Berliner Mediendiskurs: Böhning für gemeinsamen Nachrichtenkanal von ARD und ZDF

Pressemitteilung vom 18.10.2017

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

In der Veranstaltungsreihe „Berliner Mediendiskurse“ von Senatskanzlei Berlin und Medienanstalt Berlin-Brandenburg haben gestern (17. Oktober 2017) die Intendantin des rbb Patricia Schlesinger, ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut, der Leiter Medienpolitik von RTL Claus Grewenig und der Chef der Senatskanzlei des Landes Berlin, Staatssekretär Björn Böhning, moderiert von Dr. Ursula Weidenfeld das Thema „Strukturreform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks” diskutiert.

Vor dem aktuellen Hintergrund der am 4. Oktober 2017 veröffentlichten Berichte von ARD, ZDF und Deutschlandradio zu „Auftrag und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ ging es um grundlegende Fragen der Angebote und der Kosten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Auf der einen Seite steht der Wunsch nach einem stabilen Rundfunkbeitrag, während sich auf der anderen Seite die Frage nach einer zeitgemäßen Weiterentwicklung des Auftrags für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk stellt. Das betrifft insbesondere die Angebote im Internet, also die Telemedien. Aber genauso wurde eine mögliche Umgestaltung der linearen Angebote diskutiert.

Böhning sprach sich im Sinne der Zukunftsfähigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für einen verstärkten Fokus auf Internet-Angebote aus. Allerdings müsse für das Gesamtangebot, also inklusive der klassischen linearen Angebote, der Grundsatz „neu gegen alt“ gelten, ein ständiges „ad on“ dürfe es nicht geben. Ferner sollte auch über Veränderungen bei den sog. Digitalkanälen von ARD und ZDF nachgedacht werden. Dabei schlug Böhning die Beauftragung eines neuen Nachrichtenkanals von ARD und ZDF unter Einbeziehung ihrer bisherigen getrennten Angebote vor: „In Zeiten von Fake News würde die Konzentration auf einen Nachrichtenkanal als zentrale Quelle verlässlicher Recherche und Information einen echten Mehrwert bieten. Information gehört zu den Säulen des Versorgungsauftrages des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Gerade im Zeitalter des Internets darf die Flut an direkt zugänglichen Informationen oder eben auch Nicht-Informationen nicht dem gut gemachtem Journalismus den Rang ablaufen. Hier sehe ich eine besondere Aufgabe und Chance des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“.