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Berliner Erklärung „Toleranz, Weltoffenheit und Integration sind unabdingbare Voraussetzungen für den weiteren Erfolg des Wirtschaftsstandortes Berlin!“

Pressemitteilung vom 26.04.2016

Die internationale Metropole Berlin hat den wirtschaftlichen Umschwung geschafft. Kein anderes Bundesland konnte in den letzten zehn Jahren ein höheres Wachstum erzielen als die deutsche Hauptstadt. Auch 2015 erreichte das Berliner Wachstum mit 3,0% einen fast doppelt so hohen Wert wie der Bundesdurchschnitt (+1,7%).
Die Berliner Industrieunternehmen leisteten 2015 mit einem Umsatzwachstum von 4,6% einen erheblichen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der Stadt. Zwar liegt der Anteil der Berliner Industrie an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung nach wie vor unter dem Bundesdurchschnitt. Aber sie ist mit ihren Produkten international wettbewerbsfähig. Viele Hidden Champions haben sich mit ihren Innovationen eine starke Position auf den Weltmärkten erarbeitet. So ist die Exportquote im Verarbeitenden Gewerbe in den letzten Jahren stetig gestiegen. Mit knapp 60% liegt auch sie über dem Bundesdurchschnitt. Die Auslandsmärkte bilden somit die wichtigste Säule der Berliner Industrie.
Von diesem wirtschaftlichen Aufholprozess profitiert der Berliner Arbeitsmarkt. Allein in den letzten zwölf Monaten sind rund 57.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse entstanden, auch das ein Spitzenwert unter den Bundesländern. Ohne den Zuzug von Fachkräften aus dem In- und Ausland könnten viele dieser Arbeitsplätze von den Unternehmen nicht oder nicht zügig besetzt werden. Das zeigt sich auch am Einwohnerwachstum Berlins. Ohne die internationalen Fachkräfte hätte sich die Stadt in den vergangenen Jahren wesentlich weniger dynamisch entwickelt.
Auch die Stärke der Stadt im Startup-Bereich hat viel mit ihrer Internationalität zu tun. Viele Menschen kommen, um hier neue Ideen in die Tat umzusetzen. So wurden 2015 rund 50% aller neuen Einzelunternehmen von Nichtdeutschen gegründet. Zugleich konnten Berliner Startups allein 2015 mehr als zwei Milliarden internationales Venture Capital einwerben. Die hohe Gründungsdynamik, die den Wirtschaftsstandort Berlin mittlerweile auszeichnet, erlitte bei sinkender internationaler Attraktivität Berlins deutliche Einbrüche. Gleiches gilt für Berlins einzigartige Wissenschafts- und Kulturlandschaft. Auch sie profitiert von Vielfalt und Weltoffenheit.
Berlin ist erfolgreich, weil die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus für Freiheit und Vielfalt bekannt ist. Dazu gehört ein ungehinderter und grenzüberschreitender Austausch von Waren und Dienstleistungen. Eine Einschränkung der freien Dienstleistungs- und Warenmärkte und ein erschwerter Zugang internationaler Fachkräfte würden den Berliner Unternehmen hohe Kosten verursachen, Marktanteile entziehen und dem wirtschaftlichen Aufschwung Berlins seine Dynamik nehmen.
Vor diesem Hintergrund erklärt der Steuerungskreis Industriepolitik:
• Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Abschottung haben in Berlin keinen Platz. Sie gefährden unseren Wirtschaftsstandort. Wer weiteres wirtschaftliches Wachstum und zusätzliche gute Arbeitsplätze für Berlin erreichen will, muss die internationalen Wirtschaftsbeziehungen Berlins stärken, nicht schwächen.
• Offene Grenzen und internationaler Austausch führen zu mehr Wohlstand. Das Schengen-Abkommen darf daher nicht in Frage gestellt oder eingeschränkt werden.
• Der Wirtschaftsstandort Berlin kann seinen Fachkräftebedarf nicht allein mit hiesigen Arbeitskräften abdecken. Er braucht auch eine qualifizierte Zuwanderung. Darüber hinaus setzen sich die im Steuerungskreis Industriepolitik vertretenen Institutionen gemeinsam und entschlossen für eine gelungene Integration der nach Berlin kommenden Menschen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt und für eine Ausweitung entsprechender Bildungs- und Ausbildungsangebote ein.
• Berlin ist und bleibt eine internationale Metropole, in der Weltoffenheit und Toleranz gelebt werden, eine Heimat für alle gleich welcher Herkunft, Religion oder Orientierung.