Frauen gehen in Führung – das LandesgleichsteIlungsgesetz wirkt

Pressemitteilung vom 29.08.2017

Aus der Sitzung des Senats am 29. August 2017:

Die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Berliner Landesdienst und in den landeseigenen Unternehmen kommt weiter voran. Das zeigt der 13. Umsetzungsbericht zum Berliner Landesgleichstellungsgesetz (LGG), den der Senat auf Vorlage der Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kolat, heute beschlossen hat. Der Bericht für den Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis 30. Juni 2016 konzentriert sich insbesondere auf Struktur und Entwicklung der Frauenbeschäftigung im öffentlichen Dienst sowie den Frauenanteil in Landesgremien. Das LGG trat 1991 in Kraft. Der Senat berichtet dem Abgeordnetenhaus alle zwei Jahre über dessen Umsetzung.

Senatorin Kolat: „Berlin ist die Stadt der Frauen. Das zeigt auch dieser Bericht. Dennoch bleibt auf dem Gebiet der Gleichstellung noch einiges zu tun. In Vorständen und Aufsichtsräten haben wir fast so viele Frauen wie Männer. Auch in den Leitungspositionen im öffentlichen Dienst haben Frauen deutlich an Terrain gewonnen. Berlin liegt mit diesen Zahlen auch an den Hochschulen im Bundesvergleich vorn und kann sich deshalb mit Stolz als Stadt der Frauen bezeichnen.“

Im Jahr 2000 waren in Senats- und Bezirksverwaltungen erst elf Prozent der Frauen im höheren Dienst eingruppiert. Im Jahr 2016 waren es mit 21 Prozent fast doppelt so viele und erstmals mehr als bei den Männern (19 Prozent). Auch in Führungspositionen holen die Frauen auf, wenngleich hier die Gleichstellung noch nicht erreicht ist. In den obersten Landesbehörden waren im vergangenen Jahr 43 Prozent der Referats- und 39 Prozent der Abteilungsleitungen weiblich. Zehn Jahre zuvor waren es 27 beziehungsweise 12 Prozent.

Im Hochschulbereich stieg der Anteil der Professorinnen leicht auf 31,4 Prozent. Im Bundesdurchschnitt beträgt er 22,7 Prozent. Auch in Landesämtern, Gerichten und Bezirksverwaltungen haben Frauen in den vergangenen Jahren immer mehr Stellen im höheren Dienst besetzt. Auch in Anstalten öffentlichen Rechts wie den Wasserbetrieben, den Stadtreinigungsbetrieben und der Investitionsbank haben Frauen in Leitungspositionen mittlerweile fast die Gleichstellung erreicht mit Anteilen von 41 beziehungsweise 46 Prozent.

In technisch geprägten Beschäftigungsbereichen wie IT und Forschung, aber auch bei Polizei, Feuerwehr und Verkehrsbetrieben blieben die Frauenanteile auf niedrigem Niveau und lagen im Leitungsbereich meist noch unter 20 Prozent.

In den Vorständen und Geschäftsführungen der Unternehmen mit Landesbeteiligung waren Frauen lange Zeit deutlich unterrepräsentiert. Nachdem 2010 im Landesgleichstellungsgesetz vorgeschrieben wurde, Besetzungsverfahren durch Stellenausschreibung und Dokumentationspflichten transparenter zu machen, stieg auch hier der Frauenanteil von 23 Prozent im Jahr 2012 auf mittlerweile insgesamt 40 Prozent.

Der Senat hat außerdem auf eine ausgewogene Besetzung der Gremien mit Frauen und Männern hingearbeitet. Mandate in Aufsichts- und Entscheidungsgremien im Einflussbereich des Landes waren im Jahr 2016 zu 47 Prozent und in Gremien außerhalb des Berliner Landesdienstes zur Hälfte an Frauen vergeben.