Müller zum Tod von Johannes Grützke: „Berlin trauert um einen großen Künstler und genialen Beobachter seiner Zeitgenossen“

Pressemitteilung vom 17.05.2017

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat mit Betroffenheit auf die Nachricht vom Tod Johannes Grützkes reagiert, der in der Nacht zu Mittwoch in Berlin gestorben ist.

Müller: „Mit Johannes Grützke verliert die Kunstmetropole Berlin einen ihrer wichtigsten und zugleich humorvollsten Protagonisten. Über Jahrzehnte hat er ein höchst beeindruckendes Lebenswerk geschaffen, das in der Nachkriegskunst in Deutschland einen prominenten Platz einnimmt. Als Meisterschüler an der Hochschule für Bildende Künste hatte der gebürtige Berliner schon früh auf sich aufmerksam gemacht. Als Mitbegründer der ‚Schule der neuen Prächtigkeit‘ hat er dann gemeinsam unter anderem mit Matthias Köppel seine Vorstellungen über Kunst als satirischen Kommentar zum Zeitgeist in souveräner Konsequenz zum Ausdruck gebracht. Als Maler, Zeichner, Grafiker, aber auch als Bühnenbildner hat Grützke ein überreiches Oeuvre kreiert, das man vor fünf Jahren unter dem Titel ,Die ganze Welt in meinem Spiegel‘ im Stadtmuseum Berlin anlässlich der Verleihung des Hannah-Höch-Preises des Landes Berlin 2012 staunend bewundern konnte. Er war auf seine Weise ein ironischer Chronist der Bundesrepublik und hat ihre Gesellschafts- und Sittengeschichte gleichsam in Öl auf Leinwand konserviert. Berlin trauert um einen großartigen Künstler und wird auch den liebenswürdigen Menschen Johannes Grützke vermissen.“