Müller zum Tod von Hans-Dietrich Genscher: „Berlin dankt dem Ehrenbürger und Staatsmann“

Pressemitteilung vom 01.04.2016

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat seine tiefe Betroffenheit über den Tod des früheren Bundesministers des Auswärtigen und Ehrenbürgers von Berlin Hans-Dietrich Genscher geäußert:

„Hans-Dietrich Genscher war eine der prägenden politischen Persönlichkeiten der Bundesrepublik. 18 Jahre war er Außenminister und hat über die Koalitionen hinweg die von Willy Brandt und Walter Scheel begonnene Entspannungspolitik der sozialliberalen Koalition gestaltet, fortentwickelt und schließlich eine wichtige Rolle bei der Neugestaltung der europäischen Friedensordnung nach dem Mauerfall gespielt. Unser Land und ganz besonders auch Berlin verdankt ihm viel. Ohne Genschers großes politisches Geschick und seine tiefe Freiheitsliebe würde Europa heute ein anderes Gesicht haben.“

Müller weiter: „Berlin hat Hans-Dietrich Genscher immer besonders am Herzen gelegen. 1952 war er aus seiner Heimatstadt Halle über West-Berlin in den Westen gegangen, und er hat sich im Zuge der Hauptstadtentscheidung des Deutschen Bundestags für die alte und neue deutsche Hauptstadt eingesetzt. Mir persönlich bleibt besonders die historische Szene auf dem Balkon der deutschen Botschaft in Prag im Gedächtnis, wo er den Bürgerinnen und Bürgern aus der DDR verkündete, dass sie in den Westen ausreisen durften. Diese untrennbar mit Hans-Dietrich Genscher verbundene Situation gehört zu den wichtigsten Momenten der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Berlin dankt seinem Ehrenbürger und dem großen Staatsmann Hans-Dietrich Genscher.“

Hans-Dietrich Genscher wurde 1993 Ehrenbürger von Berlin. Er war von 1969 bis 1974 Bundesminister des Innern und von 1974 bis 1992 nahezu ununterbrochen Bundesminister des Auswärtigen sowie Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland.