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Rede des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller anlässlich der Verleihung des GASAG-Kunstpreises an Andreas Greiner

Pressemitteilung vom 13.09.2016

Es gilt das gesprochene Wort!

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat auf dem Festakt zur Verleihung des GASAG-Kunstpreises an Andreas Greiner in der Berlinischen Galerie folgende Rede gehalten. Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin dokumentiert den Wortlaut des Redemanuskripts:

Lieber Herr Dr. Schmidberger, lieber Herr Trunk,
sehr geehrter Herr Dr. Köhler,
sehr geehrte Ehrengäste und liebe Jury-Mitglieder,
meine Damen und Herren,
sehr geehrter Preisträger, lieber Andreas Greiner,

auch ich darf Sie alle sehr herzlich willkommen heißen zur Verleihung des GASAG Kunstpreises 2016 an Andreas Greiner – an einen jungen Künstler, der in Berlin lebt und arbeitet. Und dessen künstlerischer Werdegang ebenfalls eng mit Berlin verbunden ist.

Bevor ich jedoch dem Preisträger gratuliere, möchte ich die GASAG beglückwünschen. Und ihr vor allem Danke sagen.

Die GASAG ist nicht nur ein Ur-Berliner Traditionsunternehmen und mit über 1.500 Beschäftigten heute einer der großen Arbeitgeber unserer Stadt. Sie ist vor allem auch ein Unternehmen, das sich weit über das Kerngeschäft hinaus für seine Heimatstadt stark macht.

Ein wichtiges Beispiel ist das nachhaltige Kultursponsoring durch die GASAG: Sie engagiert sich im Bereich kulturelle Bildung, sie fördert Berliner Kunst- und Kultureinrichtungen, sie ist Hauptsponsor unseres Gedenktafel-Programms.

Und seit nun fast 20 Jahren (1997) zeichnet die GASAG junge bildende Künstlerinnen und Künstler mit Berlinbezug aus. Seither hat ihr Kunstpreis viel Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren. Das gilt insbesondere, seit die GASAG 2009 ihren Förderpreis neu ausgerichtet und die Berlinische Galerie als Kooperationspartner mit ins Boot geholt hat.

Das war eine gute Entscheidung. Denn die Berlinische Galerie ist hervorragend aufgestellt und hat unter Direktor Dr. Thomas Köhler auch in einer an bedeutenden Museen reichen Kulturmetropole wie Berlin großes Gewicht. Zudem hat die Berlinische Galerie schon immer auch auf Kunst gesetzt, die noch im Fluss ist und von der Kritik noch nicht zum unsterblichen Meisterwerk erklärt wurde.

Auch die thematische Neuausrichtung hat dem Preis gutgetan. Seither geht er – so heißt es in der Konzeption – an in Berlin tätige Nachwuchskünstlerinnen bzw. -künstler, „deren Arbeiten sich an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technik bewegen.”

Damit hat die GASAG Neuland beschritten. Ihr Kunstpreis besitzt seitdem ein Alleinstellungsmerkmal in Berlin. Doch man kann feststellen: In der Kunst- und Kulturförderung zahlt sich ein gewisses Risiko meistens aus. Das beweist nicht zuletzt die Verleihung des GASAG-Kunstpreises 2016 an Andreas Greiner, der mit außergewöhnlichen Arbeiten bereits große Beachtung gefunden hat.

Man kann sagen: Die kompetent besetzte Jury hat für den GASAG-Kunstpreis 2016 einen würdigen Preisträger gefunden. Und es zeigt auch: Kunstförderung ist ein wichtiges Instrument, um spannenden jungen Künstlern größere Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
fest steht für mich: Will Berlin auch künftig eine attraktive, vielfältige Kulturmetropole bleiben, so ist eine zeitgemäße Kulturförderung unverzichtbar.

Wir haben deshalb mit dem aktuellen Doppelhaushalt den Kulturetat deutlich erhöht – auf gut 505 Millionen Euro in 2016 und mehr als 522 Millionen Euro in 2017. Das bedeutet dann eine Steigerung um über 10 Prozent im Vergleich zum Haushalt 2015. Davon profitieren nicht nur Theater, Opern, Museen wie die Berlinische Galerie. Davon profitiert auch die freie Szene, der eine kräftige Steigerung der Fördermittel von nahezu 50 Prozent zugutekommt. Diese Mittel fließen unter anderem in die Einführung von Ausstellungshonoraren in der Bildenden Kunst, in die Erhöhung der Mittel für Arbeits- und Recherchestipendien, in den Aus- und Aufbau der Arbeitsraumförderung. Und das bedeutet wiederum: Es profitieren auch bildende Künstler wie Andreas Greiner.

Insgesamt verfügt die Kulturverwaltung über fast 40 Förderprogramme, mit denen wir auf individuelle Bedürfnisse von Berliner Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten eingehen. Wir arbeiten eng mit Berliner Institutionen wie auch Akteuren der Freien Szene zusammen; es gibt in der Kulturverwaltung einen regelmäßigen Jour Fixe zum Thema Bildende Kunst und wir evaluieren unsere Förderprogramme, um so bei Bedarf nach- oder umzurüsten. So konnten wir zahlreiche Budgets signifikant erhöhen, Stipendien anbieten, den kommunalen Galerien Budget für Ausstellungen und Künstlerhonorare zur Verfügung stellen – ein Novum und ein Erfolg auf dem Weg zu einer gerechten Künstlerinnen- und Künstlervergütung.

Und: Kunst braucht natürlich auch bezahlbare Räume. Und Berlin ist dank seiner Freiräume attraktiv. Doch diese werden in der wachsenden Stadt knapper. Es wird daher eine der großen Aufgaben der Kultur- und Stadtentwicklungspolitik in den nächsten Jahren sein, Räume für Künstlerinnen und Künstler der Freien Szene zu schaffen. Ateliers, Probenräume, Werkstätten.

Sehr geehrte Damen und Herren,
von einer Förderung durch die Kulturverwaltung hat auch schon Andreas Greiner profitiert, der 2014 ein Arbeitsstipendium für Bildende Kunst erhielt. Und den heute nun die GASAG mit ihrem Kunstpreis ehrt.

Das Beste habe ich mir also für den Schluss aufgehoben. Herzlichen Glückwunsch Ihnen, lieber Herr Greiner, zum GASAG-Kunstpreis 2016! Ich bin sicher, Ihre Preisträgerschau in der Berlinischen Galerie wird ein großes Publikum interessieren. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen auch weiterhin sehr viel Erfolg. Dank an alle, die diese Preisverleihung ermöglicht haben, ich freue mich, mehr über den Preisträger zu erfahren, und wünsche uns allen einen großartigen Abend!