Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

25 Jahre Städtepartnerschaft: Müller besucht Warschau

Pressemitteilung vom 04.05.2016

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin hält sich am 7. und 8. Mai 2016 in der polnischen Hauptstadt auf. Seine Amtskollegin, Stadtpräsidentin Hanna Gronkiewicz-Waltz, hatte Michael Müller aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft eingeladen.

Müller: „Die Einladung meiner Warschauer Amtskollegin habe ich sehr gerne angenommen, denn freundschaftliche Beziehungen zwischen der polnischen und der deutschen Hauptstadt sind mir sehr wichtig. Sie sind im vergangenen Vierteljahrhundert stetig gewachsen, was vor dem historischen Hintergrund keineswegs selbstverständlich ist. Wir sind dankbar für diese positive und erfreuliche Entwicklung und wollen auch künftig an unseren gemeinsamen Vorhaben arbeiten.“

Der Regierende Bürgermeister: „Für viele Polinnen und Polen ist Berlin noch immer auch der Ort, von dem Krieg, Unterdrückung und Vernichtung ausgegangen sind. Deshalb ist es ein Zeichen, dass mein Besuch auf den 8. Mai fällt, den Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Mein Besuch hat auch einen stark europapolitischen Akzent. Als gemeinsame Mitgliedsstaaten in der Europäischen Union sind unsere beiden Länder heute verbunden in einer Wertegemeinschaft demokratischer, freiheitlicher und rechtsstaatlicher Nationen. Dafür steht das weltoffene und liberale, zugleich kreative und wirtschaftlich ambitionierte Berlin heute. Auch in dieser Hinsicht sehen wir die polnische Metropole Warschau als Partner. Ich will daran erinnern, dass es mit Willy Brandt ein deutscher Bundeskanzler war, der mit seinem Kniefall in Warschau ein unvergessenes Zeichen gesetzt hat. Schon zuvor als Regierender Bürgermeister von Berlin hat er Wege zur Verständigung auch mit unseren polnischen Nachbarn gesucht. Die Partnerschaft will gepflegt sein, und ich freue mich schon jetzt auf den Gegenbesuch der Warschauer Bürgermeisterin.“

Der Regierende Bürgermeister trägt sich am Morgen des 7. Mai 2016 nach einem Gespräch mit Stadtpräsidentin Hanna Gronkiewicz-Waltz im Warschauer Rathaus in das Goldene Buch der Stadt ein. Um 12.00 Uhr findet auf dem Schlossplatz ein Fototermin vor dem aus Anlass des Partnerschaftsjubiläums in Warschau fahrenden roten BVG-Doppeldeckerbus statt; ein Warschauer Stadtbus ist im Gegenzug zwei Wochen lang in Berlin unterwegs. Kurz darauf beginnt dort die am polnischen Europatag traditionell stattfindende Schuman-Parade; sie ist nach dem früheren französischen Ministerpräsidenten bzw. Außenminister und als Mitgründervater der Europäischen Union geltenden Robert Schuman benannt. An diesem von der Stadt Warschau und der Polnischen Robert Schumann Stiftung organisierten proeuropäischen Stadtspaziergang nehmen auch die beiden Stadtoberhäupter teil.

Am Nachmittag ab 16.00 Uhr beteiligen sich Müller und Gronkiewicz-Waltz im Haus für gesellschaftliche Innovation an einer öffentlichen Diskussion zum Thema „Warschau – Berlin: Europäische Metropolen vor globalen Herausforderungen“. Um 20.00 Uhr sprechen der Regierende Bürgermeister und seine Gastgeberin vor rund 2000 Gästen Grußworte zur Eröffnung des Europakonzerts im Springbrunnenpark an der Weichsel. Das Konzert findet aus Anlass des 12. Jahrestags des Beitritts der Republik Polen zur Europäischen Union statt.

Am 8. Mai um 10.00 Uhr legt der Regierende Bürgermeister gemeinsam mit dem Deutschen Botschafter und in Anwesenheit des stellvertretenden Stadtpräsidenten Michał Olszewski im Sächsischen Garten aus Anlass des Endes des Zweiten Weltkriegs einen Kranz am Grab des Unbekannten Soldaten nieder. Ab 11.00 Uhr folgt die Besichtigung des Gedenk- und Kulturortes Villa Żabiński im Warschauer Zoo; dessen damaliger Direktor Jan Żabiński und seine Frau Anna versteckten während des Weltkriegs Jüdinnen und Juden aus dem Warschauer Ghetto und sind dafür in Israel als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet worden. Um 12.00 besucht Müller das Start-up- und Kreativzentrum Warschaus im Stadtteil Praga, in dem Gründerunternehmen und Kreativwirtschaft beheimatet sind. Geplant sind für den Nachmittag ein Besuch im Museum für die Geschichte der Polnischen Juden sowie die Besichtigung des Willy-Brandt-Denkmals.

Berlin und Warschau fördern im Jubiläumsjahr schwerpunktmäßig mehrere kleine zivilgesellschaftliche und kulturelle Projekte. Diese Vorhaben zeigen in der Summe die Vielfalt der Beziehungen beider Städte. Dazu gehören Projekte, die die Vernetzung von Kleingartenvereinen und von Schachclubs intensivieren. Junge Erwachsene werden gemeinsam neue Formate in Musik, Theater und Kunst entwickelt. Geplant sind ferner Stadtdialoge und Erfahrungsaustausch zu den Themen Flucht und Zuwanderung sowie zur Stadtplanung. Die Projekte zielen auf eine Vervielfachung der Verbindungen und auf die Förderung kreativer Ideen zum gemeinsamen Nutzen.

Das Abkommen über Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Berlin und Warschau sowie ein Rahmenprogramm wurden am 12. August 1991 in Berlin vereinbart. Weitere Informationen zur Städtepartnerschaft und zum Jubiläum finden Sie auf Berlin.de unter der Adresse https://www.berlin.de/rbmskzl/internationales/staedtepartnerschaften/warschau/artikel.9888.php.