Müller zum Tod von Imre Kertész: „Berlin trauert um einen großen Literaten“

Pressemitteilung vom 31.03.2016

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, erklärt zum Tod des aus Ungarn stammenden Literatur-Nobelpreisträgers und Trägers der Ernst-Reuter-Plakette, Imre Kertész:

„Mit Imre Kertész verliert die Literaturmetropole Berlin eine ihrer großen und wichtigen Persönlichkeiten. Kertész ist einer der bedeutendsten Autoren unserer Zeit. Mit seiner Entscheidung, als Überlebender des nationalsozialistischen Holocaust in unserer Stadt zu leben und zu arbeiten, hat er ein starkes Zeichen für Versöhnung und Dialog gesetzt. Berlin war, ist und bleibt stolz darauf, dass diese weltweit gehörte Stimme voller Aufrichtigkeit und Humanität über viele Jahre hinweg aus unserer Stadt gesprochen hat. Berlin trauert um einen großen Literaten. Unsere Gedanken sind bei Imre Kertész‘ Familie, seinen Freunden, Bekannten und Weggefährten.“

Berlin hat Kertész am 4. September 2006 mit der Ernst-Reuter-Plakette geehrt. Diese Plakette gilt als die höchste Auszeichnung, die die Stadt vergibt. Kertész hatte 2001 zunächst eine Arbeitswohnung in Berlin und lebte bis 2012 in unserer Stadt. Bereits 2001 hatte er der Akademie der Künste seine Unterlagen überlassen. Die Akademie eröffnete 2012 das dort beheimatete Imre-Kertész-Archiv. 2002/2003 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. 2002 wurde der gebürtige Budapester mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet.