Bürgermeister Lederer redet zur Ehe für alle im Bundesrat

Pressemitteilung vom 07.07.2017

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

(Hinweis: Es gilt das gesprochene Wort)

Bürgermeister Klaus Lederer hat am 7. Juli 2017 in Vertretung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, im Bundesrat zur Ehe für alle geredet. Lederer sagte: „Heute setzen wir einer langen Geschichte der rechtlichen Ungleichbehandlung von Lesben und Schwulen ein Ende. Und zeigen: Deutschland hat sich weiterentwickelt. Wir sind ein modernes und weltoffenes Land. Diskriminierung hat in unserer Gesellschaft keinen Platz!“
Trotz vieler Reformen und Fortschritte habe die Gesellschaft Jahrzehnte auf die Ehe für alle warten müssen. Lederer: „Ich gratuliere allen Beteiligten aus der schwul-lesbischen Emanzipationsbewegung herzlich zu diesem Erfolg und danke ausdrücklich allen, die sich nicht versteckt haben, die ihr Anderssein in die Gesellschaft getragen und damit dazu beigetragen haben, dass heute die große Mehrheit der Menschen die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule unterstützt.“
Bürgermeister Lederer äußerte auch seinen Respekt gegenüber denen, die sich dem Beschluss nicht haben anschließen können: „Es gehört auch zum Wesen einer offenen und toleranten Gesellschaft, mit jenen, die anders denken und sich anders entscheiden als die Mehrheit, fair und offen umzugehen.“
Nicht vergessen dürfe man die vielen Lesben und Schwule, die unter rechtlicher Diskriminierung schwer gelitten haben und diesen historischen Tag nicht mehr erleben könnten sowie alle homosexuellen Menschen, die in anderen Ländern weiterhin diskriminiert und verfolgt würden. „Sie haben unsere Solidarität verdient. Denn es sind unsere gemeinsamen Werte, für die sie eintreten.“
An diejenigen, die meinen der Beschluss zur Ehe für alle gehe sie nichts an, hatte Lederer eine klare Botschaft: „Der Kampf gegen Diskriminierung, gegen Homo- und Transfeindlichkeit und für echte Akzeptanz ist kein Randgruppenthema. Er geht uns alle an und ist jetzt lange nicht vorbei. Lebensgemeinschaften erster und zweiter Klasse passen nicht zu einer Gesellschaft, die sich zu gleichen Rechten für alle bekennt.“
In dem Beschluss liege ein klarer Auftrag für uns alle: „Geben wir uns mit diesem Erfolg nicht zufrieden. Machen wir uns auch in Zukunft für gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung stark. Widersprechen wir homo- und transfeindlichen Äußerungen entschieden. Und tragen wir gemeinsam – hierzulande und in Europa – zu einem offenen und respektvollen gesellschaftlichen Klima bei!“

  • Rede des Bürgermeisters von Berlin, Klaus Lederer, zum Thema „Ehe für alle“ am 7. Juli 2017 im Bundesrat

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    Dokument: Senatskanzlei