Sünder zur 100. Ausgabe von „aktuell“ – Zeitschrift für emigrierte jüdische Berlinerinnen und Berliner zum Jubiläum neu gestaltet

Pressemitteilung vom 16.02.2018

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Die vom Regierenden Bürgermeister von Berlin seit 1970 herausgegebene Zeitschrift „aktuell“ ist in der 100. Ausgabe erschienen. Die zweimal im Jahr produzierte Zeitschrift richtet sich an jüdische Berlinerinnen und Berliner, die in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur emigriert sind und seitdem in der ganzen Welt leben.

Die Chefin des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin, Claudia Sünder: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Berliner Rathaus mit der Herstellung von ‚aktuell‘ befasst waren und sind, berichten alle von den sie immer wieder menschlich tief berührenden Kontakten mit der Leserschaft von ‚aktuell‘. Der Regierende Bürgermeister und die Senatskanzlei sind froh und dankbar, dass es einen so intensiven Kontakt gab und gibt. Das Bedürfnis dieser Menschen mit ihren ganz individuellen Geschichten, Berlins Entwicklung aus der Distanz zu begleiten, ist groß. Natürlich ist die persönliche Beziehung zu unserer Stadt ganz unterschiedlich. Wir registrieren kritische Distanz ebenso wie Bekundungen von Sehnsucht und Heimweh.“

Die Sprecherin des Senats weiter: „Diese Publikation des Regierenden Bürgermeisters ist seit ihrem ersten Erscheinen ein Erfolg. Das beweisen die nach wie vor zahlreichen Reaktionen und die bis heute anhaltende Nachfrage. Mit ‚aktuell‘ ist es der Senatskanzlei gelungen, über die Abgründe von Holocaust und Vertreibung hinweg eine Brücke zu Berlinerinnen und Berlinern zu bauen, die unsere Stadt verlassen mussten, um zu überleben. Wir sind überaus dankbar, dass unser Angebot über die Jahrzehnte hinweg angenommen worden ist.“

Sünder: „Uns freut die Tatsache, dass inzwischen auch die Nachkommen der Emigrierten in zweiter und dritter Generation durch ‚aktuell‘ mit unserer Stadt in Kontakt bleiben wollen. Deshalb haben wir uns entschieden, mit der 100. Ausgabe zu beginnen, die Texte auch in englischer Sprache abzudrucken. Damit kommen wir ebenso wie mit der neuen grafischen Gestaltung und der überarbeiteten inhaltlichen Konzeption Wünschen der Leserschaft nach. Gemeinsam freuen wir uns darauf, 2020 das 50-jährige Jubiläum von ‚aktuell‘ zu feiern.“

Die Gründung von „aktuell“ beruht auf einem Senatsbeschluss von 1969, der in erster Linie beinhaltet hatte, in der NS-Zeit verfolgte Berlinerinnen und Berliner zu Berlin-Besuchen einzuladen (Emigrantenprogramm). Seitdem wird die Zeitschrift im Presse- und Informationsamt produziert und derzeit an rund 7000 Abonnentinnen und Abonnenten in 43 Ländern versandt. Die meisten der oft hochbetagten Leserinnen und Leser leben in Israel und in den USA .

Zweck von „aktuell“ war und ist, über Entwicklungen in Berlin zu informieren und so die Verbindung zu pflegen. Das Magazin fungiert durch Leserbeiträge, Briefe und Suchanzeigen als Plattform für die Kommunikation von Emigrantinnen und Emigranten untereinander. Zahlreiche Freunde, Verwandte und Bekannte haben sich dank „aktuell“ wiedergefunden – und tun das bis heute.

Gastautoren waren u.a. Bundespräsident Horst Köhler, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sowie Botschafter aus den USA, Israel und Großbritannien. Literaturnobelpreisträger Imre Kertész hat ein Interview gegeben. Der Dezemberausgabe liegt jeweils ein Jahreskalender mit Berlin-Motiven bei, der mit freundlicher Unterstützung der Zwillenberg-Tietz Stiftung durch den Jaron Verlag realisiert wird.

Informationen über die Zeitschrift, zum Emigrantenprogramm und die aktuelle Ausgabe finden Sie auf Berlin.de unter der Adresse https://www.berlin.de/aktuell.