träger entwickelt oder Angebote, die von anderen Einrichtungen bzw. Gedenkstätten der Stadt für diesen Ort entwickelt werden, oder Lernarrangements, die die begleitenden Lehrkräfte mit den Materialien vor Ort selbst anbieten wollen.

Über die Nutzung des 1. Obergeschosses als außerschulischen Lernort hinaus sieht ein überfraktioneller Antrag des Abgeordnetenhauses vor, dass der gesamte ehemalige Gefängniskomplex für die interessierte Öffentlichkeit als Erinnerungsort erschlossen werden soll. Dazu bedarf es eines inhaltlichen Konzepts, da der Ort als Erinnerungsort für die Geschichte der Polizei, den Umgang mit Inhaftierten in unterschiedlichen Zeiten als auch Themen wie Widerstand, Verhältnis von Staat und Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und ihre Wahrung in unterschiedlichen historischen Kontexten u.a.m. Zugänge ermöglichen könnte. Ein fachkundiges Gremium soll noch 2018 einberufen werden und eine Empfehlung erarbeiten, welche Aspekte für eine Erinnerungskultur an diesem Ort besonders zu würdigen sind.