Immer mehr Berliner Behörden nutzen Online-Anwendungen zur Personalgewinnung

Pressemitteilung vom 01.11.2016

Aus der Sitzung des Senats am 1. November 2016:

Der Einsatz von sogenannten E-Recruiting-Verfahren trägt in immer mehr Dienststellen des Landes Berlin zu einer wesentlichen Beschleunigung der Verfahren zur Besetzung offener Stellen und zu einer höheren Attraktivität für Bewerberinnen und Bewerber bei. Das geht aus einem Bericht an das Abgeordnetenhaus von Berlin hervor, den der Senat in seiner heutigen Sitzung auf Vorlage von Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen beschlossen hat. Der Bericht steht im Zusammenhang mit einem Bericht vom März 2016, in dem Beschleunigungs- und Optimierungspotenziale für eine zügige Besetzung von Stellen aufgezeigt und für eine vertiefte Prüfung vorgeschlagen wurden.

Derzeit arbeiten 18 Behörden mit dem E-Recruiting-System, bei vier weiteren ist die Einführung noch in diesem Jahr vorgesehen. Seit dem Start im November 2014 wurden bis zum Stichtag 30. August 2016 über das Berliner E-Recruiting-System mehr als 19.000 Bewerbungen bearbeitet, davon allein 8.700 in den ersten acht Monaten des Jahres 2016. Zudem wurden rund 16.000 Online-Tests mit einem integrierten eignungsdiagnostischen Verfahren durchgeführt. Dem Bericht zufolge ist die Akzeptanz bei den Bewerberinnen und Bewerbern sehr hoch. Nach Auffassung der Finanzverwaltung trägt das Verfahren dazu bei, mehr Bewerberinnen und Bewerber für Tätigkeiten beim Land Berlin zu gewinnen, die Abläufe der Verfahren zu beschleunigen und die Verwaltung durch zeitgemäße Zugangswege im Personalbereich attraktiver zu machen. Ziel ist es, das System bis Ende 2016 in allen Dienststellen verfügbar zu machen. Ob die jeweiligen Behörden das System tatsächlich selbst nutzen, entscheiden sie in eigener Verantwortung.

Dazu erklärte Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen: „Das Land Berlin braucht in den kommenden Jahren viele neue qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir müssen den Bewerberinnen und Bewerbern moderne und leicht zu handhabende Kommunikationswege bieten. Dabei kommen wir erfreulich gut voran. Wir müssen auch daran arbeiten, die Dauer von Bewerbungsverfahren deutlich zu senken. Eine durchschnittliche Verfahrensdauer von etwa vier Monaten oder, wo immer möglich, noch darunter könnte sich auch im Vergleich zu großen Privatunternehmen durchaus sehen lassen.“

Das Karriereportal des Landes Berlin ist ebenfalls online gegangen. Es bietet behör-denübergreifende Informationen rund um das Thema Einstiege und Karriere in den Tätigkeitsbereichen der Verwaltung und präsentiert behördenübergreifend Stellenangebote. Es ist über den folgenden Link allgemein zugänglich: https://www.berlin.de/karriereportal/
Weitere Themen des Berichts sind unter anderem die Frage, inwieweit Sammelbe-setzungen gleichartiger bzw. gleichwertiger Stellen zu einer Beschleunigung von Stellenbesetzungsverfahren beitragen können, sowie mögliche Effizienzgewinne durch eine Bündelung und Standardisierung von Auswahlverfahren.

Im September hat sich zu diesem Thema eine Arbeitsgruppe konstituiert, die gute Modelle und Konzepte aus der Praxis Berliner Behörden auf deren Übertragbarkeit auf andere Dienststellen prüfen sowie die organisatorischen Strukturen eines Muster-Stellenbesetzungsverfahrens entwickeln soll. Hier ist mit ersten Ergebnissen bis zum Jahresende zu rechnen. Des Weiteren werden die Dienststellen des Landes dabei unterstützt, ein modernes Personalmarketing aufzubauen sowie den Prozess der gesamten Personalrekrutierung zu professionalisieren.

Diese Maßnahmen haben das gemeinsame Ziel, die Attraktivität des Landes Berlin als Arbeitgeber zu steigern. Das Wachstum der Stadt sowie der demographische Wandel machen in den kommenden Jahren eine erhebliche Ausweitung und Verbesserung der Personalgewinnung erforderlich.

Der Bericht wird jetzt dem Abgeordnetenhaus von Berlin zugeleitet