Neues Ankunftszentrum für Asylsuchende in Berlin startet

Pressemitteilung vom 19.07.2016

Aus der Sitzung des Senats am 19. Juli 2016:

Für das Ankunftszentrum für Geflüchtete in Berlin ist jetzt mit dem Bund eine einvernehmliche Lösung gefunden worden. Das gemeinsam mit dem Bund betriebene Ankunftszentrum wird an zwei Standorten in einer Kombination von Unterbringung und Verwaltung eingerichtet: am Standort des Tempelhofer Flughafens im Hangar 5 und am Standort Bundesallee 171.

Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja: „Damit haben wir gemeinsam eine pragmatische, gut umsetzbare und vor allem kostengünstige Lösung gefunden. Sie erlaubt Flexibilität in der Bearbeitung und Unterbringung, wenn sich die derzeitig niedrigen Zugangszahlen der Flüchtlinge wieder verändern sollten. Zudem bringt diese Variante kostengünstige Synergie-Effekte. Denn das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge befindet sich bereits in der Bundesallee. Mit dem neuen Ankunftszentrum optimieren wir die Prozesse im Flüchtlingsmanagement weiter und können künftig schneller und besser auf Entwicklungen im Flüchtlingszugang reagieren.“

Der Entscheidung für die heute vorgestellte Lösung ist eine intensive Prüfung der Bedingungen am Flughafen Tempelhof vorausgegangen. Mehrere Gutachten wurden eingeholt. Darüber hinaus wurden auch mögliche andere Standorte geprüft. Alle Prüfungen haben ergeben: Die Gesamtkosten für Planung, Herrichtung und Schallschutz würden 10 Mio. € betragen. Zudem würde sich die Bauzeit bis mindestens Januar 2017 hinziehen.

Dagegen ist die nun getroffene Entscheidung für zwei Standorte kurzfristig zu realisieren und kostengünstig. Das BAMF hat bereits Arbeitsplätze am Standort Bundesallee im Betrieb. Weitere räumliche Kapazitäten sind dort vorhanden. Die Fallbearbeitung der Asylanträge kann weiter beschleunigt werden. Neu ist mit der Inbetriebnahme des Ankunftszentrums auch, dass erst nach Antragstellung beim BAMF die Leistungsgewährung durch das LAGeSo und das künftige Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten LAF erfolgt.

Somit ist die zentrale Anlaufstelle für neu eintreffende Flüchtlinge ab September nicht mehr die Turmstraße, sondern das neue Ankunftszentrum in Hangar 5 des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Die neuankommenden Flüchtlinge werden von hier an den zweiten Standort in der Bundesallee gebracht, dort finden auch die Erfassung der biometrischen Daten und der Abgleich mit polizeilichen Daten statt. Durch personelle Verstärkung und Ausweitung der Arbeitszeiten im Schichtbetrieb kann dort die Kapazität der Registrierung auf 600 pro Tag verdoppelt werden. In der Kruppstraße können aktuell bis zu 300 Menschen pro Tag registriert werden. Spätestens im Dezember soll der Standort Kruppstraße dann geschlossen werden.