Müller überreicht Wissenschaftspreis 2016 des Regierenden Bürgermeisters an Ulrich Dirnagl – Scheeres händigt Nachwuchspreis an Matthias Weidlich aus

Pressemitteilung vom 07.11.2016

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat am Abend im Festsaal des Berliner Rathauses den Wissenschaftspreis 2016 an Prof. Dr. Ulrich Dirnagl, Professor für Neurologie an der Charité-Universitätsmedizin, überreicht. Die Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, übergab auf dem Festakt den Nachwuchspreis an Prof. Dr. Matthias Weidlich, Juniorprofessor am Institut für Informatik an der Humboldt Universität zu Berlin.

Müller: „Die heutigen Auszeichnungen machen abermals den Rang deutlich, den die Wissenschaft für Berlin einnimmt. Der Berliner Wissenschaftspreis soll exzellente Forschung in der Stadt sichtbarer machen. Zugleich verfolgt dieser Preis einen weiteren Zweck: Nämlich die hervorragenden Perspektiven des Berliner Wissenschaftsstandortes in aller Breite herauszustellen und damit der aktuellen Entwicklung in Forschung und Wissenschaft mehr Gewicht zu geben. In diesem Jahr hat die Jury herausragende Fortschritte in den Bereichen Neurologie und Informatik gewürdigt.“

Der gebürtige Münchner Ulrich Dirnagl studierte Medizin an der dortigen Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU). Er promovierte bei Prof. Dr. Karl Max Einhäupl mit einer klinischen Arbeit zu Intensivpatienten. Danach wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Neurologie und sammelte Erfahrungen in der Grundlagenforschung, bevor er an die Cornell University in New York City wechselte und dort mit Schlaganfallgrundlagenforschung begann.1993 kehrte er zurück nach Deutschland und ging zunächst als Heisenberg-Stipendiat der DFG an die Charité – Universitätsmedizin Berlin. Dort wurde er 1999 Direktor der Abteilung Experimentelle Neurologie auf dem Stiftungslehrstuhl ‚Klinische Neurowissenschaften‘.

Aktuell ist er Mitglied des Vorstands des Exzellenzclusters „NeuroCure“, Direktor des Centrums für Schlaganfallforschung Berlin (CSB), klinischer Koordinator des Berliner Standortes des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen, Programmdirektor des internationalen Master-MD/PhD Programms „Medical Neurosciences“ und Editor in Chief des „Journal of Cerebral Blood Flow and Metabolism“. Seit 2015 ist er – zusammen Craig Garner – Mitbegründer und Koordinator von SPARK-Berlin, einem Mentoring-Netzwerk, das die Umsetzung von Erfindungen aus Universitäten in klinisch-relevante Arzneimittel und Diagnostika beschleunigen möchte. 2016 wurde Ulrich Dirnagl von der American Stroke Association (ASA) mit dem hochrenommierten Thomas Willis Lecture Award, der richtungsweisende Grundlagenforschung zum Thema Schlaganfall würdigt, ausgezeichnet.

Prof. Dr. Matthias Weidlich ist in Berlin geboren. Er studierte und promovierte am Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit formalen Methoden im Bereich der Geschäftsprozessmodellierung. Seit April 2015 leitet er das Fachgebiet „process-driven architectures“ am Institut für Informatik der HU ist einer der führenden Nachwuchswissenschaftler im Bereich der prozessorientierten und ereignisgetriebenen Softwaresysteme. Diese Systeme ermöglichen eine Automatisierung und Steuerung von Abläufen sowie die permanente Kontrolle der Abläufe. Seine Forschungsgruppe am Institut für Informatik der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) entwickelte zahlreiche innovative Methoden für die Modellierung, Analyse und Optimierung dieser Systeme. In Zusammenarbeit mit Kollegen vom Technion in Haifa und der WU Wien entwickelte er Konzepte, um Abweichungen zwischen der geplanten und der eigentlichen Ausführung von Abläufen zu identifizieren.

Er stellt seine Forschungsergebnisse in diesen Bereichen regelmäßig in Fachzeitschriften vor. Seine wissenschaftliche Arbeit hat bereits eine hohe Reputation. Die internationale Sichtbarkeit von Prof. Weidlich begründet sich auch in Auszeichnungen, welche ihm auf internationalen Fachtagungen verliehen wurden, zum Beispiel für die Entwicklung von Abstraktionsmethoden für Modelle von Softwaresystemen. Besonderes Engagement zeigt Weidlich auch in der Verknüpfung von Theorie und Praxis in der Lehre. Regelmäßig organisiert er Gastvorlesungen von Praktikern. Darüber hinaus ermutigt er Studierende, an Programmierwettbewerben teilzunehmen und leitet Teams erfolgreich an.

In Anerkennung der neuen Perspektiven in der Systemmodellierung und -analyse, welche durch seine Forschungsergebnisse eröffnet werden, ernannte ihn die Gesellschaft für Informatik in diesem Jahr zum „junior fellow“. Seit vielen Jahren engagiert sich Matthias Weidlich auch in dem Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Seit diesem Jahr ist er Mitglied im Genshagener Kreis, einem interdisziplinären Netzwerk von Nachwuchskräften in Berlin, welches sich der Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements verschrieben hat.

Ziel des Wissenschaftspreises ist es, in Berlin erbrachte hervorragende Leistungen in Wissenschaft und Forschung auszuzeichnen. Der Preis wird seit 2008 verliehen. Vorschlagsberechtigt sind Berliner Hochschulen, in Berlin ansässige außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und ihre Träger sowie die für Wissenschaft und Forschung zuständigen Mitglieder des Senats. Das Preisgeld des Hauptpreises in Höhe von 40.000 Euro erhält die Institution, an der die wissenschaftliche Leistung erbracht wurde, das Preisgeld für den Nachwuchspreis in Höhe von 10.000 Euro geht an den Ausgezeichneten selbst.

Nähere Informationen zum Preis finden Sie unter: http://www.berlin.de/rbmskzl/regierender-buergermeister/auszeichnungen-und-ehrungen/berliner-wissenschaftspreis/artikel.6838.php.