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„Divestment-Hauptstadt“: Anlage von Aktien in der Versorgungsrücklage des Landes Berlin erfolgt nachhaltig

Pressemitteilung vom 06.09.2016

Aus der Sitzung des Senats am 6. September 2016:

Nach dem Beschluss des Abgeordnetenhauses zur „Divestment-Hauptstadt“ Berlin vom 23. Juni stimmte der Senat heute einer entsprechenden Vorlage von Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen zu. Sie sieht vor, dass die im Aktienbereich angelegten Teile der Versorgungsrücklage des Landes Berlin künftig nach ethischen bzw. nachhaltigen Kriterien angelegt werden sollen.

Der Vermögensbestand des Sondervermögens „Versorgungsrücklage des Landes Berlin“ lag zum 30. Juni 2016 bei rund 743 Mio. €, davon waren rund 665 Mio. € im Anleihesegment und rund 78 Mio. € (entspricht 10,5 Prozent) im Aktiensegment investiert.

Im Rahmen einer langfristigen Anlagestrategie, die sich an den Zielen Sicherheit, Liquidität und Rendite orientiert, werden bis zu 15 Prozent des Fondsvolumens im Aktienbereich investiert. Hierbei wird in voll replizierende börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETF) der führenden ETF-Anbieter Deka und ishares investiert, die den DAX30 bzw. den EUROSTOXX50 nachbilden. Da in beiden Aktienindizes auch Unternehmen enthalten sind, deren Geschäftsmodell dem Ziel der Klimaneutralität widerspricht, bedarf es der Korrektur, um den Beschluss des Abgeordnetenhauses umzusetzen.

Im Juni 2016 wurde eine Ausschreibung zur Konstruktion und regelmäßigen Aktualisierung eines nachhaltigen Aktienindex für die Anlage der Mittel aus der Versorgungsrücklage veröffentlicht. Elf Unternehmen haben sich in einem zweistufigen Verfahren um die Teilnahme an der Ausschreibung beworben; fünf der Unternehmen wurden Ende Juli zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Nach Abschluss des Auswahlverfahrens soll der nachhaltige Aktienindex in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank bis zum 31. Dezember 2016 implementiert werden.

Der Senat wird im I. Quartal 2017 über den Fortgang der Angelegenheit berichten.